Kitzingen

Eltern unter Druck: Eingeschränkter Ferienpass wegen Corona

Weil die Gemeinden im Corona-Jahr nicht so viel Ferienprogramm anbieten können, sind erneut die Eltern gefordert. Folgende Angebote gibt es dieses Jahr im Landkreis Kitzingen.
Beim Hüttendorf in Marktbreit bauen bis zu 90 Kinder in den Sommerferien am Mainufer Holzhütten. Die Aktion entfällt dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie (Archivbild).
Beim Hüttendorf in Marktbreit bauen bis zu 90 Kinder in den Sommerferien am Mainufer Holzhütten. Die Aktion entfällt dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie (Archivbild). Foto: Caroline Münch

Viele Eltern waren in den letzten Wochen durch die Coronakrise zusätzlichen Belastungen ausgesetzt, weil sie ihre Kinder zuhause unterrichten mussten und dafür teilweise sogar ihren Jahresurlaub opfern mussten. Jetzt stehen die Sommerferien vor der Tür und da wartet bereits die nächste Belastungsprobe auf die Erziehungsberechtigten. Denn ein Ferienprogramm, wie es im Sommer normalerweise von vielen Städten und Gemeinden angeboten wird, kann es dieses Jahr nicht geben.

Trotzdem haben sich die Einrichtungen im Landkreis viel Mühe gegeben, ein spannendes Programm auf die Beine zu stellen und damit die Eltern zumindest teilweise zu entlasten. Julia Kubitzek vom Jugendzentrum in Marktbreit berichtet, dass das Hüttendorf, bei dem in den Sommerferien bis zu 90 Kinder mehrere Hütten aus Holz selbst aufbauen, dieses Jahr leider entfallen muss. Einen Ferienpass mit kleineren Aktivitäten, wie Projekttagen zu Afrika, Asien oder Europa wird es aber trotzdem geben. Die Anmeldung erfolgt über das Jugendzentrum in Marktbreit. 

Keine Essens- oder Getränkeausgabe

"Wir haben hierfür einen Hygieneplan erarbeitet", berichtet Kubitzek. Veranstaltungen, die etwas mit Kochen oder Backen zu tun haben, seien aber nicht möglich, genauso wie eine Essens- oder Getränkeausgabe. Der Ferienpass ist auch mit dem Bürgermeister abgesprochen, denn Kubitzek will auf keinen Fall im Zentrum eines Corona-Ausbruchs sein. "Die Eltern hätten sich noch mehr Programm gewünscht", berichtet die Sozialpädagogin aus dem Marktbreiter Jugendzentrum. 

"Im Endeffekt geht es darum, für die Kinder nur das Beste zu machen, Corona hin oder her."
Anna Kreisel, Jugendarbeit der Stadt Dettelbach

Auch in Iphofen läuft die Anmeldung für den Ferienpass bereits, allerdings bisher nur sehr schleppend. "Im vergangenen Jahr haben wir 198 Pässe verkauft; dieses Jahr sind es erst 30", berichtet Aylin Rüttinger von der Stadt Iphofen. Einige Veranstaltungen mussten sie dort bereits absagen, weil die Veranstalter gesagt haben, dass es in Corona-Zeiten keinen Sinn macht. Und auch die Veranstaltungen, die bisher geplant sind, könnten noch kurzfristig abgesagt werden. "Wir haben überall betont, dass es keine Garantie für die Ferienpass-Aktionen gibt", betont Rüttinger mit Blick auf eine mögliche zweite Welle. 

Manche Aktivitäten, wie das sehr beliebte Schmieden, können nur für vier Personen angeboten werden. Stattdessen haben sie sich in Iphofen um Alternativen an der frischen Luft bemüht. Unter anderem ist eine Schnitzeljagd durch Iphofen und ein Ausflug in den Tierpark nach Nürnberg geplant. 

Vorgaben vom Bayerischen Jugendring

Der Ferienpass in Kitzingen beinhaltet neben einem leicht ausgedünnten Programm normalerweise auch freien Eintritt ins Kitzinger Freibad. Ob das jedoch auch im Corona-Jahr 2020 klappt, ist aktuell noch offen. Zu den Höhepunkten gehört sicherlich der Besuch im Kletterwald in Rothenburg ob der Tauber und das Fußball-Camp. Viele Angebote sind bereits ausgebucht; besonders in den älteren Altersgruppen gibt es aber noch Plätze. Auf der Homepage der Jugendarbeit sind die freien Plätze zu finden. "Auch wir haben ein Hygienekonzept mit Abstandsregeln erarbeitet", erklärt Stefanie Löffler von der Jugendarbeit Kitzingen.

In der Gemeinde Dettelbach beginnt der Verkauf des Ferienpass erst am Freitag. "Wir haben das Programm an Corona angepasst", berichtet Anna Kreisel von der Stadt. Die Kinderfreizeit in Thüringen und die Jugendfreizeit in der Rhön musste sie absagen. Aber trotzdem habe sie ein schönes Ferienprogramm zusammengestellt. "Zum Glück gibt es Vorgaben vom Bayerischen Jugendring, an denen wir uns orientieren können", erklärt Kreisel, "denn im Endeffekt geht es darum, für die Kinder nur das Beste zu machen, Corona hin oder her."

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