Kitzingen

Die Posten im Kreistag Kitzingen sind ausgekartet

Am 11. Mai tritt der neue Kreistag im Landkreis Kitzingen zusammen. Doch die wichtigsten Personalentscheidungen sind bereits im Vorfeld geklärt. Wer bekommt welchen Posten?
Das Landratsamt in Kitzingen.
Das Landratsamt in Kitzingen. Foto: Corinna Petzold

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Der Kitzinger Kreistag bestimmt am Montag, 11. Mai, ab 14 Uhr in der Maintalhalle Dettelbach in der konstituierenden Sitzung sein Personaltableau für die kommenden sechs Jahre. Und dabei deuten sich einige Überraschungen an.

Die großen Fraktionen haben sich im Vorfeld nicht ohne Zähneknirschen auf folgende Vorschläge für die Wahlen am Montag geeinigt: Da der stellvertretende Landrat Paul Streng (Freie Wähler), Sommerach, nicht mehr zur Verfügung steht, wird an seiner Stelle eine FW-Politikerin nachrücken. Susanne Knof, neue Bürgermeisterin von Obernbreit, vertritt künftig die FW-Landrätin Tamara Bischof. Damit setzt sie die Tradition fort, dass die Freien Wähler auch den gesetzlichen Stellvertreter der Landrätin stellen. Das ist nicht in allen vergleichbaren Gremien so. Oft wird als Stellvertreter ein Kandidat der größten Partei bestimmt. Das wäre im Landkreis Kitzingen die CSU. Doch Freie und CSU lassen es in dieser Frage nicht auf einen offenen Streit ankommen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar.

Unveränderte Parteienkonstellation bei den Stellvertretern 

Die Christsozialen kommen erst bei den beiden gleichberechtigten weiteren Stellvertretern zum Zug: Doris Paul (Wiesenbronn) soll Stellvertreterin bleiben. Ebenfalls in dieser Funktion vorgesehen ist Robert Finster, SPD (Mainbernheim), der sein Amt überraschenderweise behalten soll. Überraschend deshalb, weil die SPD drei Sitze verloren hat und damit in der Fraktionsstärke hinter den Grünen rangiert, die vier Sitze gewannen und nun auf Platz 3 hinter CSU und Freien Wählern stehen. Mit dem erwarteten Votum für Finster wollen die Fraktionen seine Verdienste würdigen, so formulierte es Josef Mend, Fraktionsvorsitzender der Freien.

Tatsächlich hatten auch die Grünen nach Auskunft ihrer Fraktionsvorsitzenden Angela Hufnagel den Anspruch auf einen Stellvertreter-Posten angemeldet. Doch die Mehrheit der anderen großen Fraktionen hat das verhindert. Für Hufnagel spiegelt das nicht den Wählerwillen wider. Der Kreistag hätte zur Güte wohl einen weiteren Stellvertreterposten für die Grünen eingeführt, doch das lehnte die erstarkte Fraktion ab: "Das hätte nur den Haushalt belastet", sagt Hufnagel, und sei angesichts der Aufgabenverteilung unter den Stellvertretern auch nicht nötig.

Alternativ hätten es die Grünen am Montag auf eine Kampfabstimmung zwischen Finster und einem Grünen-Kandidaten ankommen lassen können. Aber laut Hufnagel will ihre Fraktion nicht gegen den verdienten Sozialdemokraten stimmen und auch nicht den Beginn der Amtsperiode mit einem Streit beginnen. Wichtiger sei ihr die inhaltliche Arbeit. 

Grüne erhalten Umweltreferat

In diesem Punkt immerhin kamen die anderen Fraktionen, besonders die CSU, den Grünen entgegen: Mit Klaus Sanzenbacher (Kitzingen) soll künftig ein Grüner Referent für Umwelt und Klima werden. Die anderen Vorschläge der Fraktionen sehen folgende Referenten vor: Gerlinde Martin, CSU (Jugend und Familie), Marcel Hannweber, CSU (Wirtschaft und Kultur), Stefan Wolbert, FW (Bildung und Soziales), Roland Hardörfer, FW (Krankenhaus), Eva-Maria Weimann, SPD (Verkehr und ÖPNV). 

Die Referate sollen teils andere Zuschnitte erhalten. Zuständigkeiten werden neu verteilt. Änderungen gibt es nach der Kommunalwahl auch in der Besetzung der Ausschüsse. In den Zwölfer-Ausschüssen des Kreistags verlieren CSU und SPD je einen Sitz. Dafür gewinnen Grüne und die neu vertretene AfD je einen dazu. Bei den Sechser-Ausschüssen verliert die Gemeinschaft aus UsW/FDP/BP einen Sitz zugunsten der AfD. 

Inzwischen haben die Fraktionen auch ihre Fraktionsvorsitzenden gewählt: Werner Knaier (CSU), Josef Mend (Freie Wähler), Robert Finster (SPD), Angela Hufnagel (Bündnis 90/Die Grünen), Andrea Klingen (AfD, Markt Einersheim). Für die Ausschussgemeinschaft FDP/UsW/BP ist Hans Müller (FDP, Wiesentheid) der Sprecher.

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