Abtswind

Kein Trinkwasser mehr zum Straßen reinigen?

Kehrmaschinen reinigen mehrmals täglich die Strecke zwischen Abtswind und der B286. Ob sie das mit Leitungswasser tun sollen, wurde in Abtswind diskutiert.
Foto: Andreas Stöckinger | Kehrmaschinen reinigen mehrmals täglich die Strecke zwischen Abtswind und der B286. Ob sie das mit Leitungswasser tun sollen, wurde in Abtswind diskutiert.

Sollen Baufirmen weiterhin Wasser aus der öffentlichen Wasserversorgung zum Reinigen der Straßen nehmen? Darüber wurde in der Sitzung des Abtswinder Gemeinderats eifrig diskutiert. Auslöser war, dass Gemeinderat Holger Lenz moniert hatte, die am Bau der Autobahn beteiligten Firmen würden aus dem öffentlichen Leitungsnetz entnehmen und nicht aus einer still gelegten Quelle der Gemeinde.

Wenn schon die Firmen aus der Leitung entnehmen, dann müsse künftig ein höherer Preis verlangt werden. Das forderten Räte bei Bürgermeister Jürgen Schulz. Zunächst hatte Ratsmitglied Lenz seinen Standpunkt dargelegt. Er sehe nicht ein, dass die Firmen das Wasser aus dem Hydranten zum Saubermachen nehmen. Gleich in der Nähe sei die ehemalige Quelle der Gemeinde, die Firmen sollen dort anzapfen und nicht vom Hydranten aus. Es handle sich immerhin um rund 50 bis 60 Kubikmeter pro Tag, schätzte Lenz.

Därr: Bedenklich, wie mit Trinkwasser umgegangen wird

Die Argumentation von Lenz unterstützte Ratskollege Heiko Därr. Er finde es bedenklich, wie mit dem Trinkwasser umgegangen werde. Im Sommer appelliere die Kommune häufig an die Bürger, Wasser zu sparen und hier schütte man es quasi auf die Straße. Die beiden Räte störte, dass die Baufirmen aus Bequemlichkeit, wie sie meinten, das Wasser aus dem Ortsnetz, vom Hydranten, zapften, anstelle es aus der früheren Quelle zu holen.

Hintergrund ist, dass die Baufirmen zum Ausbau der Fernstraße bei Abtswind eine dauerhafte Lagerfläche für Aushub und Boden eingerichtet haben, die täglich von zig Lastwagen oder Traktoren angefahren wird. Das sorgt auf der Kreisstraße und auf der Zubringer-Spange zur B286 für einige Verunreinigungen. Nur um die zu beseitigen, fahren regelmäßig Kehrmaschinen der Baufirmen auf dem Abschnitt und reinigen mit Wasser. Das liefert ihnen die Gemeinde Abtswind.

Bürgermeister Schulz merkte an, dass die Firmen das Wasser bezahlen, das die Kehrmaschinen verbrauchen. Egal, ob aus der Quelle oder aus der Leitung: Der verlangte Wasserpreis liege mit 1,20 Euro pro Kubik genauso hoch, wie der für die Abtswinder Bürger. Der Verbrauch wird über eine Uhr abgerechnet. Es amortisiere sich, so Schulz, mit den erst kürzlich getätigten größeren Investitionen in die Eigenwasserversorgung.

Zunächst beantragte Därr, dass die Gemeinde kein Trinkwasser mehr an die Baufirmen abgeben solle. Dieser Antrag wurde bei vier zu vier Stimmen abgelehnt. Schließlich einigten sich die Gemeinderäte darauf, dass die Firmen beim Wasser aus der Leitung künftig 2,50 Euro pro Kubik zahlen müssen. Bei Entnahme aus der Quelle bleibe es bei 1,20 Euro pro Kubik. Bei zwei Gegenstimmen wurde dieser Vorschlag angenommen.

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