Prichsenstadt

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Die Mädchen verlesen die Namen derer, die der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zum Opfer fielen.
Foto: Ursula Reisinger | Die Mädchen verlesen die Namen derer, die der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zum Opfer fielen.

Erstmals fand auch in Prichsenstadt zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus eine Veranstaltung statt. Zu ihr hatte der Verein Alt Prichsenstadt mit seinem Arbeitskreis ”Stolpersteine - Erinnern und Gedenken” eingeladen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Etwa 20 Mitglieder und Gäste, unter ihnen auch Bürgermeister René Schlehr sowie einige Stadträte trafen sich in der Bahnhofstraße an der Erinnerungstafel für die ehemaligen jüdischen Mitbürger aus Prichsenstadt, welche dort in die Friedhofsmauer eingelassen ist.

Nach der Begrüßung durch den Sprecher des Arbeitskreises wurde die Zeremonie durch ein Musikstück, dargeboten von einem Flötentrio vom Gymnasium Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid, eröffnet.

Dann gab es einen kurzen Abriss über die geschichtliche Bedeutung des 27. Januar und die Entwicklung des Gedenktages - wobei das Schicksal des in Prichsenstadt geborenen Willy Reich, der 1943 nach Auschwitz deportiert wurde, ausführlich dargestellt wurde: Willy Reich kam im Januar 1945 auf einem der Todesmärsche vom KZ Auschwitz in das KZ Dachau und starb dort Ende Februar 1945, angeblich an Herzschwäche - in Wirklichkeit wurde er aber wohl ermordet.

Im Anschluss wurden von drei Mädchen die Namen der 14 jüdischen Menschen aus Prichsenstadt, der neun jüdischen Menschen aus Altenschönbach und der drei nichtjüdischen Menschen aus der Großgemeinde Prichsenstadt verlesen, die der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zum Opfer fielen. Fast alle wurden im Jahre 1942 deportiert und ermordet, das älteste Opfer war 77 Jahre alt, das jüngste drei Jahre.

Pfarrer Erich Eyßelein sprach für die Opfer ein jüdisches Totengebet. Sein katholischer Kollege Ulrich Endres hatte schon vorher die Einführungsrede durch Zitate aus den Reden der Bundespräsidenten Roman Herzog und Joachim Gauck sowie des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert unterstützt.

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