Kleinlangheim

Antrag scheitert erneut: Kein Solarpark in der Kleinlangheimer Au

In der Kleinlangheimer Au wird kein Solarpark entstehen. Der Gemeinderat sprach sich nach einer teilweise emotionalen Diskussion erneut dagegen aus (Symbolfoto).
In der Kleinlangheimer Au wird kein Solarpark entstehen. Der Gemeinderat sprach sich nach einer teilweise emotionalen Diskussion erneut dagegen aus (Symbolfoto). Foto: Patrick Pleul, dpa

Erneut lag dem Kleinlangheimer Gemeinderat der Antrag zur Errichtung eines Solarparks auf der Flurnummer 1176 in der "Vorderen Au" vor – und wurde erneut abgelehnt.

In der Sitzung am 17. März hatte der Rat diesen Antrag schon einmal mit fünf gegen sieben Stimmen abgelehnt. In der Sitzung am Dienstagabend im Sportheim, für die sich etliche Bürger interessierten, stimmten diesmal sechs Räte dafür und sieben dagegen.

Dass sich das Ratsgremium diese Entscheidung nicht leicht machte, war daran zu erkennen, dass über die Photovoltaikanlage in der Au rund eineinhalb Stunden diskutiert wurde.

Ablehnung ohne handfeste Gründe

Bürgermeisterin Gerlinde Stier sagte zur erneuten Vorlage des Antrags, dass nach Rücksprache mit der Rechtsaufsicht am Landratsamt das Thema aufgrund von Änderungen ein weiteres Mal möglich wurde. Dazu gehörten ein breiterer Sichtstreifen, die Gewährung eines Infrastrukturausgleichs und das Fehlen "handfester Gründe" für die damalige Ablehnung.

Zu besagtem Ausgleich sagte Jochen Link aus Martinsheim, dessen Unternehmen als Dienstleister für die Firma N-Ergie diese Anlage bauen möchte, dass die Idee zur Möglichkeit der finanziellen Unterstützung der Gemeinde von ihm stamme.

Auf Fragen aus der Runde zur finanziellen Seite erklärte er: "Die Gemeinde würde zehn Prozent des Umsatzes bekommen und das ab dem ersten Jahr."

Gesetz fordert 110 Meter Abstand

Im Rückblick auf die Entwicklung der Solaranlagen in der Flur von Kleinlangheim und seinen Ortsteilen erinnerte die Bürgermeisterin daran, dass 2009 erste Anfragen kamen und dann in diesem Jahr der Grundsatzbeschluss gefasst wurde, dass solche Anlagen in bestimmten Bereichen prinzipiell erlaubt seien. Das Plangebiet wurde auf 22,9 Hektar festgelegt, "wozu auch der Bereich zwischen der Staatsstraße in Richtung Feuerbach und der Autobahn gehörte".

Nach dem entsprechenden Aufstellungsbeschluss der Gemeinde habe es eine gesetzliche Änderung für den Abstand von Solaranlagen zu Schienenwegen und Autobahnen von 110 Metern gegeben. Dadurch musste der ursprüngliche Bebauungsplan eingegrenzt und ein neuer angelegt werden. "Aber der Grundsatzbeschluss zur Möglichkeit zwischen Staatsstraße und Autobahn steht noch und es wäre gut, zu einem Konsens zu kommen", sagte Stier.

Betreiber sichert die Anlage ab

Willi Köhler hob die angestrebte Energiewende und die positiven Auswirkungen einer solchen Anlage hervor, da es keine Versiegelung gebe und durch die Bepflanzung Biotope geschaffen würden. Hans Braun sprach sich gegen Solaranlagen auf Ackerflächen aus. Er befürchtete höhere Pachtpreise für die Äcker und ein Umspannwerk, falls die Fläche genehmigt werde.

Werner Krauß machte darauf aufmerksam, dass der Rat solche Anträge auch schon abgelehnt habe. Für Maria Wallrapp habe die Erzeugung von Lebensmitteln Vorrang vor der Erzeugung von Strom und Manfred Riedl meldete Bedenken an, dass die Kosten beim Abbau von solchen Anlagen und Windrädern letztendlich beim Bürger hängen blieben.

Thomas Schellhorn hatte Zweifel bei der Pflege der Biotopstreifen um die Anlagen, die aber nach Aussage von Jochen Link durch den Betreiber gesichert sei. Link verwies auch darauf, dass die Betreibergesellschaft für Kosten zur Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans zuständig sei.

Photovoltaik hat kein Corona

"Es gibt planungsrechtlich keine Gründe, um dort eine Solaranlage zu errichten. Und wir haben die Planungshoheit", sagte Dieter Brunner. Er erinnerte an die Maxime, an der Autobahn zu bleiben. Köhler hielt entgegen: "Wir wurden gewählt, um zum Wohle der Gemeinde zu entscheiden. Dazu gehören auch die Einnahmen aus solchen Anlagen."

Stier bestätigte, "dass die Solaranlagen in der Flur den höchsten Steuerbetrag für die Gemeinde bringen". Zudem würde diese Anlage auf einem Sandboden entstehen, was die Nitratbelastung verringern könnte. Zudem gebe es bei Photovoltaik keine Corona-Krise. Es folgte eine weitere, teilweise emotionale Diskussion, die mit einer namentlichen Abstimmung endete, welche knapp gegen den Antrag ausfiel.

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