Seinsheim

Mit 110 Stundenkilometer durch Wässerndorf

Cornelia Nagler (links) erhielt von Bürgermeisterin Ruth Albrecht in der Ratssitzung die Kommunale Dankurkunde für ihre langjährige Tätigkeit als Marktgemeinderätin.
Foto: Gerhard Krämer | Cornelia Nagler (links) erhielt von Bürgermeisterin Ruth Albrecht in der Ratssitzung die Kommunale Dankurkunde für ihre langjährige Tätigkeit als Marktgemeinderätin.

Mit 110 Stundenkilometern über die Wässerndorfer Schlossstraße gerast: Die Auswertung einer Messung über einen längeren Zeitraum gab Seinsheims Bürgermeisterin Ruth Albrecht in der jüngsten Ratssitzung bekannt.

Vom 3. Dezember vergangenen Jahres bis zum 26. Januar stand das Messgerät in Wässerndorf. Gemessen wurde die Geschwindigkeit der Fahrzeuge von Winkelhof kommend. Die gemessenen Geschwindigkeiten seien "bedenklich", sagte Ruth Albrecht. Doch hätte sie es sich sogar noch schlimmer vorgestellt.  

861 Fahrzeuge hielten sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern oder unterschritten diese. 2712 fuhren zum Teil deutlich schneller. 957 Fahrzeuge waren mit Tempo 60 unterwegs, 1028 mit 70, 698 mit 80 und 261 mit 90. Doppelt so schnell wie erlaubt fuhren im Messzeitraum 58 Fahrer, neun Fahrzeuge wurden mit 110 Kilometer pro Stunde gemessen.

Derzeit steht das Messgerät in Tiefenstockheim. Da werde nun deutlich langsamer gefahren, informierte Wolfgang Heilmann vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft, der in dem Ortsteil selbst wohnt und in der Sitzung Protokoll führte.

Bauvorhaben

Neben der Geschwindigkeit ging es in der Ratssitzung um etliche Bauvorhaben. Eine längere Diskussion gab es bereits beim ersten Bauantrag. In Wässerndorf im Geltungsbereich des Bebauungsplans "An der Leite" möchte ein Bauwerber eine Einfriedungsmauer und ein Gartenhaus errichten. Die Mauer in Form von L-Steinen wäre statt der erlaubten 20 aber 70 Zentimeter hoch, das Gartenhaus soll ein Flachdach bekommen.

Bürgermeisterin Ruth Albrecht gab zu bedenken, dass man sich im Klaren sein müsse, dass, wie auch immer der Gemeinderat entscheide, dies dann künftig immer so im Geltungsbereich des Bebauungsplans entschieden werden müsse. Dies wägten die Ratsmitglieder dann auch bei ihrer Entscheidung ab. So gab es dann auch eine beziehungsweise zwei Mal zwei Gegenstimmen bei den Abstimmungen über drei Befreiungen vom Bebauungsplan.

Dass Abweichungen zwischen Bauplan und Ist-Zustand durchaus auffallen, musste ein Bauherr in Tiefenstockheim erfahren. Im Freistellungsverfahren hatte er seinen Neubau einer Doppelgarage mit Anbau verwirklicht. Wie die Bürgermeisterin erklärte, habe sich während der Bauphase eine notwendige Änderung ergeben. Für die hätte aber dann ein Bauantrag gestellt werden müssen. Ein Baukontrolleur des Landratsamtes hatte die Abweichungen bemerkt. Mit einem Tektur-Antrag konnte die Sache geheilt werden.

Keine Konsequenzen

Gemeinderat Gerald Hell fragte nach Konsequenzen für den Bauherrn. Außer den Gebühren für den Antrag keine, sagte Ruth Albrecht. Anders verhielte es sich bei dem Fall, wenn einer bewusst so baue, wie er möchte, obwohl er wisse, dass man so nicht bauen dürfe. Dann könne auch ein Rückbau verlangt werden.

Beim Bau eines Wohnhauses in Seinsheim hat der Bauherr eine unliebsame Überraschung erlebt: Es gab archäologische Funde. Nun debattierte der Gemeinderat über Zuschüsse. Schließlich einigte sich das Gremium mit knapper Mehrheit, in solchen Fällen zehn Prozent der Kosten, maximal aber 1000 Euro, als Zuschuss bei Bodendenkmälern zu gewähren. In der nächsten Sitzung wird der Rat über eine künftige Bezuschussung bei der Sanierung von Baudenkmälern diskutieren.

Bürgermeisterin Ruth Albrecht hatte in der Sitzung des Marktgemeinderates die angenehme Aufgabe, im Auftrag von Landrätin Tamara Bischof an Gemeinderätin Cornelia Nagler (Wässerndorf) die von Staatsminister Joachim Herrmann unterzeichnete Kommunale Dankurkunde für langjähriges verdienstvolles Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung zu übergeben. Sie sei ein Zeichen der Anerkennung für das Engagement für die Gemeinde.

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