Kitzingen

Die Wucht der Bilder

Bilder und ihre Geschichten: Rund um das Thema Pressefotos drehte sich eine Podiumsdiskussion am Montag in der Rathaushalle.
Foto: Frank Weichhan | Bilder und ihre Geschichten: Rund um das Thema Pressefotos drehte sich eine Podiumsdiskussion am Montag in der Rathaushalle.

Der Abstecher in die Kitzinger Rathaushalle zum Diskussionsabend zum Thema „(Foto-) Journalismus zwischen Informationspflicht und Verantwortung“ am Montagabend hatte sich schon aus einem Grund gelohnt: Umgeben von den Bildern der World-Press-Photo-Ausstellung erklärte Organisator Volkmar Röhrig, wie man sich der Ausstellung mit den besten Pressebildern der Welt am besten nähert.

Sein Tipp: Nicht einfach stupide von vorne anfangen. Sondern ab durch die Mitte und auf den speziellen Moment warten: „Dass ein Bild ein Signal sendet. Dann sind Sie in der Ausstellung angekommen!“

„Ein großes Plädoyer für die Menschlichkeit.“

Nachdem das geklärt war, konnte die Foto-Diskussion freigegeben werden, zu der der Kitzinger Freundeskreis der Partnerstädte eingeladen hatte. Gut 40 Interessierte hatten den Weg ins Rathaus gefunden, um neben Volkmar Röhrig auch mit Kitzingens Alt-OB und Freundeskreis-Vorsitzenden Bernd Moser sowie Hauptamtsleiter Ralph Hartner und dem Journalisten Andreas Kemper, Mitglied der Chefredaktion, über die Wucht der Bilder zu sprechen.

Die Tatsache, dass die World-Press-Ausstellung im elften Jahr in Kitzingen gastiert, brachte Ralph Hartner zu dem augenzwinkernden Hinweis, dass man in Kitzingen „inzwischen einen Rechtsanspruch auf die Ausstellung“ habe.

Zufällig über den Weg gelaufen

Ralph Hartner war es auch, der im Jahr 2006 zufällig Volkmar Röhrig über den Weg lief, als dieser gerade nach einem weiteren Ausstellungsort für die preisgekrönten Pressebilder suchte und als Mainstockheimer sofort an seinen Heimatlandkreis dachte. Diese Begegnung war es letztlich, die Kitzingen zu einem World-Press-Standort werden ließ. Der Rest ist bereits ein gutes Stück Geschichte, das dieser Tage den 200 000 Besucher in die Rathaushalle spülen wird.

Wie all die Jahre sind dabei auch wieder viele Gewaltbilder zu sehen. Eine gute Grundlage, um auszuloten, wie weit Bilder gehen sollten. Zumal gerade für die nächste Ausstellung ein Siegerbild gekürt wurde, das einen triumphierenden Terroristen zeigt und bereits im Vorfeld für hitzige Diskussionen gesorgt hatte. Auch in der Rathaushalle waren die Meinungen gespalten.

Man muss nur zuhören

Einigkeit bestand darin, dass Fotos generell etwas erzählen – man muss nur zuhören. Sich auf die Ausstellungsbilder einzulassen, trage in der hektischen Bilderflut des Alltags zur Entschleunigung bei, so Röhrig. Zudem seien die Bilder „ein großes Plädoyer für die Menschlichkeit“.

Kemper hob hervor, dass gute Bilder „Wucht und Kraft entfalten“ könnten und oft der Einstieg in den Text seien. Leider sei auch bei Bildern der Trend zu Fake News unübersehbar, hier müssten sich die Zeitungen stärker wappnen und noch genauer auf die Quellen schauen.

Dass Wucht und Kraft gerade bei Gewaltbildern mitunter das Gegenteil erzeugen können, betonte Ralph Hartner: Es falle ihm jedes Jahr schwerer, „die harten Fotos anzuschauen“. Wohl deshalb, weil diese Bilder eine Botschaft haben: „Der Mensch lernt nichts aus dem Krieg!“

Zum Glück gibt es noch genügend andere Bilder, die entdeckt werden wollen: Ab durch die Mitte und gucken, welches Bild Signale sendet.

Vor dem World-Press-Foto des Jahres auf dem Podium (von links): Organisator Volkmar Röhrig, Kitzingens Alt-OB Bernd Moser, der Journalist Andreas Kemper und Hauptamtsleiter Ralph Hartner.
Foto: Weichhan | Vor dem World-Press-Foto des Jahres auf dem Podium (von links): Organisator Volkmar Röhrig, Kitzingens Alt-OB Bernd Moser, der Journalist Andreas Kemper und Hauptamtsleiter Ralph Hartner.
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