DIE GLOSSE

Die Woche: Zwei Minuten Nichtstun

Vielleicht ist es ja Zufall, aber seit es über das Landratsamt Seminare gibt, in denen man sich zum Q-Coach ausbilden lassen kann, stimmt irgend etwas mit unseren Kühen nicht mehr. Die Tiere scheinen keine Lust auf Q-Coache zu haben – und machen sich aus dem Staub. Am Dienstag musste eine Kuh ihre Wanderung auf der Staatsstraße zwischen Hüttenheim und Nenzenheim leider sogar mit dem Leben bezahlen. Gerüchte, dass ein Q-Coach am Steuer saß, bestätigten sich allerdings nicht.

Q-Coach ist ein derart schreckliches Wort, dass es durchaus zum „Anglizismus des Jahres 2010“ getaugt hätte. Wie allerdings am Mittwoch bekannt wurde, setzte sich „leaken“ durch. Sie wissen schon: Die Sache mit den anonymen Veröffentlichungen geheimer Informationen, mit der Enthüllungsplattform WikiLeaks an der Spitze.

Wer also leakt, macht nichts anderes als zu enthüllen, auszuplaudern und zu verraten.

Leider wissen wir nicht, auf welchem Platz bei dem Anglizismen-Wettbewerb „checken“ landete – aber es muss weit vorne gewesen sein. Denn im Moment wird ohne Ende gecheckt, vor allem an der Mainschleife. Volkach und seine Stadtteile haben sich – so durften wir am Donnerstag lesen – einem Vitalitäts-Check unterzogen. Was insofern sicher nicht verkehrt ist, weil Tags darauf die Meldung kam, dass im Landkreis Kitzingen die Zahl der tödlichen Herzinfarkte besonders hoch ist. Das Motto kann also nur lauten: mehr Vitalität. Und die Volkacher haben es mal wieder zuerst gecheckt.

So, Zeit für eine Verschnaufpause. Zwei Minuten Rast. Was wir in den 120 Sekunden machen? Uns auf die Internetseite www.donothingfor2minutes.com begeben. Dort gibt's etwas gegen die zunehmende Hektik im Alltag in Zeiten von Handy, Mail, Facebook und Twitter. Begrüßt wird man auf der Seite mit Sonnenuntergang am Meer. Dazu die Aufforderung: Zwei Minuten nichts tun, die Flügel hängen lassen und nur das Bild gucken. Das Verrückte ist: Die zwei-Minuten-Auszeit schafft kaum jemand, im Durchschnitt wird nach 54 Sekunden abgebrochen.

Bevor Sie jetzt abbrechen, wollen wir schnell noch ein wenig WikiLeaks spielen und etwas aus der Kreistagssitzung vom Montag enthüllen. Da hat sich nämlich der Michael Glos jr. zu Wort gemeldet und sinngemäß gesagt: Wenn sich drei Bauern einigen sollen, muss man zwei erschlagen. Was natürlich die Sache mit den herumirrenden Kühen erklären könnte: Die suchen vergeblich nach ihren Bauern.

Die Woche blickt immer samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.

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