KITZINGEN

NS-Regime zeigte sein wahres Gesicht

Gedenken: Mit einer Kranzniederlegung und einem Gebet gedachten am Dienstagabend an der Synagoge in Kitzingen Oberbürgermeister Siegfried Müller, Stadträte, Mitglieder des Fördervereins Alte Synagoge und Bürger der ehemaligen jüdischen Mitbürger, die nach dem Brand der Synagoge am 9. November 1938 Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes wurden.
Foto: Ralf Weiskopf | Gedenken: Mit einer Kranzniederlegung und einem Gebet gedachten am Dienstagabend an der Synagoge in Kitzingen Oberbürgermeister Siegfried Müller, Stadträte, Mitglieder des Fördervereins Alte Synagoge und Bürger der ...

(rw) Mit einer Kranzniederlegung und einem Gebet in der kleinen Synagoge in der Alten Synagoge gedachten am Dienstagabend Oberbürgermeister Siegfried Müller, eine Reihe von Stadträten, Dekan Hanspeter Kern, Alt-OB Bernd Moser, Mitglieder des Fördervereins Alte Synagoge und einige wenige Bürger den jüdischen Mitbürgern, für die mit dem Brand der Synagoge am 9. November 1938 der Holocaust begann. Müller sprach vom 9. November als einem Schandfleck und dem dunkelsten Kapitel in der Stadtgeschichte.

Es sei der Tag gewesen, an dem im ganzen Land die Synagogen brannten, auch in Kitzingen. An diesem Tag habe das NS-Regime mit seinem Rassenwahn erstmals öffentlich sein wahres Gesicht gezeigt. „Opfer waren auch in Kitzingen deutsche Bürger jüdischen Glaubens, die sich nichts hatten zu Schulden kommen lassen, die ihrem Tagwerk nachgingen und sich gesellschaftlich engagierten und in Frieden leben wollten.“ Was zunächst verharmlosend und spöttisch als Reichskristallnacht bezeichnet wurde, sei der Anfang zum Holocaust gewesen, mit all seinen Folgen, wie dem Massenmord an der jüdischen Bevölkerung in den Konzentrationslagern und Gaskammern. Es geschahen Dinge die man sich in der Zivilgesellschaft nicht habe vorstellen können, sagte der OB.

„Antisemitismus und nationalsozialistisches Gedankengut sind mit dem dritten Reich nicht untergegangen“, warnte der Oberbürgermeister. Friedhöfe würden geschändet, nationalsozialistisches Gedankengut sei nach wie vor verbreitet, Neonazis eroberten den öffentlichen Raum. Die Geschichte zeige, wie Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit in Gleichgültigkeit und Rechtsextremismus umschlagen können. Müller rief zur Wachsamkeit auf und sagte: „Gedenktage wie diese sind wichtige Rückblicke um auf morgen blicken zu können.“

Die Vorsitzende des Fördervereins Alte Synagoge, Dagmar Vosskühler, dankte dem OB und den Anwesenden für deren Teilnahme an der Gedenkfeier und lud zum gemeinsamen Gebet ein. Im Anschluss daran referierte Michael Schneeberger über den Kleinlangheimer Bürger Jack Levin und dessen Lebensretter in Le Chambon.

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