Prichsenstadt

Prichsenstadt plant einen Tourismusrat

Zu seiner Sitzung hatte sich der Kultur- und Tourismusausschuss der Stadt Prichsenstadt am Spielplatz am Seemühlein getroffen. Das Ergebnis: touristisch muss sich was tun, geplant ist unter anderem die Aufstellung eines Tourismusrates.
Zu seiner Sitzung hatte sich der Kultur- und Tourismusausschuss der Stadt Prichsenstadt am Spielplatz am Seemühlein getroffen. Das Ergebnis: touristisch muss sich was tun, geplant ist unter anderem die Aufstellung eines Tourismusrates. Foto: Guido Chuleck

Wenn zu einer öffentlichen Sitzung eines Ausschusses mehr als doppelt so viel Zuschauer und nicht zum Ausschuss gehörende Ratsmitglieder wie Ausschussmitglieder kommen, darf man sicher sein: da passiert etwas mit sehr vielen Auswirkungen. So geschehen bei der Sitzung des Kultur- und Tourismusausschusses auf dem Spielplatz am Seemühlein in Prichsenstadt.

Auf der Tagesordnung stand als einziger Punkt "Beratung zur Planung eines Mehrgenerationenplatzes". Das Ergebnis der Sitzung war selbst für Prichsenstädter Verhältnisse überraschend effektiv: es wird einen Tourismusrat geben, bestehend aus sachkundigen Bürgern, die als Schnittstelle zwischen Stadtrat und Gewerbetreibenden den Tourismus in Prichsenstadt vorantreiben wollen. Bislang besteht der Tourismusrat nur als Idee, doch der Bürgermeister und die anwesenden Räte zeigten sehr viel Sympathie mit dem Gedanken.

Auslöser war ein Antrag auf einen Boule-Platz gewesen

Auslöser für die Ausschusssitzung war ein Antrag von Hermann Beetz (Kleinlangheim) und Werner Reuß (Prichsenstadt) an den Stadtrat gewesen. In der vorigen Sitzung hatten sie die Errichtung eines Boule-Platzes beantragt und auch gleich zwei mögliche Standorte benannt. Diesen Antrag schob der Stadtrat in den Kultur- und Tourismusausschuss. "Wir sollten diesen Antrag nutzen, um unsere touristischen Angebote unter die Lupe zu nehmen", hatte Schlehr in der Ratssitzung gesagt und auch gleich den Gedanken eines Mehrgenerationenplatzes ins Spiel gebracht.

Am Seemühlein zeigte sich dann, dass die Boule-Bahn wohl kaum dort untergebracht werden könne. Zu deutlich äußerten die Anwohner, denen von Schlehr das Rederecht eingeräumt worden war, ihre Abneigung. Ihnen reicht schon der Lärm, der durch den Basketballkorb verursacht wird sowie die zunehmenden Feiern in den Kleingärten in diesem Bereich.

Und schnell zeigte sich auch, dass es um wesentlich mehr ging als nur eine Boule-Bahn. Vielmehr drehte sich die Diskussion um den Tourismus in Prichsenstadt überhaupt und welche Angebote die Stadt vorhalten könne und auch solle. Ein Mehrgenerationenplatz bräuchte auch attraktive Angebote für die Jugend, befand Alexander Schöpfel. Es müssten auch öffentlich zugängliche WC-Anlagen her, so Martin Krapf, die auch den Busreisenden zur Verfügung stehen sollten. Man könnte auch, so der Bürgermeister, Stellplätze für Wohnmobile bereitstellen.

Viele Ideen der Gewerbetreibenden konnten noch nicht umgesetzt werden

Letztlich stellte sich heraus, dass ein Gesamtkonzept auf die Beine gestellt werden sollte. Ein Konzept, in dem auch ein Tourismusrat eine große Rolle spielen sollte, befand Andrea Kohles vom gleichnamigen Weingut. Sie stellte die vielen Ideen vor, die die Gewerbetreibenden im Laufe einiger Jahre gesammelt hatten und von denen bislang nur die wenigsten haben umgesetzt werden können. Hinter einem Tourismusrat stünden normalerweise die Gewerbetreibenden eines Ortes, argumentierte Schlehr, "und das Ganze kann nur funktionieren, wenn auch wirklich alle dahinterstehen, denn ich brauche schon feste Ansprechpartner".

Als zweite Stelle für einen möglichen Mehrgenerationenplatz begutachtete der Ausschuss den Parkplatz am Friedhof. Der Parkplatz müsse erhalten bleiben, so der allgemeine Tenor, und die anvisierte Stelle direkt neben dem Friedhof wurde als "zu klein" bewertet. Gleichwohl solle ein solch zentraler Platz, so Fabian Uhl, auch eine "zentrale Funktion" bekommen – eine weitere Idee für die touristische Entwicklung Prichsenstadts.

Außerdem sollte sich die Stadt bei Tourismusmessen bewerben, hatte Kohles angemerkt. Viele ihrer Gäste zeigten sich überrascht über die Ruhe im Ort, "hier ist es nicht so überlaufen wie in Volkach und ideal für ruhesuchende Urlauber".

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