Kitzingen

Klimawandel: Bäume richtig auswählen

Jetzt schon an die Zukunft denken: Förster Achim Volkamer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen zeigte den Teilnehmern einer Schulung zum Klimawandel im Stadtwald Mainbernheim die Pflanzung einer Hybridnuss zur Hainbuchennaturverjüngung
Foto: Klaus Behr | Jetzt schon an die Zukunft denken: Förster Achim Volkamer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen zeigte den Teilnehmern einer Schulung zum Klimawandel im Stadtwald Mainbernheim die Pflanzung ...

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen hatte Waldbesitzer und Naturfreunde zum Thema „Baumartenwahl im Klimawandel“ zu einer theoretischen Einführung mit waldbaulicher Exkursion in den Stadtwald Mainbernheim eingeladen.

Wenn es wärmer wird

Förster Achim Volkamer vom Revier Rödelsee erläuterte den 25 Teilnehmern im Lehrsaal des Amtes zunächst das Zustandekommen des Klimawandels und dessen Auswirkungen auf den Wald. Durch den Klimawandel werden etwa die Niederschläge im Sommer ab- und im Winter zunehmen, heißt es in einer Mitteilung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Die durchschnittliche Jahrestemperatur wird ansteigen, Witterungsextreme – wie Stürme, Starkregen und Trockenperioden – werden sich häufen. Damit werde für die Waldbesitzer, die wegen des möglichen Alters von Bäumen vorausplanen müssen, die Baumartenwahl noch wichtiger, so das Amt.

Für den Aufbau standortgerechter, klimatauglicher Wälder gelte dabei der Grundsatz: „Die Mischung macht's“, so Volkamer, der sowohl auf die Eignung einheimischen aber auch seltener und exotischer Baumarten für den Waldumbau einging. Dabei müsse der Landkreis Kitzingen bayernweit schon deshalb eine gewisse Vorreiterrolle übernehmen, weil er als „Weinlandkreis“ bereits heute zu den wärmsten und trockensten Regionen zählt, heißt es im Pressetext weiter. Bei der Exkursion in den Stadtwald zeigte der Förster den Kursteilnehmern anschließend vor Ort die Beimischung klimatoleranter Baumarten – wie Eiche und Hainbuche – zur natürlichen Verjüngung.

Von Gewinnern und Verlieren

Bei den Baumarten wird es Gewinner und Verlierer geben, so die Mitteilung. Von den vier wichtigsten einheimischen Bäumen – Eiche, Buche, Fichte und Kiefer – sollen die den Klimawandel schlechter verkraftenden Fichte und Buche als Hauptbaumarten nur noch im Steigerwald eingesetzt werden. Ein örtlich verstärkter Mistelbefall deutet derzeit darauf hin, dass auch die Kiefer mittel- und langfristig Probleme mit den steigenden Temperaturen bekommen könnte, so der Förster. Die Eiche hingegen gilt als gut an die zu erwartenden Klimaveränderungen angepasste Baumart – soll wegen dem Schädlingsbefall in den vergangenen Jahren zukünftig jedoch nicht mehr in Reinbeständen angepflanzt werden.

Ersatz für Nadelhölzer

Als weitere einheimische Mischbaumarten kommen die Hainbuche, die Elsbeere, der Speierling, die Vogelkirsche, die Linde und auch der Feldahorn recht gut mit steigender Wärme und Trockenheit zurecht, erfuhren die Teilnehmer. Als Ersatz für die Nadelhölzer Fichte, Kiefer und Lärche eignen sich in bestimmten Fällen Schwarzkiefer, Douglasie und Weißtanne.

Auch exotischere Baumarten, die bislang noch kaum in den heimischen Wäldern vorkommen, könnten in Zukunft interessant sein: Esskastanie (Marone), Walnuss, Hybridnuss, Roteiche, Baumhasel oder Robinie (Akazie). Die Frage nach der Eignung von Baumarten aus dem Mittelmeerraum – wie Kork- oder Zerreiche – musste der Förster, wegen der auch zukünftig noch zu erwartenden strengen Winterfröste, jedoch verneinen. Die meisten von Volkamer vorgestellten Bäume werden derzeit im Stadtwald Mainbernheim angebaut und entwickeln sich, laut Mitteilung, vielversprechend.

Informationen, wie man den eigenen Wald auf den Klimawandel vorbereitet, erhalten Interessierte kostenfrei beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen. Die Förster erläutern unter anderem welche Baumarten in welchen Wald passen, wo man Pflanzen beziehen kann und klären über staatliche Förderung auf. Weitere Informationen auch im Internet unter: www.aelf-kt.bayern.de/forstwirtschaft, www.fbg-kitzingen.de und www.waldwissen.net.

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