Kitzingen

Kulturpolitische Gesellschaft kritisiert Museumsschließung

Das Aus fürs Städtische Museum in Kitzingen findet immer mehr Kritiker. Nun hat sich auch eine Vereinigung zu Wort gemeldet, die bundesweit für Kultur eintritt und sie fördert.
Das Städtische Museum in Kitzingen ist geschlossen. Wie geht es mit der Sammlung weiter?
Das Städtische Museum in Kitzingen ist geschlossen. Wie geht es mit der Sammlung weiter? Foto: Ralf Dieter

Die vom Kitzinger Stadtrat mehrheitlich verfügte dauerhafte Schließung des Städtischen Museums zieht immer weitere Kreise. Die Kritik am weitgehend nichtöffentlich vorbereiteten Beschluss reißt nicht ab, auch wenn die Entscheidung an sich dann öffentlich war. Nun meldet sich Dieter Rossmeissl, Vorsitzender des Sprecherrats der Kulturpolitischen Gesellschaft, Landesgruppe Bayern, zu Wort.

Dieter Rossmeissl (Erlangen) hat in einem Brief an Oberbürgermeister Stefan Güntner seine "Irritationen" über die Schließung ausgedrückt. Rossmeissl habe das Museum vor Jahren selbst besucht und sei "positiv beeindruckt" gewesen. Er schreibt: "Die Kulturpolitische Gesellschaft legt großen Wert nicht nur auf den Erhalt kultureller Einrichtungen, sondern vor allem auf deren aufklärerische Funktion und ihre Wirkung in die Gesellschaft hinein. Dabei spielen gut geführte Museen wie das Kitzinger eine große Rolle."

Kritik an "Abwicklung" des Museums

Rossmeissl kritisiert vor allem, dass die Stadt nicht erklärt habe, wie sie das Stadtmuseum "abwickeln" wolle. Der Sprecher der Kulturpolitischen Gesellschaft macht darauf aufmerksam, dass Sammlungsgegenstände laut Bayerischer Gemeindeordnung "nur zu ihrem vollen Wert" abgegeben werden dürfen. Sonst müsse das die Rechtsaufsicht beanstanden.

OB Güntner antwortete umgehend auf Rossmeissls Brief. Seine Antwort liegt der Redaktion ebenfalls vor. Demnach sei das Museum kein Besuchermagnet gewesen. "Extrem überschaubar" nennt Güntner die Zahl der Besucher (2018 rund 1100 in neun Monaten, dazu noch 830 Schüler, Studenten und Wissenschaftler). Die Stadt habe daher im Herbst 2018 das Museum geschlossen und der Leiterin den Auftrag für ein neues Konzept erteilt.

OB Güntner hält dagegen

Das Konzept habe im Januar 2019 vorgelegen, aber unter den Stadträten keine Mehrheit gefunden, schreibt Güntner weiter. Eineinhalb Jahre lang sei dann von niemandem der Versuch unternommen worden, an der Mehrheitsfähigkeit des Konzepts zu arbeiten. Nachdem aus der Bevölkerung kaum Nachfragen oder Beschwerden wegen des geschlossenen Hauses gekommen seien, habe der Stadtrat Anfang 2020 beschlossen, ab Juli keine Stellen mehr für das Museum einzuplanen, das jährlich einen städtischen Zuschuss von 250 000 Euro benötigt.

Die Entscheidung, das Museum zu schließen, sei im Juni öffentlich gefallen. Es sei nicht vorgesehen, Sammlungsgegenstände zu verschenken, stellt OB Güntner klar. Die Stadt will sich dazu fachlichen Rat einholen.

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