Mönchsondheim

Kirchenburgmuseum: Weitläufigkeit als Pluspunkt in Corona-Zeiten

Seit zwei Wochen hat das Mönchsondheimer Kirchenburgmuseum wieder geöffnet. Wie der Start war und was es zu beachten gibt, weiß Museumsleiter Reinhard Hüßner.
Beim Rundgang bekommen die Besucher auch Einblicke in die Mönchsondheimer Dorfschule zu früheren Zeiten.
Foto: Nathalie Ungar | Beim Rundgang bekommen die Besucher auch Einblicke in die Mönchsondheimer Dorfschule zu früheren Zeiten.

Der 40. Geburtstag des Kirchenburgmuseums steht an. Aber wie feiert man den in Corona-Zeiten. Reinhard Hüßner verspricht: Wir finden einen Weg. Auch Sonderausstellungen sind wieder geplant. Die Zauberformel heißt: immer schön flexibel bleiben!

Frage: Wie war der Start in die Saison?
Reinhard Hüßner.
Foto: Günter Schwab | Reinhard Hüßner.

Reinhard Hüßner: Wir haben seit 13. März wieder offen und tatsächlich kamen bisher trotz des naßkalten Wetters um 150 Besucher. 

Was müssen die Besucher beachten?

Hüßner: Es gelten die allgemeinen Inzidenz-Regeln. Ab einem Wert von 50 muss man sich grundsätzlich anmelden, damit die Höchstzahl an Besuchern nicht überschritten wird. Weil wir aber zahlreiche Gebäude und Ausstellungen sowie ein großes Freigelände. 

Welche speziellen Maßnahmen haben Sie getroffen?

Hüßner: Wir haben unser Schutz- und Hygienekonzept aus dem Vorjahr ergänzt und angepasst. Außerdem bieten wir verstärkt zusätzliche Angebote für Einzelbesucher bzw. für Familien und Kleingruppen im Freien an. So können die Gäste ab sofort auf drei Rundwegen die Kulturlandschaft um Mönchsondheim erkunden. Dieses Angebot ist eine ideale Ergänzung zu einem Museumsbesuch. Dorf und Flur, Mensch und Natur bilden seit jeher eine Einheit.

Wie sah es vergangenes Jahr an der Besucherfront aus?

Hüßner: Das vergangene Jahr hat uns gebeutelt. Statt gewohnten 15 000 Besucher kamen nur knapp 4000 und alle Feste mussten abgesagt werden. Trotzdem waren wir angesichts der Umstände zufrieden. Immerhin konnten wir bei den Einzelbesuchern sogar eine leichte Steigerung feststellen. Statt der erwarteten 7500 Euro an Eintrittsgelder, konnten wir 18 000 Euro vereinnahmen. Besuche von Schulklassen und Reisegruppen hingegen waren eine Fehlanzeige.

Was musste alles verschoben oder abgesagt werden?

Hüßner: Grundsätzlich versuchen wir keine Veranstaltungen ausfallen zu lassen, sondern ein Alternativprogramm zu bieten, das den Corona-Vorschriften entspricht. So soll es heuer am Volksmusiktag ein„Musikalisches Wandern“ von Iphofen nach Mönchsondheim geben. Am Kirchenburgfest wollen wir Straßen und Gassen für eine weitläufige Ausstellung von historischen landwirtschaftlichen Zugmaschinen nutzen.

Gab es vergangenes Jahr auch Neuerungen?

Hüßner: Aufgrund eines Corona-Sonderförderprogramms für Kultureinrichtungen konnten wir drei neue Medieneinheiten anschaffen. Dort können die Besucher historische Filme zum Weinbau und zur Dorfgeschichte Mönchsondheims abrufen, etwa über eine Gerichtsverhandlung im 16. Jahrhundert oder über die Landkreisreform 1972. Die Förderquote betrug 90 Prozent, den Rest übernahm der Bezirk Unterfranken.

Welche Sonderveranstaltungen sind diesmal geplant?

Hüßner: Wir zeigen in Zusammenarbeit mit der Stadt Iphofen ab Mai eine Sonderausstellung zum Ende des Zweiten Weltkrieges in der Hellmitzheimer Bucht und ab September präsentieren wir eine bauhistorische Besonderheit des Kitzinger Landes: Kunstvolle Friedhofskanzeln und Arkaden mit beeindruckenden Grabmonumenten.

Wie wird der 40. Geburtstag gefeiert?

Hüßner: Große Feierlichkeiten sind ja nicht möglich. Trotzdem werden wir einen Weg finden, insbesondere den Mönchsondheimer Bürgern und den Vereinsmitgliedern für ihre langjährige Treue und für die engagiert Unterstützung Danke zu sagen. Dies soll, soweit dann möglich, im Sommer/Herbst im Rahmen einer Festveranstaltung geschehen. Außerdem soll eine reich bebilderte Dokumentation den Weg des Museums von der Gründung bis heute aufzeigen.

Wie plant man das Unplanbare?

Hüßner: Wir sind da flexibel und können auch kurzfristig reagieren.

Warum macht ein Besuch in Mönchsondheim auch in Coronazeiten Sinn?

Hüßner: Es ist immer sinnvoll, sich mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Immerhin lebten um 1800 noch gut 80 Prozent der Bevölkerung auf dem Land in Dörfern und Ackerbürgerstädten.

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