Kitzingen

Bürgerbeteiligung: Diese Konzepte diskutiert der Kitzinger Stadtrat

Wenn es um den Umbau der Innenstadt geht, werden die Weichen auf Jahrzehnte gestellt. Deshalb bittet die Stadt die Bürger um ihre Meinung. Aber wie geht das in der Pandemie?
Bürgerbeteiligung in Kitzingen: Ein Workshop mit Stuhlkreis (Archivbild von 2019) scheint in der Pandemie unmöglich. Deshalb setzen Oberbürgermeister und Stadtrat beim Innenstadt-Konzept auf digitale Beteiligungsformen.
Foto: Gerhard Bauer | Bürgerbeteiligung in Kitzingen: Ein Workshop mit Stuhlkreis (Archivbild von 2019) scheint in der Pandemie unmöglich. Deshalb setzen Oberbürgermeister und Stadtrat beim Innenstadt-Konzept auf digitale Beteiligungsformen.

Der Kitzinger Stadtrat will die Innenstadt auf Vordermann bringen, sanieren und modernisieren. Da dabei laut Oberbürgermeister Stefan Güntner (CSU) für die nächsten drei Jahrzehnte die Weichen gestellt werden, sollen die Bürger sich an der Diskussion beteiligen.

In Zeiten der Pandemie braucht es dafür digitale Formate, damit sich Kitzinger von zu Hause aus per Computer, Tablet oder Smartphone teilnehmen können. Zwei Büros, die sowohl Präsenz- wie virtuelle Befragungen und Workshops anbieten, stellten sich diese Woche im Kitzinger Stadtrat vor. Aufgrund der Informationsflut sah sich das Gremium außerstande, sofort eine Auswahl zu treffen. Erst wenn die Fraktionen nochmals beraten haben, will sich der Rat festlegen.

Es hatten überhaupt nur drei Büros Interesse gezeigt, die Kommunikation zwischen Stadt und Bürgern in die Hand zu nehmen: eines aus Bremen, eines aus Nürnberg und eines aus Güntersleben. Zwei hatten Vertreter in die Sitzung entsandt. 

Zwei Büros – zwei Konzepte

Die DSK GmbH aus Nürnberg ist in Kitzingen bekannt. Die Stadtentwicklungsgesellschaft hat vorbereitende Untersuchungen zur Altstadt durchgeführt und die thematische Einteilung in Quartiere vorgenommen. Für sie erklärte Projektleiter Peter Großmann, Ziel sei, komplexe Sachverhalte im Zusammenhang mit dem Umbau der Innenstadt in einfache Sprache zu übersetzen und auf Online-Plattformen darzustellen. Damit wolle man die Bürger informieren und an der Diskussion beteiligen. 

Die DSK würde den Betrieb der Internetseiten übernehmen, in Abstimmung mit der Stadtverwaltung digitale Fragebögen und andere Beteiligungsformen entwickeln und die Inhalte einstellen. Auch für den Datenschutz werde die DSK sorgen, versprach Großmann.

Inhaltlicher Schwerpunkt der Diskussionsforen solle die Gestaltung des öffentlichen Raums sein, also zum Beispiel die Möglichkeit, Grünfläche auszuweiten oder zu schaffen oder die Innenstadt mit Bänken zu versehen. 

Der Projektplaner bot auf Nachfrage aus dem Rat auch Workshops an, ob in Präsenz oder als Videokonferenz. Großmann betonte allerdings, dass die Bürgerbeteiligung keine repräsentative Umfrage sein werde, sondern ein Stimmungs- und Meinungsbild in der Bevölkerung abfragen könne. Die Entscheidung, welche Schlüsse daraus für die Innenstadt zu ziehen sind, behält sich der Stadtrat vor. 

Als zweites Büro zählte Be content aus Güntersleben die Vielfalt seiner Bürger-Beteiligungsmöglichkeiten auf. Wie schon beim Firmennamen – ein Wortspiel aus "Sei Inhalt und sei zufrieden" – dominierten englische Begriffe, die sich nicht beim ersten Hören gleich erschlossen. Verena Ullmann und Carsten Lexa stellten ihr "Mitmach-Konzept" vor, "das alle begeistert". Sie versprachen, die Kitzinger zu "Mitmach-Bürgern" zu machen – falls gewünscht mit Weinprobe, Konzert oder sogar mit einem Zauberer. Man werde die Bevölkerung mit "Gamification triggern" und die Teilnehmer mit "Kitz-Talern" belohnen, die für einen Sachwert stehen. Der Auftritt des Moderators und der Marketingspezialistin erinnerte in Teilen an eine Verkaufsshow. 

Inhaltlich hatte Be content ebenfalls eine große Angebotspalette zu bieten. Dazu stellten sie eine Art digitale Tafel vor, auf der alle Diskussionsfortschritte in Echtzeit einfließen, so dass der Überblick über die Bürgerbeteiligung im Internet ständig aktuell gehalten werden kann.

In der Diskussion forderten Räte, die Bürger bei der Beteiligung mitzunehmen, sie aber nicht zu überfordern oder gar zu frustrieren. Vor allem sei es nötig, bis Jahresende Ergebnisse zu liefern, so dass 2020 erste Schritte umgesetzt werden können. Die Entscheidung über das Konzept der Bürgerbeteiligung soll in der Sitzung am 20. Mai fallen.

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