Wiesenbronn

Kanalsanierung: Auch nächste Generation muss mitfinanzieren

Die Sanierung der Wiesenbronner Abwasserkanäle war eines der beherrschenden Themen in der Ratssitzung am Dienstagabend in der Sporthalle. 

Nach Angaben von Hans-Ulrich Hoßfeld vom Ingenieurbüro Hoßfeld & Fischer basiere die Bedarfsplanung auf der Bauzustandsbewertung und der hydraulischen Zustandsbewertung. "Die Überlagerung beider Bewertungen ergibt dann den bautechnischen und hydraulischen Bedarf in der Kanalisation mit dem Ziel der hydraulischen Leistungsfähigkeit". Als wesentliche Schritte nannte er die Kanalbefahrung, die Auswertung und Analyse der Filme und die hydraulische Bewertung, da Schmutz- und Regenwasser gemeinsam abgeführt werden und möglichst kein Grundwasser in den Abwasserkanal gelangen soll.

Nach der Erfassung der bestehenden Kanalisation samt der versiegelten Flächen erfolge dann die Berechnung für die Prognose der Sanierung "und da gibt es in Wiesenbronn etliche rote Bereiche". Nach Aussage des Planers liegen zwei Drittel der Schäden in der Wiesenbronner "Unterwelt" im Bereich der Hausanschlüsse. "Die Sanierung ist eine generationsübergreifende Aufgabe, die auch die künftige Generation mitfinanzieren muss". Die Sanierungsdauer schätzte Hoßfeld auf fünf bis zehn Jahre. Zu Fragen aus dem Rat wegen des Fremdwassers in der Abwasserkanalisation nannte er 180 Kubik pro Tag, "was sich aber aufgrund der vergangenen trockenen Jahre reduzierte. Viel Fremdwasser gelangt über die Drainagen in den Hausanschlüssen in den Kanal".

Außerdem ging es im Gemeinderat um folgende Themen:

Es sind noch Kabel für die ursprünglich geplante Beschallungsanlage der Gemeinde vorhanden. Bürgermeister Volkhard Warmdt hielt den Zustand der offen sichtbaren Kabel nicht für gut. "Die müssen weg", meinte auch Reinhard Fröhlich dazu. Da niemand im Ratsgremium der Meinung war, dass die doch irgendwann gebraucht werden, fiel der Beschluss zur Entfernung der Kabel einstimmig aus. Die Kabel sollen nun nach Vorschlag des Bürgermeisters in ausreichender Tiefe entfernt werden.

Sieben Parkplätze vor dem Krämerladen - "faires Angebot"

Zur Parksituation vor dem Krämerladen teilte der Bürgermeister mit, dass jetzt sieben Parkplätze zur Verfügung stehen, "das ist ein faires Angebot". Zu einer E-Mail-Beschwerde wegen der zeitweiligen Belegung dieser Plätze bezeichnete auch Frank Ackermann die Parkmöglichkeiten als gut und "man sollte als Antwort darauf verweisen, dass Autos auch in den Höfen abgestellt werden können".

Ein Bürger hatte im Landratsamt wegen erhöhter Geschwindigkeit in der Hauptstraße nachgefragt und die Antwort erhalten, dass es in dieser Straße ein unterdurchschnittliches Verkehrsaufkommen gebe, eine besondere Gefahrenstelle nicht vorliege und die Überwachung der Geschwindigkeit ab einem gewissen Abstand zur Ortstafel der Polizei obliege. Das Landratsamt regte die Installation einer Geschwindigkeitsanzeige an, eine Entscheidung wurde im Rat nicht getroffen.

Hendrik Wenigerkind schlug eine Beschilderung zum Schutze des Wildes im Bereich des Gemeindewaldes vor, da die Tiere möglichst nicht beunruhigt und dazu gezwungen werden sollen, spät auf die Felder auszutreten und so dem Verbiss junger Bäumchen im Wald Vorschub zu leisten. "Es sollen Hinweise ergehen und nicht Verbote". Im Zuge der Schilder sollen auch an den entsprechenden Stellen Hinweise für die Mountainbiker zur Beachtung der Abmachungen für das Fahren mit diesen Bikes angebracht werden.

Bushaltestelle "in keinem ansehnlichen Zustand"

Für die Bushaltestelle, die durch Graffiti und Brandstellen "in keinem ansehnlichen Zustand" ist, konnte sich Christian Gebert eine Aufwertung mittels Verkleidung mit Fassadenmaterial und Einfräsen des Dorfplans mit den in Wiesenbronn vorkommenden Rebsorten vorstellen. Markus Kreßmann schlug eine Beleuchtung in dunklen Zeiten vor. Reinhard Fröhlich hielt Holz besser als Verkleidung. Ein Beschluss wurde nicht gefasst, die Ratsmitglieder sollen erst den Bau in Augenschein nehmen, schlug der Bürgermeister vor.

Auf dem Antrag für das Regionalbudget stehen eine Stele im Außenbereich der ehemaligen Synagoge, die Aufwertung des Steinbruchs, die Erneuerung der Steinplatte im Friedhof, ein Kälteregal für den Krämerladen und Hochbeete für den Kindergarten.

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