KITZINGEN/ LANDKREIS KT

„Wir können jetzt besser kochen als Mama“

Eine runde Sache: Der zehnjährige Lars und der elfjährige Moritz formen süße Nachspeisen-Klößchen.

Fabian gähnt herzhaft, als er die große Küche im Kitzinger Amt für Landwirtschaft & Ernährung betritt. Doch schon eine Viertelstunde später ist der blonde Bub aus Abtswind topfit. Er rührt, was das Zeug hält, in den Töpfen, damit der Grieß für die Kräuterklößchen nicht anbrennt: „Zum Glück hab' ich Muckis!“

Doch nicht nur die Muskeln, auch das Hirn der Neun- bis Zwölfjährigen hatte beim Knödel-Kochkurs gut zu tun. Denn die wenigsten Mädchen und Buben, die sich beim Bayerischen Bauernverband (BBV) Kitzingen angemeldet hatten, sind geübte Rezepte-Leser oder regelmäßige Helfer in der Küche. Hauswirtschaftsmeisterin Helga Ehemann und ihre Kollegin Petra Hahn erklärten jedoch so anschaulich, dass alle rasch ein süßes oder herzhaftes Lieblingsrezept „rund um den Kloß“ fanden. Und schon ging die Jagd auf die Zutaten los. In Kleingruppen enterten die Kids die Küchenzeilen.

Während der elfjährige Aaron aus Castell fleißig Zwiebeln für die Käseknödel schnitt, umnebelte der Dampf der frisch gekochten Kartoffeln den gleichaltrigen Moritz. Tapfer schälte der junge Mann bei seinem dritten BBV-Ferienkochkurs alle Knollen, ehe er sie mit Schmackes durch die Presse drückte.

Derweil wog Fabian die Zutaten für eine Suppe mit Kräuter- und Semmelklößchen ab, stellte die Arbeitsgeräte bereit – und lugte immer wieder aufs Rezept. „Was ist denn Muskatnuss?“ Bei der Frage mussten die Kumpels passen. Also informierte sich der Neujährige eben bei der Kursleiterin.

„Das ist auch eins unserer Ziele: dass die Kinder selbstständig werden“, betont Ehemann. Die Iffigheimerin hat früher im Iphöfer Kästner-Kinderdorf gearbeitet und dabei die Erfahrung gemacht: „Der Bedarf ist da: Kinder sollen und wollen kochen lernen. Und in der Gruppe macht ihnen das doppelt Spaß.“ Deshalb hat sie die Kinderkochkurse initiiert.

Der nächste ist fest eingeplant. Was dann gebrutzelt, gegart oder gebacken wird, steht allerdings noch nicht fest. Vorerst sind die Mädels und Buben damit beschäftigt, ihre Knödel-Kenntnisse daheim an die Mama und den Papa zu bringen – von der Nockerlsuppe bis hin zu Quarkklößchen mit Vanillesoße.

Beim gemeinsamen Essen am festlich gedeckten Tisch – die Servietten hatte der zwölfjährige Lukas toll gefaltet –, liefen die stolzen Jungköche zu Hochform auf. Sie erzählten, was sie gelernt hatten: „Wenn man Kartoffeln geschält hat, wäscht man die Hände mit kaltem Wasser, sonst klebt die Stärke“, stellte Lars fest und Moritz wusste, dass Knödel am besten kurz aufkochen, danach aber nur noch leicht sieden sollen.

Mit besonders viel Genuss verzehrten David und Fabian ihre Semmel- und Kräuterklößchen. Und auch sonst nahmen sie den Mund ganz schön voll: „Wir können jetzt besser kochen als unsere Mamas!“

Infos über (Kinder-)Kochkurse des BBV gibt es online unter www.bayerischerbauernverband.de/kitzingen

ONLINE-TIPP

Mehr Bilder vom Knödelkochen unter www.inFranken.de

Helga Ehemanns Rezept für Käseknödel (zirka 14 Stück)

Zutaten:

500 g Brötchen vom Vortag,

150 g gekochte Kartoffeln,

250 g Emmentaler,

1 Zwiebel,

60 g Mehl,

0,5 l Milch,

3 Eier,

50 g Butter,

Salz und Pfeffer,

gehackte Petersilie

Zubereitung:

Die Brötchen in kleine Würfel schneiden und mit heißer Milch übergießen. Gekochte Kartoffeln reiben und zu den Brötchen geben. Zwiebeln und Petersilie klein schneiden, in Butter andünsten.

Wenn die Brötchenmasse etwas abgekühlt ist, Eier, Salz, Pfeffer und Mehl dazugeben. Käse fein reiben und die ganze Masse miteinander verkneten.

Den fertigen Teig etwa 15 Minuten ruhen lassen, dann Knödel daraus formen. In Salzwasser aufkochen und zirka 20 Minuten ziehen lassen. Mit fein geriebenem Parmesan anrichten.

Sooooo lecker: Aarons Tomatensoße duftet nach mehr. Foto: Diana Fuchs
Einfach nur lecker: Käseklöße in Tomatensoße.
Hmmm, wie das duftet: Julian fischt die Käseknödel aus dem dampfenden Topf.
Irgendwas fehlt noch, denkt Lukas - und würzt die Tomatensoße kräftig.
Wer Semmelklöße essen will, muss vorher Brötchen schneiden.
Die Grieß- und Kräuterklößchen für die Suppe sind fertig.
Selbst ist der Mann: Auch Spülen ist wichtig.
Immer kräftig rühren: Alena, einziges Mädchen in der Kochstunde, schlug sich super. Helga Ehemann war voll des Lobes.
Hmmmm, die Käseknödel sieden im Wasser.
Spieglein, Spieglein, an der Decke: In der Schauküche des Landwirtschaftsamtes hat man beste Sicht in die Töpfe.
Da braucht man Muckis: Lars drückt die Kartoffelpresse fest zusammen. Foto: Diana Fuchs
Da braucht man Muckis: Moritz drückt die Kartoffelpresse zusammen, was das Zeug hält. Foto: Diana fuchs
Obacht: Fabian passt gut auf, dass der Grieß nicht anbrennt.
Lars zieht grinsend den Servierwagen.
Es ist angerichtet: Selbst gemachte Kartoffelklöße mit Bratensoße sind einfach ein Gedicht. FOTO Diana Fuchs
Petra Hahn lobt die Nachspeise.
Bei ihr geht's aber schnell, staunen die Kids über Helga Ehemanns Rührtempo.
Grieß- und Kräuterklößchen in der Suppe – ein Gedicht. Foto: Diana Fuchs
Das Auge isst mit, weiß Lukas.
Das Auge isst mit: David und Fabian sorgen für einen schön gedeckten Tisch. Foto: diana fuchs
Gemeinsames Essen am schön gedeckten Tisch ist der krönende Abschluss des Kochkurses. Foto: alle diana fuchs
Lecker, Jungs! Foto: diana fuchs
Ein tolles Koch-Team. Foto: diana fuchs
Ein tolles Koch-Team! Foto: Diana Fuchs

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