Iphofen

Neue Allianzmanagerin: Gemeinsam etwas bewegen

Über ihre Bachelorarbeit bekam sie schon tiefe Einblicke in den Landkreis Kitzingen. Dieses Wissen hilft Linda Schlereth jetzt bei ihrer Arbeit bei der Kommunalen Allianz.
Die interkommunale Zusammenarbeit liegt der Allianzmanagerin Linda Schlereth am Herzen.
Die interkommunale Zusammenarbeit liegt der Allianzmanagerin Linda Schlereth am Herzen. Foto: Gerhard Krämer

Zwischen Leerstandsmanagement und Kernwegen bewegt sich Linda Schlereth. Innen- wie Außenentwicklung sind ihr Metier. Seit 2. September 2019 ist die 24-Jährige als neue Allianzmanagerin der Kommunalen Allianz Südost 7/22 offiziell im Amt.

Zuständig ist sie für sieben Allianzgemeinden mit 22 Ortsteilen, deswegen der Name 7/22. Zuständig für sie ist in erster Linie Mainbernheims Bürgermeister Peter Kraus. Bei ihm ist die Stelle angesiedelt, ihren Dienstsitz hat Linda Schlereth jedoch in Iphofen.

Ganz unbekannt war der gebürtigen Würzburgerin der Landkreis Kitzingen nicht. Erste Berührungspunkte zum Landkreis fand sie über ein Praktikum beim Amt für Ländliche Entwicklung. In ihrem Studium der Angewandten Humangeographie an der Universität Würzburg beschäftigte sie sich in ihrer Bachelorarbeit mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft und Landnutzung.

Dazu führte sie Interviews mit sieben Landwirten aus den Allianzgemeinden. Sie wollte dabei wissen, ob der Strukturwandel wie in der Literatur beschrieben in der Praxis tatsächlich so ist. In Teilen ja, stellte sie fest. Bei den Winzern sei es allerdings nicht viel schlechter geworden, wobei sich im Weinbau die Zeitzonen verschoben hätten. Auch der Wandel von Klein- zu Großbetrieben sei bemerkbar.

Kennerin des Landkreises

Über ihre Bachelorarbeit bekam sie schon tiefe Einblicke in den Landkreis. Am 1. September trat sie dann die Nachfolge von Claudia Hebert an, zunächst nur in Teilzeit, weil sie sich da noch im Masterstudium befand. Thema ihrer Abschlussarbeit – wie hätte es anderes sein können: "Innenentwicklung – Schwerpunkt Leerstandsmanagement. Planerische Grundlagen und Umsetzung am Beispiel der interkommunalen Allianz Südost 7/22 / Südöstlicher Landkreis Kitzingen".

Nach anfänglicher Teilzeit ist Linda Schlereth nun seit 1. April voll für die Allianz da. Natürlich nicht für eine Versicherung gleichen Namens, obwohl da manche noch daran denken. Doch dank etlicher Projekte, nicht zuletzt des Regionalbudgets, mit dessen Hilfe wie berichtet 16 Projekte im Allianzgebiet gefördert werden, hat sich bei vielen der Begriff der Kommunalen Allianz eingeprägt. "Viele Projekte, das ist die beste Werbung", freut sich die Allianzmanagerin.

Die Nachfrage ist da

Gerade der Innenentwicklung musste sie sich intensiv widmen. Die war nämlich etwas brach gelegen, weil die Stelle gut sechs Monate unbesetzt gewesen war. Beim Leerstand – Gebäude oder Baugrundstücke – sieht es in den einzelnen Gemeinden unterschiedlich aus. "Die Nachfrage ist da, wir könnten alle Leerstände beseitigen", kennt Linda Schlereth den Bedarf, aber auch das Problem: "Die Eigentümer wollen nicht verkaufen."

Des Weiteren beschäftigt sie sich mit den Kernwegekonzepten der Allianzgemeinden. Ein aktuelles Thema, weil nun auch Weinbergswege mir einer Ausbaubreite von dreieinhalb Meter gefördert werden. Gemeinsames Handeln ist auch bei den Bauhöfen angesagt. Zum Beispiel bei Schulungen. Hier richtet sich die Allianzmanagerin nach dem Bedarf, denn Parallel-Strukturen sollen nicht geschaffen werden.

Kein Kirchturmdenken

"Alle haben mehr oder weniger die gleichen Probleme", weiß Linda Schlereth. "Ein Kirchturmdenken spüre ich nicht", freut sie sich über die Aufgeschlossenheit in der Allianz. Viele Projekte ließen sich einfach besser zusammen umsetzen.

Umsetzen möchte sie noch vieles. Zum einen die laufenden Projekte und die, die im gemeinsamen Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept verankert sind. Ein Anliegen ist ihr der Tourismus. Iphofen sei da gut aufgestellt, die anderen weniger. Sie will Möglichkeiten ausloten, ob hier interkommunal etwas geschaffen werden kann. Ohne Konkurrenz zu schaffen. Vielmehr sollen Angebote ergänzt oder vernetzt werden.

"Die Region macht sich gut", bilanziert sie. Die Menschen wissen, was sie hier haben. Und: "Es ist schön, hier zu leben." Sie selbst wohnt in Würzburg. Aber: Vielleicht findet sie den richtigen Leerstand im Allianzgebiet. Jetzt, da ihre Masterarbeit abgeschlossen ist, hat sie wieder mehr Freizeit. Tagesausflüge machte, auch ins Allianzgebiet.

Die Weinparadiesscheune kennt sie bereits, das Naturwaldreservat Wolfsee auch. Die vielen Schönheiten und Besonderheiten will sie jetzt nach und nach entdecken. Abgesehen von den privaten Touren steht dann nach Abschluss der Regionalbudgetprojekte deren Besichtigung auf ihrem Programm.

Kommunale Allianz

Zusammenschluss: Die sieben benachbarten Kommunen Iphofen, Mainbernheim, Markt Einersheim, Martinsheim, Rödelsee, Seinsheim und Willanzheim haben sich im Juni 2014 zur Interkommunalen Allianz Südost 7/22 zusammengeschlossen.
Ziel der Allianz ist es, die aktuellen Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. In freiwilliger Zusammenarbeit wollen sich die sieben Kommunen gegenseitig ergänzen, sich gemeinsam entwickeln und die Region stärken.
Förderung: Das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept und das Allianzmanagement werden im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert und vom Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken fachlich unterstützt. 
Quelle: Kommunale Allianz

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