Kitzingen

Offene Fragen bei Klimaschutz und Regionalentwicklung

Was die Aufgaben eines Klimaschutzmanagers sein sollen und wann er wie vom Landkreis eingestellt werden soll, dazu besteht Redebedarf seitens der CSU-Kreistagsfraktion. Je nachdem, wie umfangreich die Aufgaben der neuen Stelle definiert werden, müsse der Landkreis tief in die Tasche greifen, um eine oder mehrere Stellen zu schaffen, schreibt die CSU in einer Pressemitteilung. „Im Moment scheint der Plan zu sein, den Job auszuschreiben, noch bevor der Kreistag darüber abgestimmt hat, wie die Stelle im Stellenplan des Landkreises ausgewiesen wird“, diagnostizierte CSU-Kreisfraktionsvorsitzender Dr. Werner Knaier und ergänzte: „Wir müssen bei allem, was wir im Landkreis ausgeben, bedenken, dass diese Ausgaben durch die Kreisumlage der Gemeinden finanziert werden, die dann weniger Geld für ihre Aufgaben haben.“

Kreisrätin Barbara Becker, Landtagsabgeordnete, überzeugte ihre Fraktion, zuerst die Stellenbeschreibung im Kreistag zu diskutieren, bevor die Stelle ausgeschrieben wird. Auch Synergien mit dem Zentrum „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, das sich nach Beschluss des Kreistages im Alten Hafen in Marktsteft einmieten soll, wären sinnvoll, um die Finanzen der Gemeinden zu schonen und Klimaschutz nachhaltig zu gestalten, meint Kreisrat Dieter Haag.

„Wenn sich der Klimaschutzmanager des Kreises nur um die Immobilien des Kreises kümmern soll, braucht’s die Stelle nicht. Die Kompetenz hat Kreisbaumeister Joachim Gattenlöhner zweifelsohne“, so Oberbürgermeister Stefan Güntner. Ebenso wie sein Volkacher Bürgermeisterkollege Heiko Bäuerlein zeigte sich Güntner jedoch offen für einen Klimaschutzmanager, der nicht nur den Kreis, sondern auch die Kommunen berät. Es müsse darum gehen, Energieeinsparung und Klimafestigkeit der Kommunen hinsichtlich zunehmender Hitze- und Trockenperioden sowie Starkregenereignissen in einem Gesamtkonzept zu denken.

Die CSU-Kreistagsfraktion will daher nicht nur die Stellenbeschreibung des Klimamanagers beraten. Auch die bisherige Beauftragung der Energieagentur Oberfranken durch den Landkreis soll nach dem Willen der CSU auf den Prüfstand. Hier stellen sich, so der ehemalige Vorsitzende des Arbeitskreises Umwelt der CSU-Landtagsfraktion , Otto Hünnerkopf, „einige Fragen. Etwa: Was leistet die Agentur für unseren Landkreis? Welche Projekte hat sie in Angriff genommen und umgesetzt? Und was sind die Planungen bis 2024?“

Auch will die CSU-Fraktion im Kreistag zum Stand ihres Antrags für ein tragfähiges Mobilitätskonzept im Kreis Kitzingen nachhaken. Dass von JU und CSU eingebrachte Konzepte zur Stärkung junger Mobilität im ländlichen Raum, wie das 50:50 Taxi, „bis nach Corona warten“ sollen, sehen die Christsozialen nicht so. „Da mit dem Landkreis Schweinfurt zur Verbesserung des ÖPNV Gespräche geführt werden, beziehungsweise Planungen laufen, die den nördlichen Landkreis Kitzingen betreffen, wäre die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes für den gesamten Landkreis Kitzingen dringend nötig“, fordert Reinhold Kuhn und wünscht, dass dies mit mehr Nachdruck vorangetrieben wird.

Oberbürgermeister Güntner ist bereits auf das Landratsamt zugegangen. Wenn man die Möglichkeit habe, mit der Stadt Würzburg eine direkte Schnellbusverbindung Marshall Heights – Uni Hubland einzurichten, um so unsere Konversionsflächen hochwertig im Zusammenhang mit der Hochschule entwickeln zu können, dann sollte man das beherzt anpacken. Die CSU werde auch diesen Punkt in die Diskussion um das geforderte Mobilitätskonzept einbringen.

Anmerkung der Redaktion: Zwischenzeitlich distanziert sich CSU-Fraktionsvorsitzender Werner Knaier von seinem in der Pressemitteilung zu lesenden Eingangszitat („Im Moment scheint der Plan zu sein, den Job auszuschreiben, noch bevor der Kreistag darüber abgestimmt hat, wie die Stelle im Stellenplan des Landkreises ausgewiesen wird“). Er habe nicht sagen wollen, dass es aktuell Pläne gäbe, die Stelle des Klimamanagers ohne Beschluss des Kreistags auszuschreiben. Diese Pläne habe es anfänglich gegeben, diese seien mittlerweile aber nicht mehr aktuell, stellte Knaier gegenüber dieser Redaktion klar. Dies käme in seinem zitierten Satz nicht ausreichend zur Geltung. Er habe damit keine Vorwürfe gegenüber Landrätin Tamara Bischof verbunden und sich ihr gegenüber bereits für das Missverständnis entschuldigt.

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