Münsterschwarzach

Zum Abschied packt Dekan Göttke einen Schatz in den Rucksack

Mit Dekan Peter Göttke verlässt ein engagierter Seelsorger den Landkreis. Aber er geht nicht ohne seinen Rucksack, in dem er viel aus den vergangenen zwölf Jahren mitnimmt.
Pfarrer, Dekan und Leiter des Pastoralen Raumes St. Benedikt, Peter Göttke (Mitte), geht nach Würzburg. Seine Erfahrungen aus den vergangenen zwölf Jahren nimmt er mit – als Bild dafür nahm er einen Rucksack mit in seinen Abschiedsgottesdienst. Seine Mitzelebranten (von links) Pater Isaak Grünberger, Abt Michael Reepen, Pater Philippus Eichenmüller und Prior Pascal Herold hören der Predigt gespannt zu.
Foto: Dominik Berthel | Pfarrer, Dekan und Leiter des Pastoralen Raumes St. Benedikt, Peter Göttke (Mitte), geht nach Würzburg. Seine Erfahrungen aus den vergangenen zwölf Jahren nimmt er mit – als Bild dafür nahm er einen Rucksack mit in ...

"Viel Glück und viel Segen, auf all´ Deinen Wegen" – wenn dieses, ja Volkslied aus der großen, 60-Register umfassenden Klais-Orgel der Abteikirche Münsterschwarzach erschallt, dann muss schon etwas Besonderes sein und das war es auch: Pfarrer, Dekan und Leiter des Pastoralen Raumes St. Benedikt, Peter Göttke, verabschiedete sich nach zwölf Jahren von seiner Gemeinde. Sein Weg führt ihn weiter nach Würzburg, ins Bischöfliche Ordinariat, wo er die Leitung für "Personalgewinnung und Ausbildung" übernimmt.  

"Nach zwölf Jahren wird es Zeit aufzubrechen, Zeit zu packen, Zeit zurückzuschauen, das Gewesene einzuordnen, was habe ich erlebt, was habe ich geschaffen und geschafft", eröffnete Göttke seine letzte Predigt. Sein Wirken kann sich sehen lassen. Begann er 2008 als Pfarrer von Wiesentheid mit zwei Filialen ist er zwölf Jahre später Dekan vom Dekanat Kitzingen und leitender Pfarrer vom Pastoralen Raum St. Benedikt mit fünf Pfarreiengemeinschaften und insgesamt 27 Kirchen. Eine imposante Entwicklung in gut einem Jahrzehnt und eine notwendige Veränderung. Doch sich in den Mittelpunkt stellen, das ist nicht die Art von Peter Göttke. Er sah sich stets als einer der Wege mitgeht, als Netzwerker und Impulsgeber.

Ökumene als Herzensangelegenheit

Mit Gegenständen wie einem Kompass, der immer die Richtung zeigt, einer Karte, die verschiedene Wege beschreibt, einem Fernglas, das die Zukunft zeigt und Pflaster, das so manchen Fehler heilt, beschrieb Göttke sein Wirken und sein Blick nach vorne. Besonders wichtig: ein Rucksack, denn aus dem zurückliegenden Jahrzehnt gibt es einiges mitzunehmen, den großen Schatz der Lebenserfahrung. Es war Göttke deshalb ein wichtiges  Anliegen, sich nochmal bei allen Menschen zu bedanken, mit denen er in den vergangenen zwölf Jahren Gemeinschaft erleben durfte.

Der zwölfjährige Lebens- und Glaubensweg rund um Wiesentheid und dann im Pastoralen Raum wird für ihn ein "zentraler, sehr prägender Lebensabschnitt" sein und der "gemeinsame Weg wird hier keinesfalls enden, er wird weiter gehen, nur eben in verschiedenen Richtungen", sagte Göttke. Besonders stolz ist der scheidende "Chef" von St. Benedikt auf eben diesen Pastoralen Raum, der mit seinem Team aus zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Angestellten auf guten Füßen steht.

Zu normalen Zeiten wären zum Abschied sicherlich viele Gläubige in die Abteikirche gekommen, doch coronabedingt durfte nur ein kleiner Teil mitfeiern und auch die Dankes- und Lobesreden wurden deswegen limitiert. Der Abt der Münsterschwarzacher Benediktiner, Michael Reepen, lobte Göttke für seine vorausschauende Art. War er es doch, der schon weit vor den ersten Gedanken um den Pastoralen Raum Verbindung zwischen Wiesentheid und Schwarzach gelebt hat, indem er gegenseitig für Gottesdienste Werbung gemacht hat.

