Kitzingen

Kommentar: Große Parteien lassen die Grünen links liegen

Im Kreistag und im Stadtrat Kitzingen werden die Grünen nicht angemessen berücksichtigt. Ein guter Auftakt für die neue Amtsperiode?, fragt unser Kommentator.
Die Kommunalwahl ist ausgezählt. Jetzt machen sich die politischen Gremien an die Arbeit.
Die Kommunalwahl ist ausgezählt. Jetzt machen sich die politischen Gremien an die Arbeit. Foto: Daniela Röllinger

Die Karten im Landkreis Kitzingen sind neu gemischt. Doch das Wählervotum wird im neuen Kreistag und im neuen Stadtrat Kitzingen nicht 1:1 abgebildet. Was auffällt: In beiden Gremien fällt ein Gewinner der Kommunalwahlen, Bündnis 90/Die Grünen, in der Postenverteilung runter. Eine Allianz aus CSU, Freien Wählern und SPD verhindert in beiden Gremien, dass die Grünen mit Blick auf ihr Wahlergebnis angemessen berücksichtigt werden. 

Im Landkreis machen vor allem die Freien Wähler Front. Sie wollen an der bisherigen Regel festhalten, dass die FW-Landrätin Tamara Bischof auch eine FW-Stellvertretung bekommt. Dabei ist das keinesfalls Usus. Andernorts werden bei den Stellvertretern bewusst die anderen politischen Gruppierungen eingebunden, was für ein Stück ausgleichende Gerechtigkeit sorgt. Dass die Kreisräte im Landkreis Kitzingen auch vor dem Hintergrund einer veränderten politischen Landschaft nicht mit dieser Regel brechen, zeigt, wie wenig Selbstvertrauen in den anderen Parteien steckt.

Landrätin hat den Kreistag fest im Griff

Würden sich die anderen Fraktionen zusammenschließen, müssten auch die Freien einlenken. Doch allen voran die CSU scheut diesen Konflikt. Und auch die Grünen selbst stellen sich nicht auf die Hinterfüße – des lieben Friedens willen. Aber Politik ist auch ein Ringen, mal mit mehr, mal mit weniger harten Bandagen. Die Postenverteilung im Kreistag ist jedenfalls ein weiterer Fingerzeig darauf, wie sehr Tamara Bischof ihr Gremium im Griff hat. 

Im Kitzinger Stadtrat könnte es noch härter kommen. Die Grünen, die auf Anhieb vier Sitze errangen, sind derzeit weder bei den OB-Stellvertretern noch bei den Referenten berücksichtigt. Das will sich die OB-Kandidatin Andrea Schmidt nicht gefallen lassen. Bislang sind sich die großen Drei – CSU, SPD, FW-FBW – ihrer Mehrheit sicher. Doch ist deren harte Haltung ein guter Anfang für die von allen beschworene bessere Zusammenarbeit im Rat? 

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