Kitzingen

Klarheit für Bauvorhaben auf dem alten Gassner-Areal in Kitzingen

Der Kitzinger Bauausschuss legt mit einer Bebauungsplanänderung fest, was gebaut werden darf und was nicht. Die Stadt will damit den Interessen der Nachbarn entgegenkommen.
So sieht das Bauprojekt auf dem ehemaligen Brauerei-Gassner-Areal in der Oberen Bachgasse in einem Entwurf von 2018 aus.
Foto: Archicult GmbH | So sieht das Bauprojekt auf dem ehemaligen Brauerei-Gassner-Areal in der Oberen Bachgasse in einem Entwurf von 2018 aus.

Mit einer Klarstellung zum Bauvorhaben auf dem ehemaligen Gassner-Areal will der Bauausschuss des Kitzinger Stadtrats besorgte Anwohner zwischen Oberer Bachgasse, Neuem Weg und Ödersgasse beruhigen. Am Donnerstag genehmigte das Gremium einstimmig die Änderung des Bebauungsplans "Alte Poststraße".

Worum geht es? Die Stadt Kitzingen hatte einst das Areal der ehemaligen Brauerei Gassner, die teils abgebrannt war, gekauft und es anschließend für einen symbolischen Preis an den privaten Investor und Architekten Roland Breunig vom Würzburger Büro Archicult GmbH übergeben. Der will es "unter Berücksichtigung der gewachsenen Siedlungsstruktur" wieder bebauen, das teils verfallene denkmalgeschützte Gebäude nutzbar machen und neue Gebäudeteile hinzufügen. Entstehen soll ein mehrstöckiges Haus mit einer absteigenden Terrassenbebauung. 

Mehrgeschossiges Wohnhaus geplant

Die ehemalige Gassner-Brauerei in der Oberen Bachgasse in Kitzingen wird  zum Wohn- und Geschäftshaus umgebaut.
Foto: Eike Lenz | Die ehemalige Gassner-Brauerei in der Oberen Bachgasse in Kitzingen wird  zum Wohn- und Geschäftshaus umgebaut.

In einem Bericht dieser Redaktion von 2018 bezeichnete Breunig das Projekt, das unter dem Namen "Hof an der Himmelsleiter" lief, als „sehr komplex“. In dem denkmalgeschützten und lange leer stehenden Brauereigebäude mit Gewölbekellern sollen 14 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen (70 bis 115 Quadratmeter groß) entstehen, dazu Gewerbe- oder Atelierflächen im Erdgeschoss. Das Vorhaben sei für die Architekten „höchst anspruchsvoll“, sagte Breunig damals, sowohl bautechnisch als auch statisch und von den Grundrissen her. Inzwischen hat er längst die Baugenehmigung und ist auch schon am Werk.

Der Ausschuss billigte die Bebauungplanänderung als eine aus seiner Sicht für die Nachbarn verträgliche Lösung. Denn es gibt Bedenken unter den Anwohnern, es könnte noch massiver und verdichteter gebaut werden. Doch mit der Planänderung legte der Ausschuss fest, was möglich ist und was nicht. So wurde die Bauweise für das Gebäude bestimmt und zugleich die ursprünglich geplante Gebäudehöhe verringert. Laut Mitteilung des Bauamts will die Stadt damit die "Nachbarinteressen schützen", eine zu dichte Bebauung verhindern und somit das Ausmaß des Bauvorhabens "auf das tatsächlich Notwendige" reduzieren. Im Umkehrschluss, so erklärte das Bauamt, sei damit eine andere Bauweise als die im Plan festgeschriebene nicht mehr möglich. Das ist auch im Sinne des Bauherrn, also ein allseits erwünschter Kompromiss.

Gewölbekeller bleiben erhalten

Obere Bachgasse 26: Nachdem das Gebäude der ehemaligen Gassner-Brauerei jahrelang leer gestanden hat, will ein privater Investor Wohnungen in das denkmalgeschützte Haus einbauen. Ein Blick auf das Gebäude und den Hinterhof.
Foto: Siegfried Sebelka | Obere Bachgasse 26: Nachdem das Gebäude der ehemaligen Gassner-Brauerei jahrelang leer gestanden hat, will ein privater Investor Wohnungen in das denkmalgeschützte Haus einbauen.

Auf Nachfrage aus dem Bauausschuss erklärte die Verwaltung, dass die vorhandenen Gewölbekeller auch in Zukunft genutzt werden sollen. Allerdings wurden sie neu aufgeteilt, da sie sich bisher über mehrere Grundstücke erstreckt haben. Nun sind die Keller auf dem Areal des privaten Investors von den Kellerteilen der Nachbarn abgetrennt. 

Die Bebauungsplanänderung wird im sogenannten beschleunigten Verfahren durchgeführt. Letztlich handele es sich um eine Formalie, sagte der OB. Mit seiner Zustimmung sorgte der Ausschuss dafür, dass die Planunterlagen nun für die Dauer eines Monats im Rathaus öffentlich einsehbar sind. Damit können die Öffentlichkeit sowie Behörden dazu Stellung nehmen. Mit eventuellen Einwänden und Stellungnahmen würde sich dann erneut der Bauausschuss beschäftigen.

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