Kitzingen

Sanierungsprojekt am Galgenwasen gestoppt

Wie geht es weiter mit den geräumten Wohnblocks in der Kitzinger Siedlung? Das Sanierungsprojekt ist ins Stocken geraten, der OB verweist auf das Veto des Kontrollausschusses.
Die Wohnungen der Mehrfamilienhäuser am Kitzinger Galgenwasen 13 bis 20 sollen hergerichtet werden. Jetzt geht das Projekt zurück in den Stadtrat.
Die Wohnungen der Mehrfamilienhäuser am Kitzinger Galgenwasen 13 bis 20 sollen hergerichtet werden. Jetzt geht das Projekt zurück in den Stadtrat. Foto: Michael Mößlein

Viele der städtischen Unterkünfte am Kitzinger Galgenwasen stehen seit Monaten leer. Eigentlich sollten sich dort, in den schmucklosen Anwesen 13 bis 20, dieser Tage die Firmen ans Werk machen und mit der Sanierung beginnen. Doch das vom Stadtrat beschlossene Projekt – die Rede war zuletzt von einer „einfachen Sanierung“ – verzögert sich. In einer Aktennotiz der Verwaltung ans Gremium heißt es, die Ausschreibung sei zwar vorbereitet, aber „auf Veranlassung des RPA (Rechnungsprüfungsausschuss)“ zurückgestellt. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Andrea Schmidt griff diesen Hinweis in der jüngsten Sitzung auf, um bei Oberbürgermeister Stefan Güntner (CSU) Handlungsbedarf anzumahnen. Güntner verwies – ebenso wie Bauamtsleiter Oliver Graumann – auf den Rechnungsprüfungsausschuss.

Einfache Sanierung kostet eine halbe Million

„Es ist kaum hinnehmbar“, sagte Schmidt, „dass sich hier noch nichts getan hat.“ Im März 2019 habe der Stadtrat beschlossen, die zwölf Wohnungen herzurichten. Rund anderthalb Millionen Euro waren dafür vorgesehen. Dann aber stellte sich heraus, dass es anders als erwartet keine staatlichen Zuschüsse gäbe, weil die Sanierungskosten im Verhältnis zu einem Neubau zu hoch wären. Die Verwaltung kam daraufhin von dem Plan ab, Dach und Fassade zu dämmen, und brachte – wie bei den Anwesen am Galgenwasen 21 bis 37 – eine einfache Sanierung ins Spiel. Nach dieser Logik würden nur die Wohnungen selbst modernisiert, Dach, Fassade und Außenanlagen blieben unverändert.

Bis Jahresende, so war der Plan, sollte die Maßnahme abgeschlossen sein. Nun, so fürchtet Andrea Schmidt, droht der Termin zu platzen. Sie verwies auf das vom Stadtrat freigegebene Budget von einer halben Million Euro, rund 40 000 Euro pro Wohnung. „Das müsste doch reichen.“ Weshalb bei so klarer Sachlage ein weiterer Beschluss im Stadtrat nötig sei, wollte sie vom OB wissen. Güntner verwies dazu auf einen Beschluss des Rechnungsprüfungsausschusses. Das sechsköpfige Kontrollgremium, dessen Vorsitz seit Mai 2020 Tobias Volk (FW-FBW) führt, hat sich laut OB „das Thema angeschaut, Feststellungen getroffen und gebeten, dass der Stadtrat sich mit auseinandersetzt“.

Schmidt wehrt sich gegen Vorwürfe des OB

Er glaube nicht, so Güntner, dass es gravierende Änderungen an dem Projekt gebe. Dennoch, so der Wunsch der Rechnungsprüfer, soll der Stadtrat die Kosten noch einmal unter die Lupe nehmen und einzelne Punkte auf ihren Bedarf prüfen. „Wenn ich Ihre Kollegen nicht demotivieren will, habe ich das ernst zu nehmen“, sagte Güntner. „Ich kann gewisse Arbeitsaufträge nicht ignorieren.“ Schmidt sah darin den unverhohlenen Vorwurf, sie nehme Kollegen im Stadtrat nicht ernst, was sie empört zurückwies. „Ich finde es nicht schön, dass Sie mich so hinstellen. Ich wollte keinen meiner Kollegen angreifen.“ Auch Schmidts Partei- und Fraktionskollege Klaus Sanzenbacher ist Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss.

Wie und wann es mit der Sanierung der Wohnungen am Galgenwasen weitergeht, ist nach den jüngsten Aussagen ungewiss. Die Maßnahme, so heißt es in der Aktennotiz der Verwaltung, könne bei Baubeginn Anfang Juli weiterhin bis Jahresende fertiggestellt werden. Allerdings müssten dazu zunächst die Aufträge vergeben werden. Weiter ist die Kitzinger Baugesellschaft mbH beim Bau der 59 Sozialwohnungen in der Breslauer Straße. Nach dem Spatenstich Anfang März sollen an der Stelle der abgerissenen Wohnblocks bis Frühjahr 2022 für gut 14 Millionen Euro neue, moderne Wohnungen entstehen.

 

In einer früheren Version stand, dass die Stadt Kitzingen beim Bau der Sozialwohnungen in der Breslauer Straße weiter ist.  Das ist falsch,  da die Kitzinger Baugesellschaft mbH die Wohnungen baut. Mutter der unabhängigen Gesellschaft ist allerdings die Stadt Kitzingen.

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