Kitzingen

Baustellenrundgang: Das passiert in der Grube am Oberen Mainkai

Der Projektleiter hat unseren Redakteur mit zur neuen Kaimauer genommen. Was dort, drei Meter unter der Wasseroberfläche, passiert, zeigt ein Spaziergang über die Baustelle.
Der Blick in die Baugrube am Oberen Mainkai in Kitzingen und auf die 19 bereits fertigen Stücke der neuen Kaimauer.
Der Blick in die Baugrube am Oberen Mainkai in Kitzingen und auf die 19 bereits fertigen Stücke der neuen Kaimauer. Foto: Tim Eisenberger

Ausgestattet mit Bauhelm und Zollstock schreitet Tobias Haupt über die Baustelle am Oberen Mainkai in Kitzingen. Einmal pro Woche kommt der Projektverantwortliche der Stadt Kitzingen bei seinem aktuell größten Bauprojekt vorbei. Im Bereich des Gustav-Adolf-Platzes werden gerade überirdisch die temporären Ersatzrohre des Überlaufbeckens zum Main verlegt, damit im Anschluss das Schachtbauwerk unterirdisch neu gestaltet werden kann. Bis zu 1000 Liter Wasser pro Sekunde sollen hier zukünftig in den Main fließen können, wenn das Überlaufbecken am Gustav-Adolf-Platz vollläuft. "Das sieht von oben beeindruckend aus, aber unten möchte man nicht davor stehen", so Haupt über die Wucht mit der das Wasser dann fließt. Um all dies näher zu erklären, ist es aber gerade viel zu laut. Während die Bauarbeiter die Rohre befestigen, versteht man sein eigenes Wort nicht mehr. Deshalb beginnt Haupt seine Führung durch die Baustelle lieber 200 Meter mainaufwärts.

Dort entstehen bereits die sogenannten Kragarme, Plattformen, die künftig Spaziergänger zum Verweilen einladen sollen und die 1,80 Meter auf das Wasser hinausragen. "Damit gewinnen wir Platz", erklärt Haupt. Der wichtigste Teil der Baustelle ist aber nicht die Oberfläche, die zum Naherholungsraum entwickelt wird, oder das Schachtbauwerk am Gustav-Adolf-Platz, sondern die Kaimauer. Bereits vor sieben Jahren stellten Taucher dort fest, dass die alte Kaimauer nicht mehr ganz intakt ist.

400 Meter Spundwände verbaut

Um sie zu ersetzen, musste eine wasserdichte Baugrube gebaut werden. Bis zu fünfeinhalb Meter tief wurden die Spundwände in den Fels eingelassen. Oberhalb der Erde ragen sie ebenfalls knapp fünf Meter heraus und halten so den Fluss im Zaum. Mit seinem Zollstock zeigt Haupt, wo das Wasser ist. "Wir befinden uns also grade dreieinhalb Meter unterhalb der Wasseroberfläche", erklärt er. Auf insgesamt rund 400 Meter wurden die Stahlwände für die Baugrube verbaut, damit die Bauarbeiter im Trockenen die alte Kaimauer abreißen konnten. Weil die Wände nicht ganz dicht sind und an manchen Stellen etwas Wasser vom Main in die Grube drückt, gibt es mehrere Pumpen, die das Wasser über Rohre zurück in den Fluss befördern.

Bauleiter Tobias Haupt zeigt mithilfe des Zollstocks, wo sich die Wasseroberfläche des Mains befindet.
Bauleiter Tobias Haupt zeigt mithilfe des Zollstocks, wo sich die Wasseroberfläche des Mains befindet. Foto: Tim Eisenberger

Von der neuen Mauer stehen bereits 19 der 25 Teile. Bis Weihnachten wird sie fertiggestellt und auch das Schachtbauwerk, das zukünftig bessere Kontrollen der Kanäle ermöglicht, soll noch 2020 gebaut werden. An einem bereits fertigen Stück Kaimauer zeigt Haupt noch eine weitere Besonderheit: In alle 25 Mauerteile wird oder wurde je ein Rohr mit einem Durchmesser von 100 Millimeter eingelassen. "Damit sich der Grundwasserspiegel mit dem Mainwasserstand auspegeln kann", erklärt Haupt.

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Baustelle Oberer Mainkai

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Weniger Parkplätze als zuvor

Im kommenden Jahr geht es dann vor allem um die Oberflächengestaltung. Eine grüne Verbindung der städtischen Promenade zum naturnahen Mainufer soll entstehen und damit der öffentliche Raum und die Aufenthaltsqualität am Oberen Mainkai erheblich aufgewertet werden. Hierfür werden die Parkplätze auf die andere Seite verlegt. Ein Gehweg trennt die dann nur noch 31 (statt 52) Parkplätze von der Häuserzeile.

Von der Alten Mainbrücke aus sieht man das gesamte Ausmaß der Baustelle am Oberen Mainkai.
Von der Alten Mainbrücke aus sieht man das gesamte Ausmaß der Baustelle am Oberen Mainkai. Foto: Tim Eisenberger

Am Ufer entstehen Sitzelemente mit Bepflanzung. Die Oberfläche soll dabei analog zum Unteren Mainkai gepflastert werden. Und wenn schon gebaut wird, dann erneuert die Stadt auch gleich die Versorgungsleitungen und die Hausanschlüsse. Im Sommer 2022 soll alles fertig sein. Bis dahin müssen die Anwohner noch mit dem Lärm leben, aber das Ergebnis wird es wert sein, ist sich Haupt am Ende des Rundgangs sicher.

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