Kitzingen

Mühlbach-Hochwasserschutz: Auf Antwort der Anlieger abwarten

14 Jahre ist es bereits her, dass dem Stadtrat ein Vorschlag zum Hochwasserschutz für den Eherieder Mühlbach vorlag. Der Bau eines Bypasses wurde ein Jahr später beschlossen und umgesetzt; auf die beiden weiteren Bestandteile wurde damals verzichtet.

Auf der Grundlage eines Stadtratsbeschlusses vom 15. Dezember vergangenen Jahres wurde das Ingenieurbüro Dr. Sonnenburg beauftragt, für eine Verbesserung des Hochwasserschutzes die hydraulischen und hydrologischen Berechnungen zu aktualisieren. Die Ergebnisse waren die gleichen.

Ohne Flächen geht nichts

Zum einen könnte der Eherieder Mühlbach zwischen dem bereits umgesetzten Bypass an der B 8 und der Brücke Jahnstraße begrenzt ausgebaut werden. Ein solcher Ausbau müsse nach Vorgaben des Wasserwirtschaftsamtes jedoch naturnah erfolgen, informierte Tiefbauamtsleiter Hilmar Hein. Hierzu müsste die Stadt jedoch Grundstücksflächen erwerben. „Ohne, dass wir über diese Flächen verfügen, geht in diesem Abschnitt nichts“, erklärte Hein. Neben den reinen Baukosten von 220 000 Euro müsste die Stadt mit den Anliegern über den nötigen Grunderwerb verhandeln. Das Ergebnis der Maßnahme wäre ein nicht förderfähiger, da geringer Hochwasserschutz der Stufe HQ 5. Das entspricht einem statistisch alle fünf Jahre auftretenden Hochwasser.

Hans Schardt und Franz Böhm (beide ProKT) favorisierten dagegen die zweite Möglichkeit, ein Rückhaltebecken im Oberlauf des Eherieder Mühlbachs an der Kaltensondheimer Straße zu bauen. „Das ist die einzig gute Lösung“, erklärte Schardt hierzu. Trotz der wesentlich höheren Kosten von rund 3,5 Millionen Euro sprach sich auch Klaus Christof (KIK) für die umfassendere Lösung aus, mit der ein Hochwasserschutz der Stufe HQ 20 zu erreichen wäre. Astrid Glos (SPD) regte an, die Antworten der Anwohner abwarten, ob diese überhaupt zum Verkauf kleinerer Flächen bereit wären, denn „Stückwerk bringt uns hier gar nichts“. Auf diese Variante verständigte sich auch das Gremium und vertagte das Thema auf die nächste Sitzung am 14. Dezember.

Eine große Mehrheit (23:2) fand sich für den Antrag von Klaus Heisel (SPD), dass sich auch die Stadt Kitzingen am Erinnerungsprojekt „DenkOrt Aumühle“ beteiligt, das auf dem noch original gepflasterten Aufgang zum Gleis des ehemaligen Güterbahnhofs Aumühle in Würzburg an die Deportation der Juden Unterfrankens erinnern soll. Für dessen Umsetzung werden im Haushalt des nächsten Jahres 10 000 Euro bereitgestellt. An der Planung und Umsetzung des Projektes beteiligt wird zudem der Förderverein ehemalige Synagoge Kitzingen.

Ebenso befürwortete der Stadtrat (23:2) den Antrag von Astrid Glos (SPD), für das Integrationsprojekt „Geschenke“ von 2018 bis 2020 erneut 10 000 Euro pro Jahr in den städtischen Haushalt einzustellen. Das seit April 2015 an drei Kindergärten und einer Grundschule durchgeführte Projekt richtet sich dabei an Familien mit Migrationshintergrund, die bislang nicht ausreichend integriert sind.

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