Schwarzach

Schwarzacher Rat beschließt Galgenfrist für die Tongrube

Die Tongrube und den Zwischenlagerplatz in Düllstadt betreibt die Firma LZR seit 2001 beziehungsweise 2011. Laut Beschluss des Schwarzacher Gemeinderats soll dort in vier Jahren Schluss sein.
Foto: Peter Pfannes | Die Tongrube und den Zwischenlagerplatz in Düllstadt betreibt die Firma LZR seit 2001 beziehungsweise 2011. Laut Beschluss des Schwarzacher Gemeinderats soll dort in vier Jahren Schluss sein.

Seit fast 20 Jahren betreibt die Firma LZR aus Kitzingen in der Düllstadter Flur eine Tongrube. Vor zehn Jahren wurde die Genehmigung für die Abgrabungen erstmals um weitere zehn Jahre verlängert. Da die Erlaubnis zum Jahresende abläuft, musste der Schwarzacher Gemeinderat am Dienstag erneut entscheiden. "Vier Jahre und dann muss Schluss sein", lautete der Beschluss des Gremiums in seiner Sitzung im Begegnungshaus Arche in Stadtschwarzach. Ratsmitglied Max Hegler stimmte als Einziger dagegen.

Da LZR auf dem Areal nicht nur Ton abbaut, sondern es auch als Zwischenlagerplatz nutzt, wurde diese Genehmigung parallel um 48 Monate verlängert. Bürgermeister Volker Schmitt erinnerte an die Geschichte der Grube, die das Landratsamt Kitzingen im März 2001 auf zehn Jahre genehmigte. Drei Jahre später stimmte die Kreisbehörde der Wiederverfüllung der Tongrube zu. Im Dezember 2011 befürwortete das Landratsamt einen Antrag des Sand- und Kiesabbauunternehmens auf Erweiterung der Abbaufläche auf das Doppelte und den Betrieb eines Zwischenlagers.

Großteil der Fläche ist wieder verfüllt

Seit Januar 2012 ist das betroffene Abbaugebiet zehn Hektar groß. Die Laufzeit betrug erneut zehn Jahre. Mittlerweile ist laut Schmitt ein Großteil der Tonabbaufläche wieder verfüllt und wird landwirtschaftlich genutzt. Für das Verfüllmaterial gelten besondere Vorgaben. Die Nutzung der landwirtschaftlichen Wege für die Zu- und Abfahrt sei durch einen Sondernutzungsvertrag zwischen der Marktgemeinde und LZR geregelt.

Das Gemeindeoberhaupt sah keinen Grund, den Antrag von LZR, die Genehmigung um vier Jahre zu verlängern, abzulehnen. Das Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg habe in einer Stellungnahme keine Bedenken geäußert, so Schmitt. Deshalb könne auch die Erlaubnis zur Einleitung des Oberflächenwassers aus der Tongrube in den Castellbach verlängert werden.

Zwar ist die Tongrube in Düllstadt laut Bürgermeister Schmitt von den Bürgern akzeptiert, dennoch sind Lärm und Staub vor allem in den Sommermonaten lästig.
Foto: Peter Pfannes | Zwar ist die Tongrube in Düllstadt laut Bürgermeister Schmitt von den Bürgern akzeptiert, dennoch sind Lärm und Staub vor allem in den Sommermonaten lästig.

In der Bevölkerung sei die Tongrube seit langem akzeptiert. "In den vergangenen Jahren sind keinerlei Beschwerden von Bürgern hinsichtlich des Betriebes der Tongrube, des Zwischenlagerplatzes oder wegen des Schwerlastverkehrs auf den landwirtschaftlichen Wegen bei der Verwaltung eingegangen", lautete Schmitts Bilanz. Lediglich in den trockenen Sommermonaten komme es zu Staubentwicklung auf den geschotterten Wirtschaftswegen.

Staub und Lärm vermeiden

Sein Vorschlag für die Zukunft: "Mit Rücksicht auf die Belange unsere Bürger hinsichtlich der Emissionen durch Staub, Lärm und den Schwerlastverkehr sollte LZR darauf achten, dass der Abbau und die Renaturierung innerhalb des genehmigten Zeitraums abgeschlossen wird." Schmitts Appell an die Genehmigungs- und Fachbehörden, zukünftige Anträge auf Verlängerung kritisch zu betrachten.

Das Thema wurde im Gremium kontrovers diskutiert. Max Hegler sprach sich grundsätzlich gegen eine Verlängerung aus: "Ablehnen wäre ein klares Zeichen. 16 Jahre sind genug." Ralf Henninger schlug eine Verlängerung der Genehmigung nur auf drei Jahre vor, um dem Willen der Marktgemeinde Nachdruck zu verleihen. Pater Christoph Gerhard gab zu bedenken, dass letztlich das Landratsamt die Genehmigungsbehörde ist und nicht die Gemeinde. "Das stimmt", antwortete Schmitt. Allerdings habe die Gemeinde bei der Genehmigung für die Nutzung der Wege das Sagen. Deshalb werde man die Sondernutzung für die Befahrung der landwirtschaftlichen Wege zur Tongrube nicht über den 31. Dezember 2024 hinaus verlängern.

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