Mainbernheim

Rekordhaushalt wegen vieler Projekte

Die Stadt Mainbernheim beginnt, ihr Stadtboden- und Parkkonzept umzusetzen. Der Weg entlang der südlichen Stadtmauer soll mit einer wassergebundenen Decke ausgebaut werden.
Foto: Gerhard Krämer | Die Stadt Mainbernheim beginnt, ihr Stadtboden- und Parkkonzept umzusetzen. Der Weg entlang der südlichen Stadtmauer soll mit einer wassergebundenen Decke ausgebaut werden.

Die Stadt Mainbernheim beginnt, ihr Stadtboden- und Parkkonzept umzusetzen. Der Auftrag für die Entwurfsplanung für die Umgestaltung "Herrnstraße-Mitte" ist vergeben. Für die Kellergasse entlang der Stadtmauer und den Bereich oberhalb der Neugasse liegen Konzepte vor. Dafür nimmt die Stadt viel Geld in die Hand, was sich auch im Haushalt widerspiegelt. Mit einem Volumen von rund 8,7 Millionen Euro erreicht dieser einen bisher nicht gekannten Spitzenwert.

Die Stadt Mainbernheim hat zwischen 2018 und 2020 ein Stadtboden- und Parkkonzept erstellt. Einer der wichtigsten Bereiche ist "Herrnstraße-Mitte", der sich von der Sonnenstraße bis zum Rathaus erstreckt. Dafür erhielt nun die Bietergemeinschaft Haines-Leger/Kaiser+Juritza den Zuschlag für die Entwurfsplanung.

Stadtplanerin Yvonne Slanz stellte im Stadtrat das Konzept für den Ausbau der Kellergasse und des Bereichs oberhalb der Neugasse vor. In der Kellergasse sieht die Planung eine Befestigung von Freiflächen vor. Der Weg entlang der südlichen Stadtmauer soll mit einer wassergebundenen Decke ausgebaut werden.

Mehr Diskussion gab es im Stadtrat beim Bereich oberhalb der Neugasse. Hier soll zwar das historische Natursteinpflaster entlang der Stadtmauer erhalten bleiben. Der Bereich um das Anwesen Südliche Stadtmauer 1 soll aber mit neuem Muschelkalkpflaster ausgebaut werden. Der Ausbaubereich reicht bis zum Stadtmauerdurchgang zu den Grabengärten.

Sachtes Eingreifen

Hier mahnte vor allem Stadtrat Thomas Kramer, dass der Charakter des Weges erhalten bleiben soll. Auch Herbert Friederich riet zu einem "sachten Eingreifen" und es "nicht zu geleckt" aussehen zu lassen. Eugen Reifenscheid wünschte sich schon einen behindertengerechten Ausbau. Für Christian Zimmermann stellte sich die Frage, warum nicht komplett bis zur Herrnstraße ausgebaut werde. Dem hielt Bürgermeister Peter Kraus entgegen, dass man erhalten solle, was gut sei. Deshalb sei es hinausgeschmissenes Geld, das historische Pflaster herauszureißen.

Die Vorplanung wird nun noch einmal überarbeitet, auch was den Vorschlag von Birgit Hagenauer betrifft, die Begehbarkeit des Weges in der Mitte wie in Iphofen zu gestalten. Gedanken machen sich die Planer auch noch einmal zur Beleuchtung in der Kellergasse.

Grundlage für das Handeln der Stadt bildet der Haushaltsplan, den Kämmerer Dieter Brunner in Abstimmung mit Bürgermeister Peter Kraus erstellt hat und der nach der Vorstellung einstimmig beschlossen wurde. Mit einem Volumen von 8,7 Millionen Euro ist es ein Rekordhaushalt für die Stadt Mainbernheim. Bürgermeister Kraus wies aber darauf hin, dass die Umsetzung der Projekte insbesondere vom Zeitpunkt der Bewilligung der Fördermittel abhängig ist.

Mit einer noch nie erreichten Steuerkraft von 1246,04 Euro pro Einwohner liegt die Stadt in diesem Jahr rund 360 Euro über dem Vorjahreswert. Dies ist laut Kraus einer einmaligen Gewerbesteuernachzahlung im Jahr 2019 zu verdanken. Damit rangiert die Stadt auch bei der Umlagekraft von rund 1500 Euro (Vorjahr: 1064 Euro) auf Platz vier im Landkreis.

Höhere Kreisumlage

Eine hohe Steuer- und Umlagekraft hat aber auch eine Kehrseite: Die Schlüsselzuweisungen sinken auf rund 30 000 Euro, im Haushaltsjahr 2022 sollen dann mit 680 000 Euro wieder annähernd das bisherige Niveau erreicht werden. Zudem wird die Kreisumlage von zuletzt 930 000 Euro auf 1,33 Millionen Euro ansteigen.

Bei der Gewerbesteuer erwartet die Stadt lediglich ein Einkommen von 189 500 Euro, also nur rund zehn Prozent des außergewöhnlich hohen Ergebnisses von 2019. Bei der Einkommenssteuerbeteiligung rechnet man mit Mindereinnahmen von rund 100 000 Euro.

Keine Zuführung

Unterm Strich erwartet Peter Kraus einen Überschuss von lediglich rund 500 000 Euro (Vorjahr: 1,85 Millionen Euro). Deswegen gibt es ausnahmsweise keine Zuführung zum Vermögenshaushalt, vielmehr fließen von diesem rund 600 000 Euro in den Verwaltungshaushalt. Aus den Rücklagen von rund vier Millionen Euro sollen zudem 2,5 Millionen Euro entnommen werden, um die geplanten Projekte zu finanzieren.

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