Castell

Castell: Schuldenfreier Abschied mit Rekordhaushalt

Ihren Abschied vom Ratstisch nahmen in Castell neben (von links) Bürgermeister Jochen Kramer auch die Gemeinderäte Gudrun Kroeschell und Georg Schwarz. Kramer hat 24 Jahre, Kroeschell 12 Jahre und Schwarz sogar 36 Jahre, als gewählter Volksvertreter hinter sich.
Ihren Abschied vom Ratstisch nahmen in Castell neben (von links) Bürgermeister Jochen Kramer auch die Gemeinderäte Gudrun Kroeschell und Georg Schwarz. Kramer hat 24 Jahre, Kroeschell 12 Jahre und Schwarz sogar 36 Jahre, als gewählter Volksvertreter hinter sich. Foto: Andreas Stöckinger

Mit der letzten Sitzung dieser Amtsperiode schieden in Castell zwei Personen aus dem Gemeinderat, die das Wohl der Gemeinde einige Jahre mit prägten. Neben dem Bürgermeister Jochen Kramer, der 18 Jahre als Ortsoberhaupt und zuvor sechs Jahre als Gemeinderat tätig war, beendete auch Georg Schwarz seine Zeit im Gemeindeparlament. Seit 1984, also seit 36 Jahren, war Schwarz am Ratstisch, in den letzten 18 Jahren, vertrat er den Bürgermeister bei Bedarf. "Ein politisches Urgestein, äußerst zuverlässig. Er tritt ab und nimmt viel Wissen über unsere Gemeinde mit", würdigte Noch-Bürgermeister Kramer seinen Stellvertreter. Aus dem Rat schied zudem Gudrun Kroeschell, die 12 Jahre als Gemeinderätin aktiv im Gremium mitarbeitete.

Dazu sprach Jochen Kramer sein Schlusswort. "Jetzt steht man da, sehr einsam, man kann nicht einmal Hände schütteln. Das ist befremdlich, aber die Krise macht es notwendig", schilderte er die Situation. Kramer streifte sein Amt, das "von Großbaustellen bis zu Hundehaufen", alles bereit gehalten habe. Seinen Schlusspunkt habe er "bewusst gewählt, andere können es auch." Seinem Nachfolger Christian Hähnlein wünschte er "viel Geschick und Geduld, Leidensfähigkeit und Freude bei seiner Arbeit. Optimismus ist immer gut in dieser Gesellschaft." Eine Art Dorffest würde sich Kramer wünschen, wenn die Corona-Zeiten vorbei seien.

Später würdigte Georg Schwarz den ausscheidenden Kramer, für den das Bürgermeister-Amt "keine Pflichtaufgabe, sondern eine Herzensangelegenheit" gewesen sei. Die Casteller Bürger hätten ihrer Gemeinde großes Vertrauen entgegen gebracht, was vor allem am Oberhaupt gelegen habe. Unstimmigkeiten habe es auch dank Kramers "bewundernswerter Selbstbeherrschung" kaum gegeben. Schwarz zählte etliche Projekte und Veranstaltungen auf, die Jochen Kramer in seiner Amtszeit durchführte. Ständiger Begleiter in den 18 Jahren Amtszeit sei die Dorferneuerung Castells gewesen, die nun au ihren Abschluss zusteuert.

Haushalt so hoch wie nie zuvor

In der Ratssitzung verabschiedete das alte Gremium zudem den Gemeindehaushalt für das Jahr 2020. Dieser fiel mit insgesamt 3,276 Millionen Euro so hoch aus wie noch keiner zuvor. Ein Grund dafür sei, so Bürgermeister Kramer, dass einige für das Vorjahr geplanten Projekte auf dieses Jahr verschoben werden mussten. Darunter sind etwa die Baumaßnahme Rathausplatz (Kosten: 303 450 Euro, davon kalkulierter Zuschuss 161 280 Euro), die noch zur Dorferneuerung zählt, sowie der Ausbau des Radwegs entlang des Flurstücks Klinge nach Wiesenbronn (Kosten: 390 000 Euro, Zuschuss: 287 000 Euro).

Die Eckdaten des Haushalts sind: Gesamtvolumen 3,276 Millionen Euro (plus 312 218 Euro im Vergleich zum Vorjahr); Verwaltungshaushalt: 1,639 Millionen Euro; Vermögenshaushalt: 1,636 Millionen Euro. Die Steuerkraft der Gemeinde beträgt 608 Euro pro Einwohner, womit die Gemeinde auf Rang 26 im Landkreis liegt.

Haupteinnahmen im Verwaltungshaushalt sind der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer (463 760 Euro), Schlüsselzuweisungen (370 028 Euro), Wasser- und Kanalgebühren (178 600 Euro), Realsteuern (127 000 Euro). Bei den Ausgaben schlagen die Kreisumlage (310 598 Euro), der Kindergarten (233 750 Euro), sowie Personalkosten (219 381 Euro), und die VG-Umlage (124 488 Euro) am meisten zu Buche. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt 241 443 Euro.

Ein großer Posten ist zudem die Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos, für die 390 000 Euro eingestellt wurden. Zur anstehenden Sanierung der Kläranlage wurden für eine Abwasserstudie 56 000 Euro eingeplant, wovon 42 000 Euro als Zuschuss wieder zurück fließen.  

Im Vermögenshaushalt sind die Haupteinnahmen die Zuweisungen für Investitionen (733 400 Euro) sowie die Entnahme aus den Rücklagen (570 638 Euro).

Insgesamt ist die Gemeinde bei einer Pro-Kopf-Verschuldung von 22,89 Euro nahezu schuldenfrei. "Wir haben ein hohes Investitionsvolumen, es sind keine Kredite erforderlich. Rücklagen sind angespart, dazu haben wir noch Bauland", fasste Bürgermeister Kramer den letzten Haushalt seiner Amtszeit zufrieden zusammen.

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