Kitzingen

Mit dem Rad um die Welt: Ein Essen beim Botschafter

Abstecher nach Deutschland       -  Annika Wachter und ihr Mann Roberto Gallegos Ricci.
Foto: Ricci | Annika Wachter und ihr Mann Roberto Gallegos Ricci.

Mit dem Rad um die Welt

Die Kitzingerin Annika Wachter (28) und ihr Freund Roberto Gallegos Ricci (30) sind seit Anfang September 2011 mit dem Fahrrad in der Weltgeschichte unterwegs. Derzeitiger Standort: Malaysia. So ging's weiter: Zwangspause in Malaysia – weil Roberto sich den Fuß verletzt hat. Beim Futsal, eine Art Hallenfußball. Umgeknickt. Gehen ist nicht möglich, der Fuß gleicht einer Melone. Gebrochen ist zum Glück nichts, aber Roberto soll sich sechs Wochen lang schonen. Sechs Wochen ohne Fahrrad.

Zum Glück ließen sich Krücken auftreiben. Mit Eis, Hochlegen und einer Kräuter-Zwiebel-Packung geht die Schwellung nach drei Wochen langsam zurück.

Zeit für Ausflüge. Beispielsweise mit dem Bus nach Singapur. Die Metropole ist das perfekte Beispiel einer durchgeplanten Stadt. Tolle Infrastruktur, die Menschen sind freundlich, die Kriminalitätsrate niedrig, es ist blitzeblank sauber.

Doch dafür muss ein hoher Preis gezahlt werden. Überall hängen viersprachige Schilder (Englisch, Chinesisch, Tamil und Malayisch), auf denen steht, dass man nett zueinander sein und seine Umwelt sauber halten soll. Letzteres wird durch die Drohung zu Geld- und Gefängnisstrafen unterstrichen. Wer auf den Boden spuckt oder Kaugummi kaut, zahlt 1000 Dollar Strafe, wer außerhalb seiner vier Wände eine Duran verspeist – eine stinkende Frucht – oder eine öffentliche Toilette nach dem Benutzen nicht spült, zahlt 500 Dollar. Wer wilde Affen füttert, zahlt 250 Dollar.

Besondere Vorsicht gilt beim Drogenschmuggel. Gemessen an der Einwohnerzahl ist Singapur das Land mit den meisten Hinrichtungen weltweit. Man nennt es auch das Disneyland mit Todesstrafe.

Die Welteroberer lassen sich die Stimmung aber nicht verderben – zumal sie ohnehin keine großen Kaugummi-Fans sind. Mit dem Bus geht es weiter nach Kuala Lumpur, wo der deutsche Botschafter Holger Michael das Paar zum Mittagessen in seine neue Residenz eingeladen hat.

Auf dem Tisch: sieben verschiedene Bestecke. Jetzt heißt es: unauffällig zum Botschafter schielen. Welche Gabel nimmt er? Wo legt er die Gräten ab? Ist das Salatblatt ein Salat zum Essen oder zum Ansehen? Was passiert mit der Serviette, wenn das Essen vorbei ist?

Die deutschen Besucher meistern das Mittagessen einigermaßen elegant und dem Botschafter gefällt das Reiseprojekt. Nur über Raderlebnisse in Malaysia kann der Besuch nichts sagen, denn mit Gepäck wurde noch nicht ein einzigen Kilometer geradelt. Erst muss Robertos Fuß heilen.

Das Abenteuer ihres Lebens: Wir berichten in loser Folge über die Rad fahrenden Welteroberer. Der Blog im Internet unter www.tastingtravels.com.

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