Kitzingen

Ein Haus für Jugend, Familie und für mehr

Nach dem Gewinn des Architekten-Wettbewerbs stellten die Planer ihren Entwurf für das neue Mehrzweckgebäude in Kitzingen vor. Vom Stadtrat gab's dafür Applaus. Was geplant ist.
Das geplante Kitzinger Haus für Jugend und Familie entlang der Jahnstraße. Rechts: das einbezogene 'Radlernest' an der Ecke zur Talstraße. Oben: der Sportplatz neben der Florian-Geyer-Halle.
Das geplante Kitzinger Haus für Jugend und Familie entlang der Jahnstraße. Rechts: das einbezogene "Radlernest" an der Ecke zur Talstraße. Oben: der Sportplatz neben der Florian-Geyer-Halle. Foto: Langensteiner Bienhaus Architekten

Es scheint, als ob die Stadt Kitzingen ein neues Schmuckstück an der Jahnstraße erhalten wird: Aus einem Architektur-Wettbewerb ging der Siegerentwurf für ein "Haus für Jugend und Familie" hervor. Diesen Entwurf stellten die Planer kürzlich im Stadtrat vor.

Das Provisorium für Jungstil im Stadtteilzentrum der Siedlung könnte also in absehbarer Zeit ein Ende haben. Die städtische Jugendarbeit sehnt den Neubau herbei, seit sie ihr Domizil im Bürgerzentrum verlassen musste und nur mit eingeschränkten Möglichkeiten arbeiten kann. 

Aber auch Familien dürfen sich freuen, die in Zukunft einen Anlaufpunkt für ihre Treffen erhalten sollen. Beide Interessengruppen sollen in einem langgestreckten Bau entlang des Sportplatzes neben der Florian-Geyer-Halle untergebracht werden. Weil er die alte Pension "Radlernest" einbezieht, erstreckt sich der Neubau von der Talstraße bis zur Repperndorfer Straße, inklusive Parkplätze an der Bundesstraße.

Vier Bereiche unter einem Dach

Vier Bereiche wird das Haus umfassen, erklärten die Architekten Julia Bienhaus und Ulrich Langensteiner (Ettlingen): eine Eventhalle für maximal 100 Gäste, das Jugendzentrum, das Familienzentrum und Seminarräume im über Steg und Aufzug angebundenen "Radlernest". Somit habe man alle Wünsche unter einem Dach untergebracht und in rollstuhlgerecht erreichbaren Pavillons unterteilt. Das lange Gebäude wird nicht durch ebensolche Flure geordnet, sondern durch Verbindungszonen, die wiederum Aufenthalt ermöglichen.

So gehören zum Haus ein Café, künstlerische Werkstätten, Musikprobenräume, Medienbereiche und eine Küche, die auch fürs Catering in der Eventhalle genutzt werden kann. Denn dieser Saal steht für Feiern zu vermieten oder könnte der benachbarten Flo-Halle als Erweiterungsmöglichkeit dienen, wenn auch durch den Sportplatz getrennt. Im Jugendzentrum gibt es außerdem eine Dachterrasse.

Im Familienzentrum soll es Kurse für werdende Eltern, Eltern mit ihren Kindern, Veranstaltungen für kleine Kinder, eine Tages- und eine Hausaufgabenbetreuung geben. Ein großer Gemeinschaftsraum und ein Raum für ruhige Aktionen oder Gespräche stehen dort zu Verfügung. Verwaltungsräume der Leitung runden die Raumplanung ab.

Von allen Seiten Zugang ins Freie

Der besondere Charme des langen Gebäudes: Aus jeder Einheit öffnet sich eine Tür in die Grünfläche davor, die vom Landschaftsarchitekten Bernd Ramthun (Baden-Baden) geplant wurde. Spiel- und Aufenthaltsbereiche gibt es dort für schönes Wetter.

Die Freifläche vor dem Haus wird vom Landschaftsarchitekten Bernd Ramthun gestaltet.
Die Freifläche vor dem Haus wird vom Landschaftsarchitekten Bernd Ramthun gestaltet. Foto: Langensteiner Bienhaus Architekten

Stephan Küntzer (CSU), der das Bauvorhaben als Jugendreferent des Stadtrats intensiv begleitet hat, sprach von einem "Leuchtturmprojekt für Jugend und Familie und einem Zeichen dafür, dass die Stadt Kitzingen ökologisch bauen kann". Tatsächlich besteht das Haus aus Holz. Und auch bei der Heizung wollen die Planer auf Umwelt und Nachhaltigkeit achten.

Klaus Christof hätte das Thema trotz der Begeisterung auf allen Seiten am liebsten von der Tagesordnung genommen. Er hatte das beantragt, weil er Kosten von sechs Millionen Euro erwartet. Christof wollte zunächst mit dem Stadtrat über alle anstehenden Projekte beraten, um dann Prioritäten zu setzen. Corona zwinge die Stadt zum Sparen. Letztlich scheiterte sein Antrag mit 27:3.

Der Rat war sich mehrheitlich einig, dass man zum einen nach dem Architekten-Wettbewerb den Siegern gegenüber im Wort stehe, zum anderen sei man noch in der Planungsphase, für die die ersten Schritte beauftragt würden. Nach der Kostenermittlung könne man immer noch über den Zeitplan und Einsparungen entscheiden. Die Planungsphasen 1 bis 5 kosten 385 000 Euro. Der Rat stimmte dem mit 28:2 zu.

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