Volkach

ILE-Projekt: „Region Mainschleife“ in den Startlöchern

Die Weichen sind gestellt: Die Stadt Volkach will zusammen mit den Gemeinden Wipfeld, Sommerach, Nordheim, Schwanfeld, Kolitzheim und Eisenheim eine "ILE Mainschleife" bilden. ILE steht für ein "integriertes ländliches Entwicklung" und soll, kurz gesagt, die Ressourcen einer Region bündeln und gemeinsam große Projekte wie den Hochwasserschutz auf den Weg bringen.

Nun gehören all diese Orte schon zur Region Main-Steigerwald, doch die Interessenlagen im Bereich Steigerwald können anders gelagert sein als am Main, wie Bürgermeister Heiko Bäuerlein dieser Redaktion am Telefon vor der Sitzung sagte. Dies trat in der Volkacher Ratssitzung nicht wirklich in den Vordergrund. Vielmehr stellte die Managerin der Region Main-Steigerwald, Carina Hein, die möglichen Aufgaben einer Region Mainschleife im Rat vor.

114 solcher Regionen in Bayern

Im Großraum Schweinfurt finden sich allein vier regionale Zusammenschlüsse, etwa die Region Oberes Werntal. 114 dieser Regionen existieren in Bayern, viele davon im Bereich Nordbayern und Unterfranken (31). "Man schließt sich zusammen, tauscht sich aus und erarbeitet Vieles gemeinsam", sagte sie. Bei ihr als Managerin laufen alle Fäden zusammen.

Um das Ganze richtig auf den Weg zu bringen, sei eine Bürgerbeteiligung zwingend erforderlich, etwa durch Workshops. Zusammen mit den Verantwortlichen vor Ort, darunter natürlich auch Ratsmitglieder, werde ein Entwicklungskonzept (ILEK) auf die Beine gestellt. "Das ist wie eine Art Fahrplan oder Hausaufgabenheft zu sehen", sagte Hein. Sobald das ILEK vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) anerkannt sei, starte auch schon die Umsetzungsphase. Und die kann schon mal zehn oder 20 Jahre umfassen.

Evaluierung nach sieben Jahren

Nach drei Jahren wird eine erste Bilanz gezogen, nach sieben Jahren eine große Evaluierung. "Da läuft eine Nachjustierung: Was war gut, was war nicht so gut, wie machen wir weiter", umriss Hein diesen Punkt. Dann kann auch die Förderung durch das ALE einmalig verlängert werden. Nun gäbe es übergangsweise zwei Regionen: Main-Steigerwald und Mainschleife. "Ich werde beide Regionen als Managerin führen, bis dann jemand für die Mainschleife gefunden ist", sagte Hein.

Und weil Volkach der größte der sieben Orte sei, böte sich hier Volkach als Sitz des Managers oder der Managerin an. Pro Einwohner zahlt jeder Ort einen Euro pro Jahr als Mitgliedsbeitrag, und auch das ALE ist mit einem großzügigen Zuschuss von 75 Prozent mit an Bord. Pro Jahr rechnet Hein mit 10 000 Euro, jeweils für Sachkosten und Öffentlichkeitsarbeit.

Jede Region verfügt unter anderem über das Regionalbudget von 100 000 Euro. Daraus werden mit minimalem bürokratischen Aufwand Kleinprojekte finanziert, etwa ein Bike-Park. "Wir haben bislang 18 Kleinprojekte gefördert, das Ganze ist ein Riesenerfolg." Was genau die Region Mainschleife in ihr Hausaufgabenheft schreiben soll, konnte sie im Rat noch nicht sagen. "Es gibt zehn Handlungsfelder, etwa im Bereich Soziales, Hochwasserschutz, Energiekonzepte oder auch Innenentwicklung, die Sie aber nicht alle abarbeiten müssen", beruhigte sie die Räte.

Bedarf mit Fragebogen ermitteln

Der nächste Schritt ist jetzt, dass an die Räte Fragebogen verteilt werden, um den Bedarf abzufragen. Die Bürger werden beteiligt, es werden Problemfelder ausgemacht und die Stärken der Region herausgearbeitet. Dafür haben die Räte bis Ende 2021 Zeit. In ihre Arbeit sollten sie auch ein Hochwasserrückhaltekonzept weiterführen, das in der Region Main-Steigerwald erarbeitet worden ist und für Volkach ein großer Vorteil werden kann.

Ein Beschluss war nicht vorgesehen.

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