Kitzingen

Mit dem Fahrrad um die Welt: Nach einem Jahr wieder im Sattel

Die beiden Weltumradler Annika Wachter und Roberto Gallegos Ricci sind seit Anfang September 2011 in der Weltgeschichte unterwegs.
Foto: Wachter | Die beiden Weltumradler Annika Wachter und Roberto Gallegos Ricci sind seit Anfang September 2011 in der Weltgeschichte unterwegs.

Die Kitzingerin Annika Wachter (28) und ihr Freund Roberto Gallegos Ricci (31) sind seit Anfang September 2011 mit dem Fahrrad in der Weltgeschichte unterwegs. Zuletzt waren sie fast ein Jahr in Neuseeland, in Christchurch, „sesshaft“ geworden – vor allem um Geld zu verdienen. Jetzt sind sie wieder auf Tour.

Zunächst ging es 300 Kilometer auf dem Radweg „Alps2Ocean“ entlang, der von den Alpen zum Ozean führt. Die Weltumradler fahren allerdings andersrum. Es wartete auch gleich ein Höhepunkt: Windwhistle, ein Dorf, das aus nur drei Gebäuden besteht: einer Schule, einer Tankstelle und einem Haus. Schule und Tankstelle sind geschlossen. Netter Ort.

Es geht größtenteils bergab oder bleibt flach. Links und rechts Weideland, Zäune, mehr Weideland und ab und zu einen Briefkasten, neben dem sich eine kilometerlange Einfahrt zu einem Farmhaus schlängelt.

Es geht durch Regen, Niesel und Wind, eine kleine Winterkrise hält Einzug. Vor allem Annika kämpft: Das Reiseradeln hatte sie irgendwie angenehmer im Kopf. Roberto darf sich das Gejammer anhören.

In Oamaru endet der Alps2Ocean Radwanderweg, der 300 Kilometer entfernt am Mount Cook startet. Das Paar hat jetzt aktuell 17 106 Kilometer auf dem Tacho. Oamaru, Regen. Da hält sich selbst die Lust, durch die historische Altstadt zu radeln, in Grenzen. Die Frau an der Touristeninformation kennt die Wetteraussichten: „Regen“. – „Den ganzen Tag?“ – „Ja.“ – „Jeden Tag?“ – „Die nächsten Tage schon“.

Die Nacht ist auch nicht viel erquicklicher: Ein Opossum brüllt alle Camper aus dem Schlaf. Es ist eine kalte Nacht, aber mit den dicken Cumulus-Schlafsäcken und den Socken und Leggins aus Merinowolle geht es irgendwie.

Omarama kommt in Sicht. Der Ort liegt an der Kreuzung zwischen dem Highway 8, der die touristischen Orte Queenstown und Mount Cook miteinander verbindet, und dem Highway 83, der schnurstracks hinunter nach Oamaru an die Küste führt. Dementsprechend viel ist los. Reihenweise Busse, Kleinbusse, Campervans, Wohnmobile und Autos halten, drehen, parken und fahren weiter.

Danach steht der größte Berg, der längste Anstieg und der höchste Punkt des Weges auf dem Programm. Der Mount Cook wartet. Zu sehen ist das nächste Ziel allerdings noch nicht – es hält sich in den Wolken versteckt.

Zwischen den Etappen besteht per Mail Gelegenheit für ein paar Fragen an die Abenteurer:

Wieder unterwegs sind wir seit. . .

Annika Wachter: . . . gut einem Monat, am 12. März war Start.

Was tut alles weh?

Wachter: Mir die Beine und der Nacken, manchmal der Hintern. Roberto kann sich nicht beklagen. Nur mit einem Knie hapert es ab und zu.

Wie lange wart Ihr sesshaft?

Wachter: Ein Jahr.

Ostern waren wir . . .

Wachter: . . . kurz vor dem Haast-Pass zwischen den Bergen auf dem Weg an die Westküste. Dort haben wir uns mit zwei Familien angefreundet, die im Wohnmobil unterwegs waren. Die Kinder haben morgens ihre gefundenen Eier mit uns geteilt.

Was waren die größten Veränderungen in den vergangenen Monaten?

Wachter: Zum ersten ändert sich die Landschaft fast täglich. Los ging es in der Stadt, dann nackte Hügel, Landwirtschaft, Ostküstenflair mit Wind, Hügel, Grasland, immer wieder blaue Seen, Berge, Alpen, schneebedeckte Kuppeln, trockenes Grasland, Regenwald und nun Westküste mit Wiesen, Wind und Salzgeschmack in der Luft.

Wie sehen die Pläne in den nächsten Wochen aus?

Wachter: Wir werden ein bisschen härter strampeln müssen als bisher, wenn wir es in einem Monat von Greymouth nach Auckland schaffen wollen. Und dann ist unser Neuseeland-Abenteuer auch schon geschafft.

Das größte Problem, mit dem wir im Moment kämpfen . . .

Wachter: . . . ist hier an der Westküste das Wetter. Fast immer regnet es oder es nieselt oder es stürmt. Wenn wir richtig Glück haben, ist es nur verhangen und windig. Das macht sowohl das Zelten schwieriger als auch das Vorankommen.

Was war zuletzt die schönste Überraschung?

Wachter: . . . dass der große Appetit gleich am ersten Radeltag wiederkommt. Was wir nicht alles futtern können nach einem langen Tag auf den Sätteln! Außerdem haben wir gerade Richard aus England wiedergetroffen, den wir schon aus Australien kennen. Er radelt in die entgegengesetzte Richtung.

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