Aufräumen mit den Mythen

Eine Exkursion zum Judenfriedhof in Schopfloch unternahm der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit. Dabei führte Angelika Brosig die Gruppe aus Obernbreit durch das weite Areal des Friedhofs und stellte die Geschichte des „Gottesackers“ von der Anlage im 17. Jahrhundert bis zur Schändung im Dritten Reich und der geringen Anteilnahme an dessen Zustand bis in die jüngere Vergangenheit dar.
Eintauchen in die Geschichte: Eine Exkursion zum Judenfriedhof in Schopfloch unternahm der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit.
Foto: Heidecker | Eintauchen in die Geschichte: Eine Exkursion zum Judenfriedhof in Schopfloch unternahm der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit.

Beeindruckend für die Teilnehmer war laut Pressemitteilung das Einzugsgebiet: Die Toten aus bis zu 30 Kilometer entfernten Dörfern wurden auf Wagen, die von Pferden gezogen wurden, nach Schopfloch gebracht. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Bestattung binnen 24 Stunden stattfinden musste, bedeutete dies für die begleitende Trauergemeinde eine enorme Anstrengung. Brosig räumte mit den diskriminierenden Mythen um jüdische Bestattungsbräuche auf; etwa dem, dass Juden stehend oder sitzend begraben wurden. Dies gehe zurück auf Falschinterpretationen von Betrachtungen fremder Riten, so die Expertin. ...

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