Prichsenstadt

Großgemeinde Prichsenstadt: Die Arbeit geht nie aus

Bauplätze - für Prichsenstadts Bürgermeister René Schlehr ist das inzwischen so etwas wie ein Zauberwort. Regelmäßig klopfen Interessenten bei ihm an.
Die Ortsdurchfahrt in Stadelschwarzach ist das Kernprojekt der Dorferneuerung. Der Bauhof hat wenigstens die dicksten Löcher in der morbigen Straßenoberfläche geflickt.
Foto: Guido Chuleck | Die Ortsdurchfahrt in Stadelschwarzach ist das Kernprojekt der Dorferneuerung. Der Bauhof hat wenigstens die dicksten Löcher in der morbigen Straßenoberfläche geflickt.

Ein Fahrzeug für die Feuerwehr Prichsenstadt, ein neues Gebäude für die Feuerwehr Kirchschönbach, die Dorferneuerung in Stadelschwarzach, das Hochwasserschutzkonzept, der Anbau am Haus für Kinder, die große Nachfrage nach Baugebieten – auch in seiner zweiten Amtszeit geht Prichsenstadts Bürgermeister René Schlehr (52) die Arbeit nicht aus. Auf die Frage nach den wichtigsten Themen kommt eine klare Antwort: "Bauplätze". Über das gesamte Gebiet der Großgemeinde Prichsenstadt verteilt (zehn Ortsteile, gut 3000 Einwohner) verfügt die Stadt über 69 Bauplätze, davon 36 von Eigentümern, die an einen Verkauf denken. Auf die vielen "Enkelgrundstücke" hat die Stadt keinen Zugriff.

Gleichzeitig klopfen ständig Bauwerber bei Schlehr an. Prichsenstadt ist besonders beliebt, "aber wenn ich mich auf den Kernort konzentriere, kommen die Ortsteile zu kurz". Eine Möglichkeit sieht er in einer Form des Austausches, so wie es aktuell mit dem Feuerwehrgerätehaus in Kirchschönbach geschehen soll. "Das hat seine besten Tage hinter sich und ist auch nicht sanierbar", sagt Schlehr. Deshalb habe die Stadt das benachbarte Gelände gekauft, um das dort stehende verfallene Haus abzureißen und ein neues Gerätehaus zu bauen.

Und ja, der Stadtrat könne schon noch mehr Baugrund erschließen. Das aber sieht Schlehr ein bisschen im Widerspruch mit der "Verhinderung von Flächenfraß". Außerdem wolle wohl nicht jeder ein Haus mit Garten in einem Ortsteil bauen, sondern lieber in einer Eigentumswohnung ohne Garten im Ort oder auch nur zur Miete leben.

Nicht zu vergessen die Leerstände, wenn Bewohner versterben oder wegziehen und die nächsten Angehörigen zu weit entfernt wohnen. Leerstandsanalyse und Innenraumverdichtung sind ebenfalls Themen, die Schlehr in einer Bauausschusssitzung abklären will. 

Dorferneuerung

Ein weiteres großes Vorhaben ist die Dorferneuerung in Stadelschwarzach. Die morbide B 22 soll saniert werden und einen neuen Abwasserkanal bekommen. Das Problem: die B 22 zwischen Schwarzach und Geiselwind ist die Ausweichstrecke beim Ausbau der A 3. Zum Glück stehen in Kürze Gespräche über mögliche Zeitfenster zur Sanierung an. Aktuell ist der Ausbau der Buttergasse mit den Randbereichen und einem Fußweg in Arbeit.

"Endlich ploppt mal ein sichtbares Ergebnis auf", ist Schlehr erleichtert. Er sieht sich immer wieder Vorwürfen ausgesetzt, "Reupelsdorf hat mit uns angefangen, die sind fertig, bei uns sieht man nichts". Dabei sind dem Bürgermeister die Hände gebunden, denn die Entscheidung über den Ausbau der Autobahn übernehmen höhere Stellen. Auch spielen die Finanzen eine große Rolle. Wie groß mögliche Ausfälle durch die Corona-Pandemie sind, könne zum jetzigen Zeitpunkt niemand sagen.

Wichtig ist für Schlehr auch das Hochwasserschutzkonzept, das auch in Stadelschwarzach greift. Der Sollbach kommt von Järkendorf und führt unter der B 22 in die Schwarzach. "Gegen diese Gefahrenquelle gerade bei Starkregen oder Hochwasser haben wir entsprechende Maßnahmen ergriffen", so Schlehr. Das Konzept ist mit den Partnergemeinden in der Allianz "Dorfschätze" verankert, denn jeder der neun Orte hat Probleme mit Hochwasser.

Anbau für Krippengruppe

Das Haus für Kinder bekommt einen Anbau für eine Krippengruppe und einen Anbau als Verlegung des Hortes an das Schulgebäude. Für die Bauphase denkt Schlehr über eine Containerlösung nach. "Das wäre eine Entlastung für die Eltern." Der Anbau selbst sei unausweichlich, "wenn man neue Bauplätze ausweisen will". Womit sich der Kreis auch schon wieder schließt, in dem Schlehr in Bauplätzen einen Grundstein für Prichsenstadts Zukunft sieht – und für eine mögliche dritte Amtszeit, die er sich wünscht.

Das Feuerwehrhaus Kirchschönbach ist nicht sanierbar. Stattdessen soll das verfallene Gebäude links (hinter dem Bauzaun) abgerissen werden und Platz für einen Neubau machen.
Foto: Guido Chuleck | Das Feuerwehrhaus Kirchschönbach ist nicht sanierbar. Stattdessen soll das verfallene Gebäude links (hinter dem Bauzaun) abgerissen werden und Platz für einen Neubau machen.
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