Volkach

"Wo der Wolf jagt, wächst der Wald"

Anlässlich der bis Ende Oktober laufenden  Ausstellung „Die großen Vier - Wolf, Bär, Luchs und Mensch" - hatte der Bund Naturschutz Volkach zu einem Vortrag in die Barockscheune eingeladen.

Zweite Vorsitzende und Organisatorin der Ausstellung, Gerda Hartner, begrüßte zahlreiche Zuhörer und stellte den Referenten, Willi Reinbold (Eichstätt), LPV-Wolfsbeauftragter für Bayern, vor, wie es in einer Pressemitteilung des Bund Naturschutzes heißt.

Wie Reinbold in seinem Vortrag sagte, müssten die Menschen lernen, mit dem Ureinwohner Wolf zu leben. Vor 140 Jahren wurde der letzte Wolf in Bayern erlegt, seit 2017 gibt es wieder das erste Rudel in Bayern. Wölfe sind seit 1990 streng geschützt und kommen aus Nordosten, Westpolen und den Alpen zu uns. 

Ein vorsichtiges Tier

Der Wolf, so Reinbold, läuft pro Nacht bis zu 70 Kilometer, bildet Reviere, die rund 250 Quadratkilometer groß sind. Der Fleischfresser erlegt Wildtiere wie Rehe, Hasen oder Wildschweine. Wo er genug Nahrung findet, gründet er eine Familie. Seit der Wolf in Deutschland zurückgekehrt ist, seien keine Angriffe auf Menschen bekannt. Der Redner betonte, dass der Wolf ein vorsichtiges Tier sei und dem Menschen meist aus dem Weg gehe. Sollte es trotzdem zu einer Begegnung mit ihm kommen, sollte man Ruhe bewahren, nicht weglaufen, Hunde anleinen, ihn nicht füttern, keinen Blickkontakt halten und nicht laut rufen.

Einen breiten Raum nahm der Aspekt ein, inwiefern Weidevieh (Schafe) vor dem Wolf sicher seien, heißt es in der Mitteilung weiter. Der beste und effektivste Schutz wäre ein Elektrozaun mit Herdenschutzhunden,  so der Wolfsbeauftragte. Da dies eine teure Lösung sei, gebe es je nach Bundesland bereits gute Fördermöglichkeiten. Bezüglich des Herdenschutzes würden Nachbarländer bereits gute Erfahrungen machen.

Keine Gefahr für den Menschen

In der Diskussion sei auch, ob der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden sollte. Erfahrungen in Sachsen hätte bestätigt, dass dies keine Vorteile für Jäger und Wölfe bringe, nur mehr Bürokratie, so der Redner weiter. Es habe sich gezeigt, dass der Wolf keine Gefahr für den Menschen darstelle. Ausnahmsweise dürften Wölfe in Gefahrensituationen getötet werden, wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet und erheblicher wirtschaftlicher Schaden abzuwenden sei.

Fakt sei, dass das Wolfsaufkommen zunehme. Es gelte, den Naturhaushalt zu bewahren und nicht einseitig zu dezimieren. Weiter müsse eine Bereitschaft zu erkennen sein, den gemeinsamen Lebensraum miteinander zu teilen, so der Referent. Reinbold abschließend: "Der Wolf kann helfen, ein Gleichgewicht zwischen Wald und Wild zu finden, gemäß dem russischen Sprichwort: wo der Wolf jagt, wächst der Wald."

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