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Gastronomie in Corona-Zeiten: Ein Bier auf Abstand

Seit dieser Woche dürfen Ausflügler wieder auf der Terrasse der Weinparadiesscheune Essen und Getränke sowie die Aussicht genießen. Helmut und Markus Scherer haben beim Aufstellen der Tische überprüft, dass genügend Abstand gehalten wird. Doch es gibt viele weitere Auflagen, die Servicepersonal und Gäste beachten müssen.
Seit dieser Woche dürfen Ausflügler wieder auf der Terrasse der Weinparadiesscheune Essen und Getränke sowie die Aussicht genießen. Helmut und Markus Scherer haben beim Aufstellen der Tische überprüft, dass genügend Abstand gehalten wird. Doch es gibt viele weitere Auflagen, die Servicepersonal und Gäste beachten müssen. Foto: Daniela Röllinger

Schönes Frühlingswetter – da gehört ein Ausflug mit Einkehr einfach dazu. Möglich ist das dank der Corona-Lockerungen, doch die Auflagen für die Wirte sind hoch. Damit alles klappt, müssen auch die Gäste mitziehen. Sonja Scherer hat einige schlaflose Nächte hinter sich. Soll sie den Außenbereich der Weinparadiesscheune in dieser Woche öffnen? Die Frage war nicht leicht zu beantworten. Die Familie hat diskutiert, mit dem Gesundheitsamt und dem Landratsamt telefoniert und sich mit der Berufsgenossenschaft zusammengesetzt.

Das Ergebnis dürfte Wanderer und Radfahrer freuen: Seit Mittwoch dürfen sie wieder auf den Tischen vor der Weinparadiesscheune Platz nehmen. Eine Entscheidung, die der Familie Scherer nicht leicht gefallen ist.

Keine Maske am Tisch

150 Gäste finden normalerweise auf der Terrasse der Weinparadiesscheune Platz. Am Montag stellten Vater Helmut und Sohn Markus – mit einem Zollstock bewaffnet – Tische und Stühle auf. Es gilt, ausreichend Abstand zu wahren. 50 bis 70 Leute, so schätzt Sonja Scherer, können nun untergebracht werden. An einem Tisch dürfen sich nur Personen setzen, „denen der Kontakt untereinander gestattet ist”, wie es im Hygienekonzept heißt, das die Staatsregierung für die Gastronomie erstellt hat.

Namen und Kontaktdaten müssen notiert werden, damit im Fall einer späteren Covid-19-Erkrankung Kontaktpersonen ermittelt werden können. Wer in den Biergarten will, muss beim Betreten und beim Verlassen sowie beim Gang zur Toilette einen Mund-Nasenschutz tragen. Am Tisch darf der Schutz abgenommen werden. Allerdings nur von den Gästen, das Servicepersonal muss ihn die ganze Zeit tragen. Bevor neue Gäste kommen, müssen der Tisch und die Speisekarten desinfiziert werden.

Zumindest in der Küche müssen sich die Scherers nicht umgewöhnen, denn ganz geschlossen war die Weinparadiesscheune in den vergangenen Wochen nicht. Viele Leute holten sich Kaffee und Kuchen, am Wochenende Bratwurst und Steaks „to go” und genossen sie draußen in der Natur.

Auch in der Küche des Woodland Inn in Kitzingen gab es keinen Stillstand, der Lieferservice wurde rege in Anspruch genommen. Seit Montag hat nun auch der Biergarten geöffnet. „Gott sei Dank geht es los“, sagt Inhaberin Andrea Maier. Ein überdachtes Plateau im Garten bietet viel Platz für die Gäste, selbst wenn die weiter auseinander sitzen müssen als gewöhnlich. Und weil die meisten Gäste ihren Tisch vor dem Besuch im Woodland Inn reservieren, um auch wirklich einen Platz zu bekommen, liegen die Kontaktdaten in der Regel bereits vor. Kritisch sieht sie eher die eingeschränkten Öffnungszeiten, denn die Gäste dürfen nur bis 20 Uhr in den Biergärten sitzen.

Mit dem Bergla in Sickershausen betreibt Irmi Vogel einen reinen Biergarten. Er wird zu den schönsten in Franken gezählt, doch davon haben derzeit weder die Betreiber noch die Gäste etwas. „Wir können die Auflagen nicht erfüllen“, bedauert Vogel. Einer von mehreren problematischen Punkten ist dabei der vorgeschriebene Abstand. Um den einzuhalten, könnten auf dem terrassenförmig angelegten Gelände nur ganz wenige Tische aufgestellt werden. Das Bergla bleibt daher geschlossen, bis die Vorschriften gelockert werden.

Angst der Wirte

Beliebtes Ausflugsziel in der Region ist die Mainschleife. Die Terrasse der Vogelsburg hat seit Montag wieder geöffnet, ebenso viele Außenbereiche der Gaststätten, was von Menschen aus der Region und von Tagestouristen gut genutzt wird. Auch bei der Tourist-Info gibt es wieder viele Anfragen. „In der Stadt ist Leben“, sagt Marco Maiberger. Für die Öffnung der Gastronomie hat er gemeinsam mit den Betrieben ein Bewirtschaftungskonzept erarbeitet. Maiberger weiß um den riesigen Aufwand, den die Wirte betreiben. „Alle knien sich rein.“ Er hofft, dass die Gäste das verstehen. „Die größte Angst der Gastronomen ist, dass sie mit uneinsichtigen Gästen diskutieren müssen.“

Die Tische auf dem überdachten Plateau im Biergarten des Woodland Inn in Kitzingen sind auseinander gerückt, das Personal mit Mund-Nasenschutz ausgestattet.
Die Tische auf dem überdachten Plateau im Biergarten des Woodland Inn in Kitzingen sind auseinander gerückt, das Personal mit Mund-Nasenschutz ausgestattet. Foto: Maier
Daniel Maier versorgt die Gäste im Biergarten des Woodland Inn nicht nur mit Essen und Getränken, er achtet auch auf die Hygienevorschriften. Desinfektionsspray steht bereit, Aushänge informieren über die Vorschriften und natürlich trägt er wie der gesamte Service den Mund-Nasenschutz.
Daniel Maier versorgt die Gäste im Biergarten des Woodland Inn nicht nur mit Essen und Getränken, er achtet auch auf die Hygienevorschriften. Desinfektionsspray steht bereit, Aushänge informieren über die Vorschriften und natürlich trägt er wie der gesamte Service den Mund-Nasenschutz. Foto: Daniela Röllinger
Im Biergarten des Woodland Inn im Richthofen Circle ist Abstand zwischen den Tischen kein Problem: Das überdachte Plateau ist groß, außen sind kleine, überdachte Sitzgelegenheiten gruppiert.
Im Biergarten des Woodland Inn im Richthofen Circle ist Abstand zwischen den Tischen kein Problem: Das überdachte Plateau ist groß, außen sind kleine, überdachte Sitzgelegenheiten gruppiert. Foto: Maier

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