Wiesenbronn

Ein Krippenspaziergang mit der Familie

Auf viele interessierte Besucher des Krippenwegs freuen sich Organisatorin Martha Stock (links) und Pfarrerin Esther Meist vor der Krippe in der Heilig-Kreuz-Kirche.
Foto: Hartmut Hess | Auf viele interessierte Besucher des Krippenwegs freuen sich Organisatorin Martha Stock (links) und Pfarrerin Esther Meist vor der Krippe in der Heilig-Kreuz-Kirche.

Ja, es sind tatsächlich triste Zeiten für die Menschen in Zeiten des zweiten Lockdowns wegen der Corona-Pandemie. Auch deswegen war Martha Stock, Vorstandsmitglied der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wiesenbronn, auf die Idee gekommen, erstmals einen Krippenweg zu organisieren. "So bieten wir einen Spaziergang ohne Musik in Corona-Zeiten", sagt Martha Stock, deren Engagement Pfarrerin Esther Meist lobend zu würdigen weiß.

Die Weihnachtskrippe hat eine sehr alte Tradition. Die Legende besagt, dass der Heilige Franz von Assisi im 13. Jahrhundert in einem verlassenen Stall in der italienischen Stadt Greccio die Geburt Christi erstmals mit lebenden Personen und Tieren darstellen ließ. Heute sind viele Krippen in den Häusern der Menschen zu finden, selbst erbaut oder gekauft.

"Dass unsere Kinder aus dem Haus sind und mein Mann und ich unsere Krippe nicht mehr aufgestellt hatten, aus diesem Umstand bezog ich zusätzliche Motivation", verrät Martha Stock. Heraus kam ein Krippenweg mit vielen sehenswerten Objekten für Wiesenbronner und auch auswärtige Besucher.

Die Erstausgabe in Wiesenbronn startet in der Heilig-Kreuz-Kirche wo die große Krippe seit dem 1. Advent und noch bis zu Maria Lichtmess, drei Wochen nach dem Dreikönigstag, zu sehen ist. Maria Verkündigung war die erste Szene am 1. Advent und weitere – jeden Sonntag wechselnde -neun Szenen folgen bis zur finalen Szene der Darstellung Jesu im Tempel. Viele der Figuren stammen aus der Sammlung von Horst Beyer, der von 1957 bis 1986 in Wiesenbronn als Pfarrer gewirkt hatte. "Viele der Figuren haben unsere Gemeindeglieder im Laufe der Jahrzehnte selbst angefertigt oder gestiftet", weiß Esther Meist.

Diese Krippe zeigt Günter Laudenbach in der Hauptstraße, die Holzfiguren hatte der einstige Pfarrer Friedrich Scherzer geschnitzt, der ab den 196oer-Jahren seinen Ruhestand in Wiesenbronn verlebt hatte.
Foto: Hartmut Hess | Diese Krippe zeigt Günter Laudenbach in der Hauptstraße, die Holzfiguren hatte der einstige Pfarrer Friedrich Scherzer geschnitzt, der ab den 196oer-Jahren seinen Ruhestand in Wiesenbronn verlebt hatte.

"Unser Krippenweg ist ein weitläufiger Rundgang durch den Altort", sagt Martha Stock, die die Krippen aus dem Besitz mehrerer Einwohner und im Ort geborenen Leihgebern zusammen mit Doris Paul aufgestellt hat. Gleich neben der Kirche im Gemeindehaus sind drei Krippen zu sehen, eine davon mit Figuren, die in den Kolping-Werkstätten angefertigt wurde. Im Versorgungsgebäude am Seegarten ist die Besonderheit von Sophie Fröhlich in Form von Figuren aus Tiffany-Technik (Bleiglas) platziert.

Meist aus Holz und Ton

Die am meisten verwendeten Werkstoffe sind Holz und Ton für die Krippenfiguren, aber selbst aus Kunststoff gibt es sie wie am Anwesen der Familie Hildegund und Harald Wilhelm. Sie präsentieren eine Playmobil-Krippe. Etwas aus dem Rahmen der gewöhnlichen Werkstoffe fallen auch die Figuren im Schaufenster des Krämerladens:  Wachsfiguren aus dem Besitz von Irmgard Barz (geborene Salewski). Als Besonderheit darf auch die Krippe der Familie Schulz in der Eichstraße gelten, gehört doch ein Trachtenpaar zur Familienkrippe. Tierisch wird es zudem vom 25. bis zum 27. Dezember, wenn lebende Schafe und Lämmer von Hartmut Link in der Eich stehen wie damals im Stall bei Maria und Josef.

"Wir freuen uns auf viele Besucher", lädt Esther Meist viele Interessierte ein, und Martha Stock hofft, den Menschen mit ihrem Engagement ein paar schöne Stunden in der Weihnachtszeit zu bescheren.

Die Pfarrerin und Mitglieder würden sich unabhängig davon freuen, wenn Spender die Möglichkeit einer Online-Spende auf der Website der Kirchengemeinde (www.kirchengemeinde-wiesenbronn.de) nutzen, da dringende Sanierungsarbeiten in der Heilig-Kreuz-Kirche ins Haus stehen.

Eine junge Familie beäugt in der Hauptstraße eine der Objekte im Reigen des erstmals durch Martha Stock initiierten und organisierten Krippenwegs in Wiesenbronn.
Foto: Hartmut Hess | Eine junge Familie beäugt in der Hauptstraße eine der Objekte im Reigen des erstmals durch Martha Stock initiierten und organisierten Krippenwegs in Wiesenbronn.
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