KITZINGEN

Schiff verliert rund 5500 Liter Heizöl

Zu einem Großeinsatz mussten am Samstagvormittag gegen 8.30 Uhr rund 80 Helfer von Feuerwehr und THW ausrücken. Unterstützung bekamen sie von der Polizei, der Wasserschutzpolizei, der Berufsfeuerwehr Würzburg, von Mitarbeitern des Landratsamtes, des Wasserwirtschaftsamtes und einer Entsorgungsfirma.
Ölunfall: Sechs Zentimeter stark war die Ölschicht in der Kammer der Schleuse Hohenfeld. Die Havarie löste einen Großeinsatz aus.
Foto: Weiskopf | Ölunfall: Sechs Zentimeter stark war die Ölschicht in der Kammer der Schleuse Hohenfeld. Die Havarie löste einen Großeinsatz aus.

Einsatzort war die Schleuse in Hohenfeld. Dort hatte das Tankmototorschiff Rüti ZH aus Wörth rund 5,5 Kubikmeter Heizöl verloren. Das Öl stand in einer Stärke von sechs Zentimetern in der Schleusenkammer.

Gegen 7.50 Uhr waren sich zwischen den Schleusen Marktbreit und Kitzingen zwei Schiffe begegnet. Ein mit knapp 1.500 Tonnen Heizöl beladenes Tankmotorschiff war dabei offenbar zu weit nach rechts ausgewichen und hatte Grundberührung. Dadurch wurde in eine der 14 Tankkammern ein Leck gerissen, so dass unterhalb der Wasserlinie Heizöl austrat. Als der 60-jährige Kapitän das Leck bemerkte, verständigte er sofort die Schleusenaufsicht. Das Schiff, das von Amsterdam nach Schweinfurt unterwegs war, fuhr danach in die Schleuse Kitzingen und die Schleusenkammern wurden geschlossen.



Tauchern einer Spezialfirma aus dem Landkreis Würzburg gelang es in der Folgezeit, den ca. 9x1,5 Zentimeter breiten Riss im Schiffsrumpf abzudichten. Die etwa 6.000 Liter Heizöl, die größtenteils in der Schleuse ausgetreten waren, wurden von speziellen Pumpfahrzeugen mittels Ölskimmern, abgepumpt und entsorgt. Durch bordeigene Mittel konnte ein weiterer Ölaustritt verhindert werden.

Der Schiffsführer hatte gegenüber der Polizei angegeben, dass es zwischen den Schleusen Goßmannsdorf und Hohenfeld zu Havarie gekommen sei.

Video
Jürgen Dorsch, der Kommandant der Feuerwehr Hohenfeld, der als einer der ersten an der Unfallstelle eintraf, berichtete, das Öl sei in faustgroßen Blasen an die Wasseroberfläche aufgestiegen. Über dem Wasser-Öl-Gemisch bildete sich schnell eine dünne Eisschicht, die den Helfern die Arbeit zusätzlich erschwerte, da sie befürchteten, das Ölwehrgerät könnte einfrieren.

Die Helfer des THW errichteten unterhalb der Schleuse eine Ölsperre und auch im Oberwasser der Schleusenkammer wurde eine Flachwasserölsperre eingezogen. Mit Hilfe eines Vlieses versuchten die Männer zu verhindern, das weiteres Öl unter den Toren der Schleusenkammer hindurch in den Main gedrückt wird. Alarmiert wurden auch Einsatzkräfte in Ochsenfurt, da der Ölfilm inzwischen auf der gesamten Strecke zwischen Kitzingen und Ochsenfurt sichtbar war.

Die Einsatzkräfte verständigten eine Spezialfirma, die mit einem Pumpwagen das Öl-Wasser-Gemisch abpumpen sollte um es anschließend zu entsorgen. Das BRK versorgte die Einsatzkräfte mit heißen Getränken. Die Wasserschutzpolizei begann bereits kurz nach dem Unfall mit der Ermittlung der Ursache und des möglichen Unfallhergangs. Die Freiwilligen vor Ort stellten sich auf einen Einsatz ein der bis in die späten Nachmittagsstunden oder noch länger dauern konnte.

Die Schifffahrt auf dem betroffenen Streckenabschnitt wurde vorübergehend eingestellt. Diese Sperrung wird wohl noch mehrere Stunden andauern und sorgt für massive Behinderungen des Schiffsverkehrs, dessen Situation aufgrund der aktuellen Hochwasserlage ohnehin angespannt war. Allein vor der Schleuse Kitzingen warten derzeit in beide Richtungen je fünf Schiffe auf ihre Weiterfahrt.  


Nichts mehr verpassen: Abonnieren Sie den Newsletter für die Region Kitzingen und erhalten Sie zweimal in der Woche die wichtigsten Nachrichten aus Ihrer Region per E-Mail.
Themen & Autoren
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (14)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!