Iphofen

Dieter Lenzer mahnt Iphofen zu Sparsamkeit

Der neue Bürgermeister legt seine Schwerpunkte fest und bekommt zwei Stellvertreter zur Seite gestellt. Der eine ist neu, um den anderen gibt es zunächst Verwirrung.
Der neue Iphöfer Stadtrat mit den drei Bürgermeistern (vorne von links) Hans Brummer, Dieter Lenzer und Jörg Schanow sowie dahinter (von links) Peggy Knauer, Gerhard Heubach, Sebastian Muth, Ullrich Ruck, Jürgen Adler, Alexander Hansch, Jürgen Kößler, Norbert Melber, Otto Kolesch, Alexander Kreier, Udo Schumann, Andreas Müller, Harald Berninger und Matthias Schuhmann.
Der neue Iphöfer Stadtrat mit den drei Bürgermeistern (vorne von links) Hans Brummer, Dieter Lenzer und Jörg Schanow sowie dahinter (von links) Peggy Knauer, Gerhard Heubach, Sebastian Muth, Ullrich Ruck, Jürgen Adler, Alexander Hansch, Jürgen Kößler, Norbert Melber, Otto Kolesch, Alexander Kreier, Udo Schumann, Andreas Müller, Harald Berninger und Matthias Schuhmann. Foto: Susanne Kornacker

Dieter Lenzer ist seit 18 Jahren Stadtrat und seit zwölf Tagen neuer Bürgermeister seiner Heimatstadt Iphofen. Der 44-Jährige weiß, was es heißt, an der Basis gesellschaftlichen Miteinanders mitzubauen. Bürgermeister und Stadtrat seien die „Keimzelle unserer Demokratie“, sagte Lenzer am Montagabend zur Eröffnung der neuen Stadtratsperiode im Festsaal der Karl-Knauf-Halle. Und: „Die kommunale Selbstverwaltung ist ein hohes Gut. Wir regeln die Dinge des täglichen Lebens.“

Neben allerlei Formalem enthielt Lenzers Auftaktrede auch Programmatisches. Die heimische Kultur- und Naturlandschaft soll vor zunehmender Trockenheit geschützt, das Betreuungsangebot der Stadt ausgebaut werden. Und: Er will neue Baugebiete schaffen – ein Gebot der Stunde angesichts von rund 150 Nachfragen nach Bauplätzen, so hat es Lenzers Vorgänger Josef Mend kürzlich erklärt. Nur die wenigsten davon kann die Stadt bedienen.

Der dienstälteste Kollege nimmt Lenzer den Amtseid ab

Es war eine Sitzung mit vielen Wahlen und Festlegungen, eine echte Arbeitssitzung, bevor in den nächsten Wochen und Monaten die eigentliche Stadtratsarbeit beginnen kann. Traditionell nahm der dienstälteste Stadtrat dem Bürgermeister den Amtseid ab, und Otto Kolesch nutzte die Gelegenheit, um als Elder Statesman Grundsätzliches zu klären. An die Kollegen erging der Hinweis: „Die Einbeziehung der anderen Meinung und Idee sollte ein selbstverständliches Element unserer politischen Debatte sein.“

Dem Bürgermeister und dessen Freie-Wähler-Gruppierung diktierte Kolesch ins Stammbuch, diese sollte ihre absolute Mehrheit im Rat als „Chance zu produktivem und konstruktivem Streit“ begreifen, in dem „leidenschaftlich und fair um die beste Lösung und um nichts anderes gerungen wird“. Auch Lenzer rief zu Toleranz und gegenseitiger Wertschätzung auf. Diese Werte seien „Basis für eine gute Zusammenarbeit“.

Der dienstälteste Stadtrat Otto Kolesch (rechts) nahm Iphofens Bürgermeister Dieter Lenzer den Amtseid ab.
Der dienstälteste Stadtrat Otto Kolesch (rechts) nahm Iphofens Bürgermeister Dieter Lenzer den Amtseid ab. Foto: Eike Lenz

Die Corona-Krise werde die Stadt noch über Monate und Jahre beschäftigen, sagte Lenzer, und er sorge sich vor allem um die heimische Wirtschaft und um die Arbeitsplätze der Menschen. Als Kommune werde man die Effekte zeitversetzt spüren: durch wegbrechende Einnahmen und neue, wachsende Ausgaben. Umso mehr sei es Auftrag des Rates, mit den finanziellen Ressourcen der Stadt sorgsam und diszipliniert umzugehen. Begonnene Projekte sollen dabei vollendet werden. Dazu zählte Lenzer den Bau des Busbahnhofs parallel zur B 8, die Erweiterung von Kindergarten und Altenbetreuungszentrum, den Umbau des Kaufhauses Stöhr oder die Sanierung des Gasthauses in Mönchsondheim.

