Wiesentheid

Wiesentheid schafft Raum für Kunst aus der Dose

Ivonne Berthel und Seda Elmas sind stolz auf die Arbeit der Jugendlichen und freuen sich, mit Carlos Lorente einen guten Graffitilehrer gefunden zu haben. Foto: Ivonne Berthel

Beißender Geruch steigt in die Nase, die Dämpfe brennen leicht in den Augen, die Dose klackert beim Schütteln. Ein leichter Druck auf den Sprühkopf reicht aus: Wie eine Wolke breiten sich die Farben auf dem schmucklosen Container aus. Man ahnt, dass jede Linie, jeder Klecks Teil eines Kunstwerks werden soll. Das erste Mal Graffiti sprühen – dieses Erlebnis ermöglichte der offene Jugendtreff „Häng up“ des Marktes Wiesentheid acht Jugendlichen bei einem zweitägigen Workshop. Junge Menschen zeigten: Echtes Graffiti bedeutet nicht Beschädigung, sondern Kunst, heißt es in einer Pressemitteilung.

Professionelle Anleitung und das nötige Know-how haben die Teilnehmer von Carlos Lorente, Graffitikünstler der Akademie StyleScouts aus Nürnberg erhalten. Der 40-Jährige ist professioneller Graffiti-Sprayer und seit über 20 Jahren in der Szene aktiv. Er hat den Teilnehmer nicht nur das Handwerkszeug zum Sprayen gelehrt, sondern sie auch theoretisch in die Materie eingeführt, wie, wo und wann sie sprayen dürfen. Eine Veranstaltung wie diese sieht Carlos als Prävention. „Jugendliche lernen die Verhaltensregeln professioneller Sprayer.“

Ein schmuckloser Container, die öffentliche Toilette am Mehrgenerationenplatz in Wiesentheid, sollte zum bunten Blickfang und als WC erkennbar werden. Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren konnten sich für diese Projektaufgabe anmelden, um mehr über die Kunst aus der Dose zu erfahren.

Das Ergebnis nach stundenlanger Arbeit war dann nicht mehr zu übersehen: in großen, weißen Lettern prangt „WC“ auf buntem Hintergrund und sticht von Weitem ins Auge. An die Seitenwände durften die Teilnehmer ihre selbst erarbeiteten Motive sprühen. So ist neben einem BMX-Rad auch eine Hängematte  zu sehen, auf welcher der Name des Jugendtreffs „abhängt“ abgebildet wurde.

Deutlich als WC zu erkennen, präsentiert sich der Container jetzt mit großen, weißen Lettern. Foto: Ivonne Berthel

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