KITZINGEN

Zum Auslandssemester von Kitzingen nach Westafrika

Die Vorfreude ist groß: Am 24. Februar startet die 22-jährige Luisa Moser in den Senegal, um dort ein Auslandssemester zu absolvieren. Foto: Moser

Sie wollte schon immer mal nach Afrika. „Das ist so etwas wie ein Traum“, sagt Luisa Moser. Am 24. Februar wird sie ihn verwirklichen: Dann startet der Flieger gen Senegal, wo die Lehramtsstudentin ein Auslandssemester absolvieren wird.

Luisa Moser schaut sich gern in der Welt um. Sie kann sich vorstellen, später mal ein paar Jahre in Frankreich zu arbeiten oder in einem Entwicklungsland und hat die Weichen dafür schon früh gestellt, indem sie viel Zeit in das Lernen von Sprachen investierte. Sie war als Schülerin zum Austausch in Frankreich, verbrachte später mehrere Wochen in Florenz, hat ein Freiwilliges Soziales Jahr in Frankreich absolviert. 2016 reiste sie auf Einladung der Deutschen Olympischen Sportjugend für zwei Wochen zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro. Jetzt, im sechsten Semester ihres Lehramtsstudiums, startet sie ihr bislang größtes Abenteuer: Sie geht von Februar bis Juli in den Senegal. Ihre Französisch-Kenntnisse will die 22-Jährige in dem westafrikanischen Land noch weiter verbessern. Vor allem aber sieht sie die Chance, „für längere Zeit in die afrikanische Kultur einzutauchen“.

Wo kann ich in Afrika ein Auslandssemester absolvieren? Diese Frage war gar nicht leicht zu beantworten. Der Kongo wäre eine Möglichkeit gewesen, ist aber nicht ungefährlich. Nach Rücksprache mit dem International Office und ihrem Professor für Literaturwissenschaften, der selbst schon im Kongo war, fiel die Wahl auf den Senegal und die Hauptstadt Dakar. Sie sei die erste Studentin der Uni Würzburg, die dort ein Semester absolviere, erzählt die Kitzingerin. Natürlich wird sie über ihre Erfahrungen dort berichten und könnte somit eine Art Wegbereiter für andere Studierende werden.

Der Austausch erfolgt über das Promos-Programm, für das man sich bewerben und unter anderem einen Sprachnachweis erbringen muss. Den Französisch-Beauftragten der Uni in Dakar hat Luisa Moser schon kennengelernt: „Zwei Dozenten aus Dakar waren im Dezember in Würzburg“, erzählt sie. Erste Kontakte wurden geknüpft, bei einer Einladung zum Essen lernten auch Luisas Eltern den Ansprechpartner ihrer Tochter im fernen Afrika kennen. Nach dem Besuch unterstützte er die Kitzingerin weiter bei den Vorbereitungen, organisierte die Unterkunft auf dem Campus, kümmert sich um die Abholung vom Flughafen. Die 22-Jährige wird ganz normal am Uni-Leben in der Zwei-Millionen-Stadt teilnehmen, auch wenn das Semester dort schon im Januar begonnen hat und sie erst Ende Februar ankommt. Auch der Studiengang wird es nicht der gleiche sein, denn während sie bei uns Lehramt fürs Gymnasium studiert, wird sie dort voraussichtlich den Studiengang „Frankophone Literaturwissenschaften“ besuchen.

Luisa Moser freut sich darauf, mit den anderen Studenten zusammen zu sein und wenn möglich auch etwas vom Land zu erkunden oder Ausflüge zu unternehmen. Wieviel Zeit die Uni einnehmen wird, kann sie noch nicht einschätzen. Bleibt genug Freiraum, könnte sie sich vorstellen, an einer Schule Deutsch zu unterrichten. „So könnte ich noch einen Mehrwert aus dem Auslandssemester rausholen.“

Je näher der Abflug kommt, desto größer wird die Vorfreude auf die Zeit in Afrika. Auch wenn es natürlich Unwägbarkeiten gibt. „Ich beschäftige mich natürlich mit dem Land und informiere mich. Trotzdem habe ich schon oft gelesen, dass es ein Kulturschock sein kann, wenn man dann dort ist.“ Schließlich ist vieles anders, als man es kennt. So hatte Luisa ursprünglich geplant, mit dem Fahrrad von ihrer Wohnung zur Uni zu fahren. Über Einheimische hat sie inzwischen erfahren, dass das im Großstadtverkehr von Dakar wohl keine so gute Idee, weil ziemlich gefährlich, ist. „Dann muss ich halt laufen oder mit einer Art Bus oder Taxi fahren.“ Genaueres wird sie erst vor Ort erkunden können.

Fremde Menschen, neue Kulturen und Bräuche, andere Religionen findet Luisa Moser sehr spannend, „daraus kann man viel lernen“. So wie aus den „Scherzverwandtschaften“ zum Beispiel, die es in Westafrika gibt. Die weit zurückreichende Tradition ist eine Art Schlichtungsmechanismus, um Kriege, Fehden und Streit zu verhindern und verbindet Ethnien und Clans, aber auch Dörfer oder Berufe. Man ist nicht wirklich miteinander verwandt, spottet mal übereinander, beleidigt sich vielleicht sogar, aber nimmt das alles mit Humor. Eine Sicht, die sicherlich zum friedlichen Zusammenleben beitragen kann.

Einen anderen senegalesischen Brauch kennt Luisa schon, zumindest aus Filmen, und so wird sie sich nicht wundern, wenn jemand bei ihrer Abreise einen Eimer Wasser über ihre Füße oder vor ihren Hauseingang schüttet: „Das bringt Glück und bedeutet, dass man gesund wiederkommt“, erklärt sie. Eins ist trotzdem sicher: Kalte Füße vor ihrem Auslandssemester wird sie nicht bekommen.

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