Neuer erster Stellvertreter ist ein Verwaltungsfachmann

Dem neuen Bürgermeister stehen wie bisher zwei Stellvertreter zur Seite. Zum neuen zweiten Mann hinter Lenzer wählte der Rat auf Vorschlag von Freie-Wähler-Fraktionssprecherin Peggy Knauer Hans Brummer. Der erfahrene Verwaltungsbeamte aus dem Stadtteil Hellmitzheim erhielt 16 der 17 Stimmen. Er ist Nachfolger Ludwig Weigands, der das Amt zwölf Jahre lang ausgeübt und nicht mehr für den Stadtrat kandidiert hatte. Dritter Bürgermeister bleibt Jörg Schanow. Der Jurist wurde zwar mit allen 17 Stimmen im Amt bestätigt, allerdings war er bei der Aufforderung Lenzers nach Vorschlägen für den Posten nicht von seiner Partei, der CSU, nominiert worden, sondern von Lenzer selbst.

Iphofens Bürgermeister Dieter Lenzer legt für das gemeinsame Foto mit dem Stadtrat die Amtskette an. Rechts VG-Geschäftsstellenleiter Leo Eckert.
Iphofens Bürgermeister Dieter Lenzer legt für das gemeinsame Foto mit dem Stadtrat die Amtskette an. Rechts VG-Geschäftsstellenleiter Leo Eckert. Foto: Eike Lenz

Die Wahl der Stadtteilreferenten erfolgte jeweils einstimmig: Andreas Müller (Birklingen), Ullrich Ruck (Dornheim), Hans Brummer (Hellmitzheim), Gerhard Heubach (Mönchsondheim), Alexander Hansch (Nenzenheim) und Jürgen Adler (Possenheim). Bei der Wahl des Jugend- und Sportreferenten setzte sich Peggy Knauer in geheimer Abstimmung mit 10:7 Stimmen gegen ihren Mitbewerber Matthias Schuhmann durch, der dann allerdings einstimmig zum Kultur- und Tourismusreferenten gewählt wurde. Seniorenbeauftragter der Stadt bleibt Josef Gareis, der kein Mandat im Stadtrat hat.

Vereidigt wurden in der Sitzung auch die sieben neuen Stadträte Harald Berninger (CSU, Dornheim), Jürgen Kößler (SPD, Iphofen), Alexander Kreier (Bürgerliste, Dornheim), Andreas Müller (CSU, Birklingen), Sebastian Muth (Freie Wähler, Iphofen), Matthias Schuhmann (CSU, Iphofen) und Jürgen Adler (Freie Wähler, Possenheim), der zuletzt bereits als Ortssprecher ohne Stimmrecht im Stadtrat gesessen hatte. Dem neuen Rat gehört in Peggy Knauer nur noch eine Frau an.

In einer früheren Version dieses Artikels fehlte auf dem Gruppenbild der Stadtrat Matthias Schuhmann.

Verdienst im Stadtrat

Das Gehalt des Iphöfer Bürgermeisters ergibt sich aus dem bayerischen Kommunalwahlbeamten-Gesetz und setzt sich aus drei Komponenten zusammen: dem Grundtarif (A15) in Höhe von 6771 Euro, dem Familienzuschlag von 143 Euro und einem Zuschlag je Kind von 122 Euro. Dieter Lenzer, der verheiratet ist und drei Kinder hat, kommt so auf ein Monatsgehalt von 7280 Euro. Dazu kommt eine steuerfreie Dienstaufwandsentschädigung von monatlich 638 Euro.
Der Zweite Bürgermeister erhält monatlich 511 Euro, der Dritte Bürgermeister 255 Euro, ein Stadtteilreferent 50 bis 120 Euro (je nach Einwohnerzahl). Als Stadtrat gibt es 50 Euro pro Sitzung und eine Aufwandsentschädigung von monatlich 50 Euro.
Quellen: KWB-Gesetz, Stadt Iphofen

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