Iphofen

Iphöfer Altenzentrum kommt gut durch die Krise

Mehr als zwei Monate Lockdown zerren an den Nerven von Bewohnern und Angehörigen, das Defizit ist nicht absehbar. Warum die Leiterin dennoch ein positives Fazit zieht.
Die Bewohner des Iphöfer Altenbetreuungszentrums, hier im Herbst 2019 bei einer Veranstaltung mit einem Therapiehund, dürfen seit Kurzem wieder Besuch empfangen.
Die Bewohner des Iphöfer Altenbetreuungszentrums, hier im Herbst 2019 bei einer Veranstaltung mit einem Therapiehund, dürfen seit Kurzem wieder Besuch empfangen. Foto: Ralf Dieter

Für die Altenheime und ihre Bewohner waren die vergangenen Monate nicht einfach. Sie waren abgeschnitten von einer virulenten Außenwelt, und im schlechtesten Fall grassierte das Virus auch noch selbst innerhalb ihres kleinen vertrauten Kosmos, der doch Schutz und Geborgenheit bieten sollte. Im Iphöfer Altenbetreuungszentrum (ABZ) hat man die Krise bislang ganz gut überstanden, wie dessen Leiterin Andrea Troll dem Stadtrat berichtete. Bislang gebe es keine Corona-Fälle, und auch finanziell könnte das ABZ mit einem blauen Auge davonkommen. „Wir stehen recht gut da“, so Troll.

Das ABZ ist nicht nur die größte städtische Einrichtung, sondern für Bürgermeister Dieter Lenzer auch „eine unserer wichtigsten“. Es ist im Laufe der Jahre immer weiter gewachsen, auch als Arbeitgeber. Inzwischen bietet das Zentrum 41 stationäre und zwölf Tagespflegeplätze mit zusammen 46 Beschäftigten, dazu 15 Apartments für betreutes Wohnen, eine Sozialstation und einen ambulanten Pflegedienst, der sich um 38 Haushalte kümmert.

Wer sich um einen stationären Pflegeplatz bemüht, muss viel Geduld mitbringen. „Die Warteliste ist sehr, sehr lang“, sagt Troll. Dabei werden Plätze nicht zwingend nach der Reihenfolge der Bewerbung vergeben, sondern nach Dringlichkeit der Fälle. Immer wieder wird die Lage des 1995 eröffneten ABZ gelobt: nicht versteckt am Ortsrand, sondern mitten in der Altstadt. Zuletzt hat die Stadt dem Seniorenzentrum für mehr als eine halbe Million Euro eine neue Kapelle spendiert.

Feste Termine

Nachdem das ABZ wegen der Corona-Beschränkungen mehr als zwei Monate die Türen für Besucher geschlossen hatte, dürfen Angehörige seit 29. Juni wieder ins Haus kommen, allerdings nur mit Termin und zu festen Zeiten von 9 bis 11 Uhr und von 13 bis 16 Uhr. Während des Lockdowns bot das Haus ihnen kurze Begegnungen am Fenster und Video-Telefonate an. Zugute kam den Bewohnern, dass der Bereich der stationären Pflege seit geraumer Zeit voll digitalisiert ist, wie Troll mitteilte. Andere Abteilungen des Hauses sollen folgen. Troll, seit zwei Jahren auf ihrem Posten, konnte sich in dieser schweren Zeit aber auch auf ihre „Top-Mitarbeiter“ verlassen, denen es gelungen sei, die Bewohner seelisch aufzufangen.

Die finanzielle Seite

Wie das ABZ die Krise finanziell übersteht, lässt sich derzeit kaum sagen. Für die Verluste in der Tagespflege, die von Mitte März bis Mitte Juni geschlossen war, hat der Staat laut Troll rund 31 000 Euro überwiesen. Wie hoch das Defizit tatsächlich war, wird erst in den nächsten Wochen feststehen.

Positiv sieht Troll die Situation rund um das Personal. Weniger als 1000 Überstunden gebe es aktuell im ganzen Haus; das sei als „sehr gut“ zu bewerten. Was sie sich für das ABZ wünsche, wurde die Leiterin aus Reihen des Stadtrats gefragt. Nun ja, sagte Troll nach einigem Überlegen, ein Aufenthaltsraum, um Besuch zu empfangen, wäre nicht schlecht. „Denn zu uns kommen sehr viele Angehörige.“

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