Mainbernheim

Laufen, Lärmen und Lauern auf dem Mainbernheimer Bärlesweg

Einen tollen Erlebnispfad für Kinder haben die Mainbernheimer mit ihrem Bärlesweg geschaffen. Der führt am Bach entlang zu einem Baumhaus – und sogar zu echten Bären.
Das Baumhaus über dem Sickerbach (Station 4) inklusive Rutsche ist der Höhepunkt des Mainbernheimer Bärlesweges.
Das Baumhaus über dem Sickerbach (Station 4) inklusive Rutsche ist der Höhepunkt des Mainbernheimer Bärlesweges. Foto: Barbara Herrmann

Woher der Mainbernheimer Bärlesweg seinen Namen hat? Von den echten Bären natürlich! Davon jedenfalls sind Vincent (5), Katharina (4), Helena und Pauline (beide 3) nach knapp der Hälfte des Erlebnispfads überzeugt. "Ein Bär, hinter Dir, kletter schneller" schreit Vincent vom Baumhaus herunter. Schon haben auch die Mädchen das Häuschen über dem Sickerbach erklommen. Oben angelangt brüllen allerdings alle vier Kinder so laut, dass garantiert jedes Tier Reißaus nimmt.

Viel Wasser entlang des Weges

Doch das stört an diesem kühlen Julitag niemanden: Der Rundweg ist angesichts des drohenden Regens kaum besucht und das Baumhaus liegt als vierte Station bereits ein Stück außerhalb Mainbernheims. Die Route beginnt neben der Kellermühle mit einem Kinder-Kneipp-Becken. Doch bei unter 20 Grad Lufttemperatur hält Katharina nur kurz ihre Fingerspitze ins Wasser und wendet sich dann lieber den Hühnern zu. Diese wohnen gleich neben Bank und Tisch, die praktischerweise an der ersten Station stehen. Haben Kinder bei Ausflügen doch gefühlt immer Hunger, bevor es überhaupt losgeht.

Wasser ist immer ein Anziehungspunkt: Während Mama pumpt, ziehen (von links) Vincent, Pauline, Katharina und Helena die Stöpsel aus den Holztrögen.
Wasser ist immer ein Anziehungspunkt: Während Mama pumpt, ziehen (von links) Vincent, Pauline, Katharina und Helena die Stöpsel aus den Holztrögen. Foto: Barbara Herrmann

Aber gutes Stichwort: Frisch gestärkt starten die beiden Familien auf die rund 2,5 Kilometer lange Runde, immer den gut sichtbaren Bären-Schildern hinterher. Eine Weile überschneidet sich der Pfad mit dem Radweg nach Iphofen. Da muss man aufpassen, dass die beiden Geschwisterpaare keine flotten E-Bike-Fahrer ausbremsen. Doch schon ist die zweite Station in Sicht. Fürs Pumpen brauchen die Kinder allerdings Kraft und Ausdauer, da das Wasser eher spärlich fließt. Schneller voll werden die Holzbecken mit den bereitliegenden Eimern. Jetzt nur bitte keiner in den Sickerbach fallen.

Beim Nicht-den-Boden-berühren-Weg brauchen kleinere Kinder die Hand der Eltern. Aber er ist schön vielfältig und mehrere Durchläufe wert – nur nicht bei Nieselregen.
Beim Nicht-den-Boden-berühren-Weg brauchen kleinere Kinder die Hand der Eltern. Aber er ist schön vielfältig und mehrere Durchläufe wert – nur nicht bei Nieselregen. Foto: Barbara Herrmann

Dieses Ziel ist erreicht, als das Quartett weiterstürmt. Die nächste Disziplin Apfel-Weitwurf denken sich die Kinder selbst aus, ehe sie zum Schnupperlabyrinth gelangen. "Das ist Lavendel", ruft Katharina stolz. Und Vincent erkennt sofort den Schnittlauch, den alle Vier probieren. Bei Liebstöckl, Currykraut und Oregano wird's hingegen schon schwieriger. Und was ist nun am leckersten? Helena und ihr Bruder bevorzugen Zitronenmelisse, Pauline sagt "Salbei". Noch in der der gut gepflegten Kräuterstation ruft jemand "Ah, ein Steinhaufen". Und sofort ist der Schotterhügel erklommen. Ob offizielle Station oder nicht, ist vollkommen schnuppe.

Bärenforscher entdecken echte Tatzen

Nun zweigt die Tour vom Radweg ab auf einen Feldweg entlang des Sickerbachs. Das eingangs genannte Baumhaus ist schnell erreicht, die Fantasie längst beflügelt. Schön wäre dort noch eine Bank für die beiden Mütter, während der Nachwuchs rutscht und Ausschau nach wilden Tieren hält. Und tatsächlich entdeckt Vincent einige Meter weiter in einer matschigen Stelle des Feldwegs echte Bärentatzen im Boden. Wenn das nicht der Beweis ist. Noch besser wäre allerdings, wenn Mama all die Namen der Blumen und Käfer auf dem Weg wüsste. Die kleinen Forscher interessieren sich schließlich nicht nur für große Tiere.

Nach dem abwechslungsreichen Barfußpfad balancieren die Kinder gerade über den "Nicht-den-Boden-berühr-Weg", als der Nieselregen einsetzt. Auf zum Endspurt. Vor einem Quiz als letzte Station führt der Bärlesweg zur Krachmacherwand, die ihrem Namen alle Ehre macht. Nun sind garantiert die letzten Tiere vertrieben. Nach gut zweieinhalb Stunden – und trotz Proviants – gibt es allerdings ein Problem, das ganz schnell gelöst werden muss, damit die gute Stimmung nach dem Ausflug nicht ruiniert ist: Alle haben einen Bärenhunger.

Sommer zu Hause? Für mehr Abwechslung sorgt eine Serie von Artikeln, in der Wanderwege für Kinder im Kitzinger Land vorgestellt werden.

Die Krachmacherwand als vorletzte Station macht ihrem Namen alle Ehre. Nur den Bärenhunger vertreibt der Lärm leider nicht.
Die Krachmacherwand als vorletzte Station macht ihrem Namen alle Ehre. Nur den Bärenhunger vertreibt der Lärm leider nicht. Foto: Barbara Herrmann

Bärlesweg Mainbernheim

Start/Parken: Parkplatz ein Stück vor dem Startpunkt bei der Kellermühle (Navi: Nürnberger Straße). Der Pfad ist gut ausgeschildert, einen Flyer mit Karte und Streckenverlauf gibt's in einer Box kurz vor der ersten Station.
Streckenlänge: Acht Stationen auf rund 2,5 Kilometern. Drei Stunden kann man dort locker verbringen.
Alter: Für alle, die laufen können. Der Weg ist aber auch für geländegängige Kinderwagen gut geeignet.
Einkehr: In derselben Straße liegt das griechische Restaurant "Korfu" (Mühlenweg 1, ab 17 Uhr). Zudem gibt es im Städtchen Mainbernheim weitere Gaststätten wie das empfehlenswerte Café "Bärenstark" (9 bis 18 Uhr, Wochenende 14 bis 18 Uhr, donnerstags zu).
Toiletten: keine vorhanden
Sonstiges: Wechselklamotten einpacken, mehrere Stationen am Wasser. Über Ideen, Schadensmeldungen oder auch Lob freuen sich die Macher per Mail an baerlesweg@web.de
Quelle: bh

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