Kitzingen

Schulprojekt: Von der Kuh bis in den Kühltank

Anettevom Berg-Erbar
Foto: Petra Schramboehmer | Anettevom Berg-Erbar

Landkreis Kitzingen Wo kommen unsere Lebensmittel her? Welche Bedeutung hat der Boden für das Pflanzenwachstum? Und warum sind Wälder eigentlich wichtig für den Klimaschutz? Es sind ganz praktische Alltagsfragen, die viele Schüler nicht wirklich beantworten können. Noch nicht! Der Bayerische Bauernverband in Kitzingen geht ein neues Projekt an, bei dem Kreisbäuerin Anette vom Berg-Erbar und ihre Kollegen und Kolleginnen aus dem Landkreis Schüler ganz gezielt über das landwirtschaftliche Themen aufklären.

Frage: Die Projektwoche „Schule fürs Leben“ soll im aktuellen Schuljahr erstmals stattfinden. Klappt das trotz Corona?

Anette vom Berg-Erbar: Die Pandemie stellt die Schulen natürlich vor besondere Herausforderungen. Um den Lehrkräften die Umsetzung so einfach wie möglich zu machen, haben wir im Bauernverband einige Projektwochen fertig ausgearbeitet. Die Lehrer können das auswählen, was gut in ihren Lehrplan passt, und bekommen dazu umfassende Informationen. Es geht dann zum Beispiel um das Thema Essen – wo kommt es her und was machen wir damit? Weitere Themen sind Klimaschutz, Biodiversität vom Acker bis zum Teller oder Grüne Energie.

Wie genau läuft so eine Projektwoche ab?

Anette vom Berg-Erbar: Die Ausgestaltung obliegt der jeweiligen Schule. Kultusminister Piazolo hat ausdrücklich erwähnt, dass ihm Bauernhofbesuche von Schulklassen oder auch der Einsatz externer Fachexperten im Schulunterricht wichtig sind. Es gibt sowohl das Angebot an die Schulklassen, auf die Höfe zu kommen, als auch die Möglichkeit, dass Fachexperten aus der Land- und Hauswirtschaft in die Schulen gehen, um dort land- und hauswirtschaftliche Inhalte zu vermitteln.

Wie viele Bauern und Bäuerinnen aus der Region sind am Start? Und wie haben diese sich auf das Projekt vorbereitet?

Anette vom Berg-Erbar: Im Landkreis haben wir mehrere Betriebe und Fachkräfte, die sich bereits seit Jahren in verschiedenen Projekten engagieren – sei es „Landfrauen machen Schule“, der „Kindertag“ oder das Projekt „Erlebnisbauernhof“. Darüber hinaus werden Betriebe auch immer wieder direkt von den Schulen für einen Tagesausflug oder eine Wanderung mit dem Ziel Bauernhof angefragt. Für das Projekt „Schule fürs Leben“ haben wir derzeit bereits sechs Bäuerinnen und Bauern gewinnen können. Weitere Betriebe sind interessiert. In mehreren Seminaren – aktuell natürlich online – werden diese darin geschult, sich auf einzelne Themen gezielt vorzubereiten.

Warum ist es den Landfrauen so ein großes Anliegen, jungen Menschen Alltagskompetenzen zu vermitteln?

Anette vom Berg-Erbar: Wir können den Unterricht mit interessanten und spannenden Themen bereichern, die einen Bezug zum alltäglichen Leben haben. Das geht los beim Anbau einer Kartoffel über deren richtige Lagerung bis hin zu den verschiedenen Getreidesorten und deren Verwendung. Aber auch der Weg der Milch von der Kuh bis zum Kühltank ist interessant. Oder die Frage, wie das Einkaufsverhalten jedes Einzelnen das Klima beeinflussen kann.

Was erhoffen Sie sich von der Aktion?

Anette vom Berg-Erbar: Wir wollen einen Teil dazu beitragen, junge Menschen auf das spätere Leben vorzubereiten. Die Schulklassen sollen aus erster Hand über die Arbeiten in der Land- und Forstwirtschaft informiert werden. Wie werden Lebensmittel und grüne Energie erzeugt? Wie wird unsere heimische Kulturlandschaft gepflegt? Und welchen Beitrag leistet die Landwirtschaft zum Klimaschutz? Das sind Fragen, die wir beantworten wollen.

Müssen sich die Schulen bewerben oder wie kommen sie in den Genuss einer solchen Projektwoche?

Anette vom Berg-Erbar: Der Bayerische Bauernverband Kitzingen hat bereits im Juli des letzten Jahres alle Schulen direkt und über das Schulamt in Kitzingen über das Projekt informiert. Gerne können sich interessierte Schulen und Schulklassen bei der Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes in Kitzingen melden. Dort wird dann der entsprechende Kontakt zu einem Betrieb im Landkreis vermittelt.

Und so geht es

Ab dem Schuljahr 2020/2021 sollen Schüler einmal während der Grundstufe (1. bis 4. Klasse) und einmal in der Sekundarstufe (5. bis 9. Klasse) an einer Projektwoche zum Thema „Schule fürs Leben“ teilnehmen. Die Schulen werden dazu nach den Pfingstferien im Juni 2020 vom Kultusministerium informiert und mit Unterlagen ausgestattet. Statt einer Projektwoche können die Schulen auch verbundene Projekttage durchführen, zum Beispiel zwei Tage in Klassenstufe 2 und drei Tage in Klassenstufe 3. Jede Schule legt selbst fest, in welcher Jahrgangsstufe die Projektwochen beziehungsweise verbundenen Projekttage durchgeführt werden.
Die Bäuerinnen und Bauern aus der Region sind startklar für das Projekt „Schule fürs Leben“. Dessen Ziel lautet: Kinder an die Prozesse in der Landwirtschaft heranführen. Fotos: BBV
Foto: BBV | Die Bäuerinnen und Bauern aus der Region sind startklar für das Projekt „Schule fürs Leben“. Dessen Ziel lautet: Kinder an die Prozesse in der Landwirtschaft heranführen. Fotos: BBV
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