Fahr

Klein einsteigen und groß rauskommen

Die Corona-Pandemie kann die Geburtstagsfreude im Kindergarten St. Franziskus in Fahr bei den Kindern und beim Erzieherinnenteam mit (von links) Stefanie Reisert, Alisa Komander, Simone Bauer und Alexandra Baum nicht bremsen.
Foto: Peter Pfannes | Die Corona-Pandemie kann die Geburtstagsfreude im Kindergarten St. Franziskus in Fahr bei den Kindern und beim Erzieherinnenteam mit (von links) Stefanie Reisert, Alisa Komander, Simone Bauer und Alexandra Baum nicht ...

"Klein einsteigen und groß rauskommen" lautet das Motto im Kindergarten St. Franziskus in Fahr am Main. Seit 100 Jahren wird dort der Nachwuchs professionell betreut. Den runden Geburtstag wollte man eigentlich groß feiern. Doch Corona machte der Trägerin, der Katholischen Kirchenstiftung Fahr, einen Strich durch die Rechnung. Bei einem Dankgottesdienst am ersten Adventssamstag, 27. November (18.30 Uhr), in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer mit Pfarrer Johannes Hofmann und dem Kindergartenteam will man die 100 Jahre Revue passieren lassen. Beim Kindergartenfest im Sommer 2022 soll dann die Geburtstagsparty steigen.

Seit 16 Jahren leitet Simone Bauer den Kindergarten. 23 Mädchen und Buben betreut die erfahrene Erzieherin mit Montessori- Diplom gemeinsam mit Alisa Komander, Alexandra Baum und Stefanie Reisert. "Wir haben einen altersgemischten Kindergarten", berichtet Bauer. Die meisten der Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren sind in Fahr zuhause. Einige kommen aus dem benachbarten Volkach.

1921 als Kinderbewahranstalt gebaut

Für das Jubiläum hat die Kindergartenleiterin in der Chronik der Einrichtung nachgeblättert, die fast lückenlos vorhanden ist. 1921 erbaute der damalige Darlehenskassenverein Fahr die "Kinderbewahranstalt", welche der Erziehung der Kinder im Vorschulalter, der Unterweisung der weiblichen Jugend in Handarbeit und der ambulanten Krankenpflege diente. Der damalige Pfarrer Georg Kraus und Arthur Krapf als Rechnungsführer vom Darlehenskassenverein hatten sich federführend der Aufgabe angenommen.

Zur Betreuung entsandte die Generaloberin der Dillinger Franziskanerinnen fünf Schwestern nach Fahr: Krankenschwester, Köchin, Kindergärtnerin, Handarbeitslehrerin und Oberin. 1922 wurde die weltliche Schulstelle in eine klösterliche Lehrstelle verwandelt. In den Wintermonaten hielt man im Gebäude Koch- und Nähkurse zur Ausbildung schulentlassener, älterer Mädchen ab. 1938 musste die Schule weltlichen Lehrkräfte übergeben werden.

25 Jahre leitete Schwester Helia den Kindergarten

Um das Haus damals zu sichern, übernahm die katholische Kirchengemeinde die Sorge für den Kindergartens. 1945 wurde ein Teil der Schule wieder von einer klösterlichen Lehrkraft übernommen. Laut Aufzeichnung betreute am 4. Mai 1963 Schwester Helia Rudorf 59 Kindergartenkinder. Wegen Schwesternmangel löste sich 1979 der Konvent der Dillinger Franziskanerinnen in Fahr auf. Kindergartenleiterin Schwester Helia betreute jedoch die Kleinen des Dorfes weiter. 1981 wurde die "Anstalt" in "Kindergarten St. Franziskus" umgetauft. 1988 legte Schwester Helia nach 25-jähriger Tätigkeit in Fahr im Alter von 65 Jahren die Leitung der Kita in junge weltliche Hände, 2008 starb sie.

Die Kirchenstiftung Fahr ist Träger der Einrichtung. Die Kirchenstiftung wird vertreten durch Kirchenpfleger Martin Weidinger (Fahr) sowie Teampfarrer Johannes Hofmann vom pastoralen Raum St. Benedikt. "Wir versuchen mit den zur Verfügung stehenden Mitteln, den Kindergartenbetrieb aufrecht zu erhalten", erzählt Weidinger. Nachdem es in den letzten Jahren einmal an Fahrer Nachwuchs mangelte, besuchten auch auswärtige Kinder die Einrichtung.

Sonne strahlt im neuen Logo

100 Jahre Kindergarten sei eine stolze Zeit, auf die die Fahrer Bürger voller Freude zurückblicken können, sagt Weidinger und ist zuversichtlich: "Mit Unterstützung der Stadt Volkach und unserer Bürger werden wir auch die nächsten Jahre unseren schönen Kindergarten hier in Fahr haben." Dort scheine immer die Sonne, auch bei trübem Wetter. Denn die Sonne ist fest verankert im Logo der Einrichtung, das Melanie Rüdling, die Mutter eines Kindes neu entworfen hat.

35 Jahre lang hat der mittlerweile verstorbene Horst Nowak die finanziellen Belange des Kindergartens Fahr geregelt. Das Foto zeigt ihn mit der Kinderschar vor zehn Jahren.
Foto: Peter Pfannes | 35 Jahre lang hat der mittlerweile verstorbene Horst Nowak die finanziellen Belange des Kindergartens Fahr geregelt. Das Foto zeigt ihn mit der Kinderschar vor zehn Jahren.
Bis 1988 betreute Schwester Helia Rudorf (rechts) von den Dillinger Franziskanerinnen 25 Jahre lang den Nachwuchs im Kindergarten des Volkacher Stadtteils Fahr.
Foto: Archiv Kindergarten | Bis 1988 betreute Schwester Helia Rudorf (rechts) von den Dillinger Franziskanerinnen 25 Jahre lang den Nachwuchs im Kindergarten des Volkacher Stadtteils Fahr.
Das neue Logo des Kindergartens in Fahr verdeutlicht das Motto der Einrichtung: „Klein einstiegen und groß rauskommen'.
Foto: Illustration Melanie Rüdling | Das neue Logo des Kindergartens in Fahr verdeutlicht das Motto der Einrichtung: „Klein einstiegen und groß rauskommen".
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