Wiesenbronn

Dürre Fichten im Wiesenbronner Gemeindewald

In ausreichender Entfernung zum Wald muss das durch den Käferbefall geschädigte Fichtenholz gelagert werden. So auch die Stämme, die dem Wiesenbronner Gemeindewald entnommen werden mussten
Foto: Winfried Worschech | In ausreichender Entfernung zum Wald muss das durch den Käferbefall geschädigte Fichtenholz gelagert werden. So auch die Stämme, die dem Wiesenbronner Gemeindewald entnommen werden mussten

"Wir haben mit der Trockenheit vergangener Jahr zu  kämpfen". Die Aussage von Revierförster Andreas Hiller gilt auch für den Wiesenbronner Gemeindewald, für den er zuständig ist. In der Ratssitzung am Dienstagabend in der Sporthalle ging er auf die Holzernte 2020/2021 und den Jahresbetriebsplan 2021 ein. Während die Holzernte laut Plan bei rund 1000 Festmeter (fm) liegt, mussten 2020 aufgrund der durch Trockenheit und Käferbefall betroffenen Fichten 2037 fm eingeschlagen werden. "Die Entnahme der dürren Fichten ist auch eine gesetzliche Verpflichtung". Für 2021 sind 1200 fm für die Holzernte vorgesehen.

Anhand der Forstbetriebskarte zeigte der Revierleiter auf, wie die Bestände zu behandeln sind. So ist zum Beispiel bei Eichenbeständen darauf zu achten, dass sie nicht zu dicht stehen, um dann in späteren Jahren wertvolle Stämme und gutes Geld bei der Submission zu bekommen. "Die Vermarktung geht dabei über die Forstbetriebsgemeinschaft." Erfreut zeigte sich der Forstmann ob des hohen Anteils von 56 Prozent der Eichen im Wiesenbronner Wald, da diese Baumart mit der Trockenheit zurecht komme, "mit der auch die Kiefer Probleme hat".

Aufarbeitung von Käferholz

Zur Ernte 2020 berichtete Hiller, dass das Schwergewicht auf der Aufarbeitung des Käferholzes lag, und auch Schäden durch den Frühjahrssturm beseitigt werden mussten. Die Trockenjahre 2015, 2018, 2019 und 2020 waren die Grundlage dafür, dass viele Fichten vertrockneten und "enorm hohen Käferdruck" hervor riefen. Die befallenen Bäume seien dann in drei Durchgängen beseitigt worden, um das Ausfliegen des Käfers zu verhindern. Das Lagern des Fichtenholzes erfolgte dann mindestens 500 Meter vom Wald entfernt, was auch durch staatlichen Zuschuss gefördert wurde.

Da es verschiedene Entwicklungsstadien des Käfers gebe, gestalte sich die Aufarbeitung schwierig, da auch die Kronen geschreddert werden müssten. Dieses Vorgehen schaffe auch Lücken, die nach Möglichkeit durch Naturverjüngung aufgefüllt werden sollten, "weshalb der Rehbestand kurz gehalten werden muss, um eventuell ohne Zaun den jungen Bäumen eine Chance zu geben, die Mischung macht`s beim Nachwuchs, und grundsätzlich ist Naturverjüngung besser als pflanzen".

Minus von 5000 Euro

Zur Buche sagte der Forstmann, dass diese auf schweren Böden Probleme habe, da die Trockenheit für Risse im Boden und kaputte Wurzeln sorge, "besser geht es da der Elsbeere und dem Speierling". Das veranschlagte Betriebsergebnis mit einem Minus von knapp 5000 Euro nannte der Revierleiter "unerfreulich, aber wir sind extrem vom Holzmarkt abhängig, und es ist schwierig, das Käferholz zu vermarkten". Einen weiteren Einschlag betroffener Fichten kündigte Hiller für den April an, zudem Wiederaufforstung für den Mittelhangweg.  Bürgermeister Volkhard Warmdt bedankte sich bei Rudolf Ackermann für die Organisation des Holzstrichs: "Es wurde alles Holz verkauft".

Um den Wald ging es auch bei einer Anfrage der Stadt Iphofen zur Ausweisung einer gemeinsamen Mountainbike-Strecke. "Da bin ich strikt dagegen. Die nutzen eine solche Strecke nicht, die fahren, wo sie wollen, das hat negative Auswirkung für die Natur und das Wild", äußerte Hendrik Wenigerkind. Er berichtete von schlechten Erfahrungen anderer Kommunen, "und ich bin da skeptisch, es wird nicht funktionieren". Der Bürgermeister schlug vor, erst einmal mit den zuständigen Leuten in Iphofen zu reden, was vom Ratsgremium begrüßt wurde.

Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Kitzingen und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Wiesenbronn
Winfried Worschech
Baumarten
Bürgermeister und Oberbürgermeister
Holz
Mountainbike-Strecken
Probleme und Krisen
Schäden und Verluste
Sporthallen
Staaten
Städte
Volkhard Warmdt
Wald und Waldgebiete
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (0)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!