Marktbreit

Industriegleis zum Spitzwasen überraschend still gelegt

Nachdem die Tanks einer ehemaligen Tankstelle und auch die Mauer entfernt sind, kann der Mainufer in Marktbreit mit hoher Aufenthaltsqualität neu gestaltet werden.
Foto: Robert Haaß | Nachdem die Tanks einer ehemaligen Tankstelle und auch die Mauer entfernt sind, kann der Mainufer in Marktbreit mit hoher Aufenthaltsqualität neu gestaltet werden.

Sitzungsmarathon in Marktbreit: Montag- und Dienstagabend Stadtrat, "weil einiges ansteht", so Bürgermeister Harald Kopp am Montagabend. Und weil gesplittete Abwassergebühr und Gestaltung Mainufer für den Montag nicht genug waren, gab es auch noch eine Hiobsbotschaft: Das Industriegleis vom Bahnhof hinunter zum Spitzwasen wurde von der Aufsichtsbehörde kurzerhand still gelegt.

Da war natürlich Handlungsbedarf gegeben, immerhin werden zwei wichtige Firmen über das Gleis beliefert. Für ein Gespräch in dieser Woche mit den betroffenen Firmen und der Aufsichtsbehörde, der Regierung von Mittelfranken, ließ sich Kopp ermächtigen, Aufträge zur Wiedererlangung der Betriebserlaubnis vergeben zu können. "Wichtig ist, dass wir das schnell wieder zum laufen bringen", sagte der Bürgermeister.

Für ihn und auch die Räte kam die Entscheidung, die Strecke sofort zu schließen, überraschend, hatte die Stadt doch immer wieder viel Geld in den Schienenstrang investiert. Jetzt sind es wohl einige Weichen, die in Ordnung gebracht werden müssen und ein Teil der Betonschwellen ist beschädigt.

Auch Marktbreit führt nun die gesplittete Abwassergebühr ein

Auch die Stadt Marktbreit wird als letzte Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft die gesplittete Abwassergebühr einführen. Nach einem ausführlichen Vortrag über die Berechnungsweise, machten die Räte mit verschiedenen Beschlüssen den Weg dazu frei.

Bislang, so Michael Häfner vom Büro Dr.Schulte/Röder, erfolgte die Abrechnung des Abwassers in Marktbreit nach dem Wasserverbrauch. Künftig wird das Schmutzwasser weiter so berechnet, für die Einleitung von Oberflächenwasser werden dazu Flächen ermittelt, die ebenfalls in den Kanal einleiten. Diese Flächen werden über Pläne des Vermessungsamtes und Luftbilder berechnet. Jeder Grundeigner erhält danach einen Bescheid und kann die Richtigkeit der Angaben prüfen. Sind Flächen dabei, die nicht in den Kanal entwässern, kann er dies jederzeit schriftlich oder auch in einer eigens dafür eingeräumten Bürgersprechstunde erläutern. Das gilt auch für Änderungen in der Zukunft.

Insgesamt bekommt die Stadt Marktbreit am Ende nicht mehr Geld für die Kanalisation, die Gebühren werden nur anders verteilt: Wer viel Regenwasser einleitet, zahlt am Ende auch mehr. In Kraft treten soll die neue Berechnung zum 1. Januar 2022.

Erste Pläne für Mainufer vorgestellt

Im November vergangenen Jahres hatte der Stadtrat die ersten Weichen für eine Änderung der Gestaltung des letzten Abschnittes des Mainufers vom Kranen bis zum Bootshafen gestellt. Am Montagabend stellte Planer Stefan Schlicht erste Pläne dafür vor. Platzcharakter, Sitzstufen, ein Kiosk mit Biergarten und viele weitere Möglichkeiten sollen die Aufenthaltsqualitäten am Mainufer erhöhen. "Das macht so richtig Lust, das Ganze zu erleben", zeigte sich der Bürgermeister begeistert von der Präsentation. Eine Einschätzung, die das Gros der Räte teilte.

Einzig größerer Diskussionspunkt: Parkplätze. Wie vom Rat gewünscht, waren hinter der bestehenden Tankstelle rund zehn Stellplätze vorgesehen. Ein Teil der Räte wollte ganz auf diese Flächen verzichten, andere hielten sie für dringend nötig. Etwas kryptisch dazu der Bürgermeister: "Es ist in Ortsnähe etwas geplant, wo noch Parklätze dazu kommen." Gemeint sein könnte der Neubau der Verwaltungsgemeinschaft, über den es allerdings noch keine Details in der Öffentlichkeit gibt. Der Antrag von Heinz Galuschka, in der Neuplanung auf Parkplätze zu verzichten, wurde mit 7:9 Stimmen abgelehnt.

Über eventuelle Kosten konnte Schlicht noch nichts sagen, dazu brauchte er erst die Zustimmung des Rates zu den Vorschlägen, die auch erteilt wurde. Jetzt kann die Planung konkretisiert werden. Positiv ist, dass von den ursprünglich ermittelten Kosten für die Mainufergestaltung noch etliches an Finanzmitteln nicht verbraucht ist und auch die Zuschussstelle der Regierung von Unterfranken hinter dem Projekt steht.

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