Wiesenbronn

Bürgerversammlung in der Hitze: Wiesenbronner wollen mehr wissen

Auf dem Platz gegenüber dem ehemaligen Krämerladen informierten sich die Wiesenbronner am Samstag über das ein eventuelles Bürgerhaus. Sie diskutierten – und schwitzten.
Über ein Bürgerhaus im Anwesen neben dem Rathaus konnten sich die Wiesenbronner am Samstagnachmittag auf dem Platz gegenüber dem ehemaligen Krämerladen informieren und Argumente pro und contra austauschen
Über ein Bürgerhaus im Anwesen neben dem Rathaus konnten sich die Wiesenbronner am Samstagnachmittag auf dem Platz gegenüber dem ehemaligen Krämerladen informieren und Argumente pro und contra austauschen Foto: Winfried Worschech

Tropische Temperaturen hielten am Samstagnachmittag viele Wiesenbronner nicht davon ab, sich auf dem Platz gegenüber dem ehemaligen Krämerladen über ein mögliches Bürgerhaus im Anwesen westlich des Rathauses zu informieren und Argumente pro und contra zu diesem Projekt auszutauschen. Der Gemeinderat hatte sich zu diesem Schritt entschlossen, da eine Entscheidung für oder gegen das Haus nicht über die Köpfe der Einwohner hinweg getroffen werden soll.

Auch am Samstag wurde natürlich nichts entschieden. Der Vorschlag von Bürgermeister Volkhard Warmdt, zur Thematik in der Sporthalle auch noch eine Bürgerversammlung mit coronabedingten 200 Interessenten zu veranstalten, fand breite Zustimmung. Hauptgrund für dieses Vorgehen war die Aussage von etlichen Diskussionsteilnehmern, dass noch großer Info-Bedarf bestehe "und grundsätzlich zu wenig Wissen über das Projekt in der Bevölkerung vorhanden ist", wie es ein Bürger formulierte.

Zuschuss von 80 Prozent in Aussicht

Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Argumente pro und contra sachlich vorgetragen. Vor allem die finanziellen Aspekte brachten einige der Gegner dazu, sich Gedanken darüber zu machen, was aufgrund sehr hoher staatlicher Förderung für die Gemeinde möglich werden könnte. Der Bürgermeister hatte vorgetragen, dass es zu den veranschlagten Kosten von rund 1,6 Millionen Euro voraussichtlich einen 80-prozentigen staatlichen Zuschuss geben werde. "Und wir hätten auch noch den Vorteil, dass das Archiv im Bürgerhaus bezuschusst würde, während es im Matthäushaus der Kirchengemeinde keine Unterstützung bekäme."

Sein Stellvertreter Harald Höhn hob das Bürgerhaus als sozialen Treffpunkt hervor, "denn es kann nicht sein, dass derzeit der Friedhof diese Funktion erfüllt". Höhn betonte, dass es für Wiesenbronn eine große Chance sei, ein solches "Projekt für die Zukunft und die Lebensqualität" im Rahmen der Städtebauförderung zu verwirklichen. "Es grenzt schon an ein Wunder, dass wir in das Förderprogramm aufgenommen wurden." Falls das Bürgerhaus nicht zustande käme, bestehe auch die Gefahr, dass Wiesenbronn aus dem Programm heraus falle. Wie in der letzten Ratssitzung versprach Höhn, dass er alles dafür tun werde, damit das Haus mit Leben erfüllt werde.

"Es grenzt schon an ein Wunder, dass wir in das Förderprogramm aufgenommen wurden."
Harald Höhn, 2. Bürgermeister Wiesenbronn

Von den Leuten auf der Contra-Seite wurde einige Male das Argument  vorgebracht, dass es immer schwieriger werde, Einsatzwillige für die verschiedenen Veranstaltungen und damit auch für die Räumlichkeiten und Aufgaben in einem Bürgerhaus zu bekommen und eine finanzielle Belastung für die Gemeinde durch die Folgekosten nach dem Bau des Bürgerhauses entstehe. Verwiesen wurde auf verschiedene Räumlichkeiten in anderen Gebäuden, die als sozialer Treffpunkt dienen könnten.

Es wurde auch moniert, dass der alte Gemeinderat die Einwohnerschaft zu Information und Entwicklung von Krämerladen und Bürgerhaus zu wenig einbezogen habe. Altbürgermeister Gerhard Müller hielt den Standort des Bürgerhauses neben der Straße für nicht geeignet und verwies auch auf fehlende Parkplätze. Zum weiteren Vorgehen kamen Vorschläge in der Richtung, eine Bürgerbefragung durchzuführen. "Falls dadurch ein Bürgerentscheid zustande käme, würden wir uns daran halten", sagte der Bürgermeister.

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