Kitzingen

Klinik will Anlaufstelle für Volkskrankheiten bleiben

Bei Finanzen und Patienten sieht sich die Klinik Kitzinger Land trotz Corona auf gutem Weg. Die Klinikverantwortlichen wollen das Haus entwickeln und die Geburtshilfe erhalten.
Die Corona-Pandemie hat die positive Entwicklung der Klinik Kitzinger Land gebremst.
Die Corona-Pandemie hat die positive Entwicklung der Klinik Kitzinger Land gebremst. Foto: Andreas Brachs

11 384 stationäre und 18 229 ambulante Patienten vertrauten sich 2019 der Klinik Kitzinger Land an. Dieses Vertrauen der Patienten in das Kreiskrankenhaus zahlt sich aus. Die Klinik schreibt traditionell schwarze Zahlen. So lagen die Erlöse 2019 bei rund 36 Millionen Euro. Unterm Strich blieb ein Gewinn von einer Million Euro. Geld, das die Klinik zum Beispiel in technische Innovationen stecken kann.

Parallel dazu hat die Klinik neue Leistungen angeboten und ihr Personal aufgestockt: von 349 Vollzeitkräften im Vorjahr auf 364 in diesem. Darunter sind 60 Stellen für Ärzte und 111 für Pflegekräfte. Weil gute Mitarbeiter nicht so leicht zu finden sind, hat sich die Klinik mit ihrer Schule auf die neue generalistische Ausbildung für Pflegefachleute umgestellt. Zusammen mit externen Partnern der Wohlfahrtspflege bietet sie nun außer der Ausbildung zum Krankenpfleger auch die zur Alten- oder Kinderkrankenpflege an. Die Ausbildung zum Pflegefachmann/zur Pflegefachfrau – so lautet die neue Bezeichnung – dauert drei Jahre. Nur ein Jahr braucht man für den Pflegefachhelfer. Den Fachmann streben ab September 25 neue Schüler an, den Fachhelfer 16. 

Corona verursacht Einbrüche

Über diese Entwicklung freuen sich Landrätin Tamara Bischof und Klinik-Verwaltungsleiter Thilo Penzhorn im Gespräch mit der Redaktion. Ginge es nach ihnen, wäre es 2020 so weiter gegangen – doch dann kam Corona. Damit verbunden waren zurückgehende Patientenzahlen. Zum einen musste die Klinik Kapazitäten für die erwartete Pandemie-Welle freihalten; zum anderen scheuten Kranke vor einem Gang in die Klinik zurück, wenn es nicht unbedingt sein musste. Aus Angst, sich mit Corona anzustecken.

Wenigstens habe die Krise gezeigt, dass auch kleinere Krankenhäuser systemrelevant sein können, und so fürchten weder Bischof noch Penzhorn, dass das Krankenhaus-Sterben in nächster Zeit von der Bundespolitik forciert wird. Sehr wohl machen sie sich aber Sorgen um die Finanzierung im Gesundheitssystem. Weil es das erklärte politische Ziel ist, den Krankenkassen-Beitragssatz nicht übermäßig ansteigen zu lassen, erhalten die Krankenhäuser nicht in jedem Fall die nötigen finanziellen Mittel. Im Gegenteil: Ab einer bestimmten Mehrleistungsmenge muss die Klinik den Krankenkassen sogar einen Rabatt gewähren. Für Bischof und Penzhorn unbegreiflich.

Geburtshilfe soll im Landkreis bleiben

Die Lanrätin, zugleich Vorsitzende der  Bayerischen Krankenhausgesellschaft, kämpft weiter für das Haus der Grund- und Regelversorgung im Landkreis, das für die gängigen Volkskrankheiten ein Angebot machen will. Herz-/Kreislauferkrankungen und Krebs zählen zu den häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte. Noch leistet sich die Klinik Kitzinger Land zwei weitere Besonderheiten: Statt bis zu 14 Patienten, wie sonst üblich, versorgt eine Pflegekraft in Kitzingen maximal neun. Und auch die Abteilung Geburtshilfe – ein dauerndes Verlustgeschäft – bleibt im Landkreis erhalten. Das ist erklärter Wille des Kreistags.

Lesen Sie auch die Zwischenbilanz der Klinik zur Corona-Pandemie.

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