Landkreis Kitzingen

Notbetreuung: Das ist der aktuelle Stand im Landkreis

Seit gut einer Woche gibt es neue Regelungen für die Betreuung von Kindergartenkindern. Aber hat sich damit die Situation für berufstätige Eltern im Landkreis Kitzingen gebessert?
Mit der Notbetreuung im Kindergarten sollen die berufstätigen Eltern entlastet werden.
Mit der Notbetreuung im Kindergarten sollen die berufstätigen Eltern entlastet werden. Foto: Daniel Reinhardt, dpa

Die Luft ist so langsam raus – sowohl bei den Kindergartenkindern als auch bei ihren Eltern, die sie rund um die Uhr zu Hause betreuen müssen, und das oft neben ihrem Job. Seit dem 16. März sind die Kindergärten in ganz Bayern geschlossen. Eine Notfallbetreuung für die Kinder gab es lange Zeit nur dann, wenn beide Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Seit dem 27. April reicht es nun aus, wenn einer der Elternteile einer solchen Beschäftigung nachgeht. Aber hat sich damit die Situation im Landkreis Kitzingen gebessert? 

Ein Blick auf die Zahlen verrät Folgendes: Bei insgesamt rund 4415 Betreuungsplätzen im Landkreis waren in der Woche vom 22. bis zum 29. April 455 Kinder in Notfallbetreuung – also gut elf Prozent, wie das Landratsamt auf Nachfrage dieser Redaktion mitteilte. Vor der neuen Regelung waren etwa fünf Prozent der Betreuungsplätze ausgelastet. Deutlich am meisten Kinder betreute in der Woche der Kindergarten in Albertshofen mit 21 Kindern. Grund dafür sei, dass dort viele Eltern in den Gärtnereibetrieben arbeiteten und somit zu den systemrelevanten Berufen zählten, so das Landratsamt.

Große Umstellung für Kinder und Erzieher

Im Schwalbennest in Bibergau stieg mit der neuen Regelung die Zahl der betreuten Kinder von drei auf fünf. Im Normalbetrieb seien es bei ihnen 13 Krippen- und 33 Kindergartenkinder, sagte die Leiterin der Einrichtung, Anja Reuther. Wie in vielen Bereichen machen die verschärften Hygieneregeln auch im Kindergarten teilweise Probleme. "Desinfektionsmittel ist immer noch schwer zu kriegen", sagte Reuther. "Die Preise sind utopisch."

Auch für die Erzieher bedeutet die Umstellung auf den Notbetrieb große Veränderungen. Die Zeit nutzten sie für den Frühjahrsputz und dafür, neue Konzepte zu entwickeln. Sonst sollte das Personal aktuell Überstunden und Urlaubstage abbauen. Für die Kinder in der Notbetreuung heißt das, dass die Erzieher öfter wechseln als gewohnt.

Homeoffice und Kinderbetreuung: Für Eltern nicht vereinbar

"Die Kinder bräuchten jetzt dringend soziale Kontakte", betonte die Leiterin Reuther. Doch aktuell sei noch kein Ende in Sicht. Und dass das besonders für berufstätige Eltern, die zu Hause ihre Kinder betreuen müssen, eine große Belastung ist, weiß Melanie Müller. Sie ist Vorsitzende des Elternbeirats des Bibergauer Kindergartens und als Lehrerin selbst Mutter im Homeoffice.

Da ihr Mann in einem nicht-systemrelevanten Beruf arbeitet, hatte sie bis zum 27. April keinen Anspruch auf die Notfallbetreuung. "Aber jetzt darf mein Sohn auch wieder in den Kindergarten", sagte Müller. Ihre Erfahrung mit der Doppelbelastung der Arbeit daheim und der Betreuung eines Kleinkindes: "Homeoffice und das Kind betreuen – das ist einfach nicht vereinbar." Sie zum Beispiel musste den größten Teil ihrer Arbeit in den späten Abend verlegen, als ihr Sohn schon schlief.

Video-Chat für die Kinder

Wie das Eltern schaffen sollen, die trotzdem arbeiten müssen, aber keinen Anspruch auf Betreuung haben, kann sie nicht sagen. "Sie wissen aber, dass sie aktuell keine Chance haben." Und für diese Eltern heißt es wohl oder übel: weiter abwarten. Denn dass in Bayern bald wieder Normalbetrieb herrscht, ist noch nicht in Sicht. Lediglich Vorschüler sollen ab dem 25. Mai wieder in den Kindergarten dürfen.

Für die Kinder aus dem Schwalbennest, die noch zu Hause bleiben müssen, gibt es aber einen Lichtblick: Seit vergangener Woche macht der Bibergauer Kindergarten eine wöchentliche Video-Konferenz in den Gruppen. Zumindest virtuell haben die Kinder dann ein kurzes Wiedersehen mit ihren Freunden.

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