Die Ministranten sind seine Bodyguards

Pfarrerin Beate Krämer aus der evangelischen Kirchengemeinde Abtswind sprach im Namen der evangelischen Dekanate Kitzingen und Castell von drei Herzen, die in ihrer Brust schlagen. Neben dem traurigen Herz, weil Pfarrer Göttke geht, waren es das freudige und vor allem das dankbare Herz. Dankbar für die Ökumene, die Göttke in den vergangenen Jahren vorbildlich gelebt und weiterentwickelt hat: "Jeder hat nach wie vor seinen eigenen Standpunkt, aber man wird von der Gegenseite freundlich empfangen, der Geist wird ausgetauscht, es herrscht eine vorbildliche Geschwisterlichkeit und Freundlichkeit."

Die Ministrantinnen (von links) Johanna Scheidler und Marcella Tröppner verabschiedet Peter Göttke und werden ihn vermissen. 
Foto: Dominik Berthel | Die Ministrantinnen (von links) Johanna Scheidler und Marcella Tröppner verabschiedet Peter Göttke und werden ihn vermissen. 

Für die Kirchengemeinden sprachen Sabine Halbritter vom Pfarrgemeinderat aus Wiesentheid und Urban Östreicher von der Kirchenverwaltung Sommerach, der die vielen Ideen Göttkes ansprach, mit denen er die Gemeinden so oft begeistert hat. Die stellvertretende Landrätin Susanne Knof überbrachte aus dem Landratsamt Dankes- und Abschiedsgrüße.

Wie beliebt der Pfarrer auch bei den Jüngeren war, zeigte sich in den Ausführungen der Ministranten. Marcella Tröppner und Johanna Scheidler plauderten aus dem Nähkästchen. Stets lächelnd und mit einem freundlichen Wort habe Göttke die "Minis" empfangen, die er immer als seine "Bodyguards" bezeichnet habe. Von Ausflügen, bis zur Ministrantenwallfahrt nach Rom und vielen besonderen Momenten, erzählte Tröppner. "Es fällt uns nicht leicht, dich ziehen zu lassen." Zur Erinnerung hatten die Jugendlichen einen Lebensbaum aus Holz mit den Abdrücken der Hände aller Minis gefertigt.

Wiesentheider verabschieden ihren Pfarrer Peter Göttke

In seiner Pfarrei in Wiesentheid wird Dekan Peter Göttke fehlen. Verabschiedet wurde er dort von der Pfarrgemeinde um Paul Schug (hinten links), Sabine Halbritter (rechts vorne) und den Ministranten.
Foto: Andreas Stöckinger | In seiner Pfarrei in Wiesentheid wird Dekan Peter Göttke fehlen. Verabschiedet wurde er dort von der Pfarrgemeinde um Paul Schug (hinten links), Sabine Halbritter (rechts vorne) und den Ministranten.
Mit Dekan Peter Göttke verabschiedet sich ein äußerst beliebter Seelsorger zum Jahresende aus Wiesentheid, wo er wohnte und sein Büro hatte. Dort hat Göttke in den zwölf Jahren seines Wirkens einige Spuren hinterlassen. Er wird nicht nur als "Renovierer" der Mauritiuskirche in Erinnerung bleiben, sondern als nahbarer freundlicher Gottesmann, der immer die passenden Worte fand.
Bei den Maßgeblichen der Kirchengemeinde schwang Wehmut mit, als diese ihm nach seinem letzten Gottesdienst in Wiesentheid würdigten. "Als unser Pfarrer hast du uns begeistert, gelenkt, geführt, dabei warst du immer auf Augenhöhe mit uns", sagte Sabine Halbritter, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats. Größte Baustelle sei natürlich die Kirchenrenovierung gewesen. Halbritter überreichte Göttke unter anderem ein Buch, in das viele Wiesentheider in den Wochen ihre guten Wünsche für den Pfarrer geschrieben hatten.
Kirchenpfleger Paul Schug blickte auf die Restaurierung zurück - auf "unsere sehr intensive Zeit", wie er die fünf Jahre der Sanierung bezeichnete. Ähnlich sieht es Göttke : "Diese Kirche hat auch uns renoviert. Das war einfach eine gigantische Zeit." Von seiner Gemeinde verabschiedete sich der Pfarrer mit diesen Worten. "Zusammen, als Gemeinschaft, haben wir vieles erreicht. Danke für die gemeinsame Wegstrecke im Reich Gottes."
Quelle: ast
Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Kitzingen und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
Münsterschwarzach
Andreas Stöckinger
Dominik Berthel
Evangelische Kirche
Evangelische Kirchengemeinden
Gläubige
Kirchengemeinden
Michael Reepen
Münsterschwarzach
Seelsorgerinnen und Seelsorger
Susanne Knof
Äbtissinen und Äbte
Ökumene
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (1)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!