Als der letzte Zug nach Etwashausen fuhr

Freitag, 29. Mai 1981, gegen 14 Uhr im Bahnhof Gerolzhofen: Lokführer Ernst Belz setzt seine fast 2000 PS starke Diesellok der Baureihe 215 mit dem Handrad in Gang. Viel zu ziehen hat sie nicht. Nur ein Personen- und ein Güterwagen hängen an der Lok, ein ungewöhnliches, heute undenkbares Gespann. Der Personenwagen ist gut besetzt an diesem Tag vor 30 Jahren.
Der Anfang vom Ende: Wehrmachtssoldaten sprengten am 4. April 1945 die Eisenbahnbrücke über den Main in Kitzingen. Die Brücke wurde nie mehr aufgebaut, so dass die Nebenbahn Schweinfurt-Kitzingen seit Kriegsende keine direkte Verbindung mehr zur Hauptstrecke Nürnberg-Würzburg hatte.
Foto: Förderverein Steigerwald-Express | Der Anfang vom Ende: Wehrmachtssoldaten sprengten am 4. April 1945 die Eisenbahnbrücke über den Main in Kitzingen. Die Brücke wurde nie mehr aufgebaut, so dass die Nebenbahn Schweinfurt-Kitzingen seit Kriegsende keine direkte Verbindung mehr zur Hauptstrecke Nürnberg-Würzburg hatte.

Wäre das immer so gewesen, wäre das vielleicht nicht die letzte Fahrt des Nahverkehrszugs Nummer 7813 von Gerolzhofen nach Kitzingen-Etwashausen gewesen. Gegen 15 Uhr schlug dann im Bahnhof Etwashausen die letzte Stunde des Personenverkehrs auf dem rund 28 Kilometer langen Streckenabschnitt von der Steigerwaldstadt an den Main. Fahrplanmäßig sollte der Zug schon um 14.34 Uhr in der Kitzinger Gartenbauvorstadt angekommen sein, doch Lokführer Belz legte extra für Presse und Rundfunk einige Zwischenstopps ein, um noch einmal historische Aufnahmen machen zu können. Im Bahnhof Etwashausen ging eine 88-jährige ...

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